http://www.initiative-wertvolle-zukunft.org/wvz2016/erbschaft/
Schmerzlicher Abschied von Johanneskirche
Geht im Juni in seinen wohlverdienten Ruhestand: Pfarrer Ralf Velimsky.  Foto: Rohwer
26.05.2017 - 00:00 Uhr
Gaggenau - Fast 19 Jahre lang war Ralf Velimsky Pfarrer der evangelischen Johannesgemeinde in Bad Rotenfels. Am kommenden Sonntag, 28. Mai, wird er mit einem feierlichen Gottesdienst um 14 Uhr von seiner Gemeinde verabschiedet. Im Juni geht er dann in den wohlverdienten

Ruhestand. Im Gespräch mit BT-Mitarbeiterin Elke

Rohwer spricht er über seine Zeit in der Kirchengemeinde und über seine Zukunftspläne.

BT: Herr Velimsky, im Juli 1998 traten Sie Ihren Dienst in der Johannesgemeinde an, zuvor waren Sie im Auftrag der Basler Mission im Dienst der Presbyterian Church acht Jahre lang in Kamerun. Wie war die erste Zeit in Bad Rotenfels?

Ralf Velimsky: Anfangs war es für mich schwierig, nach der Zeit in Kamerun wieder in die eigene Kultur zurück zu finden. In der Johannesgemeinde ließ ich besonders in den ersten Jahren viele Lieder aus Kamerun in die Gottesdienste einfließen. Da die Stelle auf 75 Prozent ausgelegt war, nahm ich damals zusätzlich noch eine 25-Prozent-Stelle bei der Basler Mission an, die ich bis 2012 ausfüllte. In diesem Rahmen hielt ich an elf Sonntagen im Jahr Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden in Mittelbaden. Dazu kamen unter der Woche in Frauenkreisen, Seniorennachmittagen und an Schulen Vorträge zum Thema Mission und Kamerun. Ich berichtete vom Leben und Glauben der Presbyterian Church und von meinen Erfahrungen in Kamerun und gab so weiter, was ich dort erlebt hatte.

Interview

BT: Welche Momente werden Ihnen in Erinnerung bleiben?

Velimsky: Da gibt es einige. Ein weniger schönes Erlebnis war, als eine Frau, die Mitglied in der Kirchengemeinde war, aus der evangelischen Kirche austrat, weil ich etwas gemacht oder gesagt hatte, das ihr nicht gefiel. Das ging mir lange nach. Zu den schönen Erinnerungen gehören die Osternachtsfeiern und das Lied "Möge die Straße uns zusammenführen", das seit Jahren traditionell am Schluss der Abendgottesdienste gesungen wird. Auch viele Begegnungen mit Menschen bleiben in meiner Erinnerung.

BT: Was werden Sie besonders vermissen?

Velimsky: Die Minigottesdienste freitagsmorgens mit den Kindern des Johannisbären-Kindergartens. Ich habe den Kindern dabei immer eine biblische Geschichte erzählt.

BT: Was hat Ihnen besonders Freude bereitet?

Velimsky: Die Einführung von evangelischen Ministranten vor zwei Jahren. Ein Traum hatte sich erfüllt.

BT: Ab 1. Juni 2017 sind Sie Pfarrer i.R. Wie geht es Ihnen dabei?

Velimsky: Ich spüre, dass ich durch meine Dienstzeit müde geworden bin, es ist genug jetzt. Ich habe mir ein Jahr komplette Vakanz verordnet. In dieser Zeit werde ich für dienstliche Anfragen nicht greifbar sein. Dieses Jahr möchte ich nutzen, um mir darüber klar zu werden, wie meine neue Lebensphase aussehen soll. Ich möchte ja flexibel und frei bleiben für das, was kommt.

In diese Zeit fällt aber auch unser Umzug, der meine Frau und mich sicherlich noch einige Kraft kosten wird.

BT: Wie sehen Sie die Zukunft der evangelischen Kirche in Gaggenau?

Velimsky: Die Fusion der drei Gemeinden ist vernünftig und logisch. Die evangelische Kirche bekommt bei insgesamt 4600 Gemeindemitgliedern zwei Vollzeitstellen, die durch meine Kolleginnen Helga Lamm-Gielnik und Andrea Kampschröer abgedeckt werden. Auch die Aufgabe der beiden Kirchengebäude Johannes und Lukas ist leider nötig. Natürlich ist der Abschied von der Johanneskirche sehr, sehr schmerzlich. Viele Mitglieder hatten damals Geldspenden für den Kirchenbau aufgebracht. Wichtig ist aber doch, dass der Glaube in der Gemeinschaft gelebt wird. Das sollte im Vordergrund stehen, nicht die Gebäudefrage.

BT: Wo steht die Ökumene heute?

Velimsky: Für viele Menschen verschwimmen die Unterschiede zwischen katholisch und evangelisch immer mehr. Für mich ist die Ökumene jedoch erst dann am Ziel, wenn sich Geistliche beider Konfessionen gegenseitig in Gottesdiensten vertreten können. So weit sind wir noch lange nicht. Durch die Entstehung der katholischen Seelsorgeeinheiten sind die Kollegen leider oft so zugepackt mit Aufgaben, dass weniger Spielraum bleibt, etwa um ökumenische Gottesdienste zu feiern.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Baden-Baden
--mediatextglobal-- Viele ehrenamtliche Helfer ermöglichen eine gebührende Geburtstagsfeier anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Altenwerks.  Foto:  Fauth-Schlag

24.06.2017 - 00:00 Uhr
40 Jahre VdK-Ortsverband
Baden-Baden (fs) - Das Altenwerk des VdK-Ortsverbands Baden-Baden-Mitte-Lichtental feierte am Donnerstag nach einem Dankgottesdienst in der Pfarrkirche St. Bonifatius mit Pfarrer Michael Teipel im Lichtentaler Gemeindehaus sein 40-jähriges Bestehen (Foto: fs). »-Mehr
Gaggenau
--mediatextglobal-- Rund 500 000 Euro wird die Sanierung des Kirchengebäudes kosten. Die Gottesdienstbesucher sollen bei Kollekten ihr Scherflein dazu beitragen. Foto: pr

24.06.2017 - 00:00 Uhr
Sanierung von St. Marien
Gaggenau (red/tom ) - Ein ungewohnter Anblick bietet sich dieser Tage. Die 1968 in Dienst gestellte katholische Pfarrkirche St. Marien ist komplett mit einem Baugerüst umhüllt. Umfangreiche Arbeiten stehen an. Sie werden rund 500 000 Euro kosten und zum Teil bezuschusst (Foto: pr). »-Mehr
Baden-Baden
--mediatextglobal-- Die Philharmonie mit Pavel Baleff, davor (von links) Bettina Müller-Hesse, Eva Irion und Karl-Rudolf Menke.  Foto: Brüning

23.06.2017 - 00:00 Uhr
Konzert in der Stadtkirche
Baden-Baden (gib) - Unter dem Titel "Wie Reformation klingt" fand in der evangelischen Stadtkirche am Augustaplatz ein Konzert der Baden-Badener Philharmonie mit Werken von Bach und Mendelssohn-Bartholdy statt. Mit dabei waren auch Sprecher von SWR 2 (Foto: gib). »-Mehr
Au am Rhein
--mediatextglobal-- ´Erfolgsgeschichte Au am Rheins weiter schreiben´: Landrat Jürgen Bäuerle (links) wünscht Veronika Laukart und ihrem Mann Roman viel Erfolg für die Zukunft.  Foto: Hauptmann

21.06.2017 - 00:00 Uhr
Bürgermeisterin vereidigt
Au am Rhein (yd) - Im Rahmen eines Festakts in der Rheinauhalle ist die neue Auer Bürgermeisterin Veronika Laukart am Montag in ihr Amt eingeführt und vereidigt worden. Laukart versprach, ihr neues Amt jederzeit nach bestem Wissen und Gewissen auszuüben (Foto: Hauptmann). »-Mehr
Gernsbach
´Persönlichkeit, gelenkt durch ein aufrichtiges Herz´

21.06.2017 - 00:00 Uhr
"Persönlichkeit mit aufrichtigem Herz"
Gernsbach (ham) - Der mit 91 Jahren gestorbene Altbürgermeister Rolf Wehrle, der von Dieter Knittel (links) 2009 zum Ehrenbürger der Stadt Gernsbach gekürt wurde (Foto: BT-Archiv), ist gestern zu Grabe getragen worden. Knittel pries ihn als "Persönlichkeit mit aufrichtigem Herz". »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Die erste Hitzewelle in diesem Sommer ist vorbei. Haben Sie die heißen Tage gut vertragen?

Ja, die Hitze macht mir nichts
Nein, das war wirklich zu warm

Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen