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"Es findet keine Gleichbehandlung der Vereine statt"
'Es findet keine Gleichbehandlung der Vereine statt'
31.05.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Die Stadt übernimmt eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 150000 Euro für den Sportverein Staufenberg zur Sicherung eines Darlehens. Das benötigt der Verein, um seinen Tennen- in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln. Das rund 240000 Euro teure Projekt soll dieses Jahr realisiert werden.

Der Gemeinderat stimmte bei einer Enthaltung von Thomas Knapp (Freie Bürger) der Übernahme der Ausfallbürgschaft einstimmig zu. Dennoch ging der Tagesordnungspunkt nicht geräuschlos über die kommunalpolitische Bühne.

Gerade im Blick auf die äußerst schwierige Entscheidungsfindung beim Kunstrasenprojekt des FC Gernsbach richtete man den Blick auf die Gerechtigkeit, was die Förderung einzelner Vereine angeht. Diesbezüglich stellte Knittel fest: "Es findet keine Gleichbehandlung der Vereine statt." Dies sei aber kein böser Wille, sondern historisch gewachsen und den jeweiligen Bedürfnissen geschuldet. Sicher: Ein Schachclub oder ein Imkerverein benötigen weitaus weniger kommunale Förderung als ein Fußballverein. Dennoch könnte aus dieser Entscheidung ein gewisser Anspruch gegenüber der Stadt abgeleitet werden - wenn es zum Beispiel darum geht, ein Clubhaus, ein Wanderheim oder Ähnliches zu sanieren. Das entscheidende Kriterium für diese neuerliche Unterstützung des SVS sei laut Knittel, dass dadurch "keine materiellen Mittel fließen".

Keine Abkehr von Vereinsförderrichtlinien

Wie Kämmerer Benedikt Lang informierte, soll der Umbau in einen Kunstrasenplatz durch eine Förderung des Badischen Sportbunds (rund 68000 Euro), Eigenleistungen (etwa 20000 Euro), dem gemäß der Vereinsförderrichtlinien obligatorischen Zuschuss der Stadt (bis zu 24000 Euro) und durch eine Kreditaufnahme von etwa 128000 Euro erfolgen. Den Kredit zahlt der SV Staufenberg ab. Der mit der Sparkasse Rastatt-Gernsbach vereinbarte Finanzierungsplan sieht eine Tilgung in fünf Jahren vor. "Der Verein ist nach Einschätzung der finanziellen Verhältnisse der vergangenen drei Jahre schuldenfrei und erwirtschaftet voraussichtlich mit hinreichender Sicherheit die notwendigen Überschüsse zur Finanzierung", erklärte Lang. Diese Sicherheit gebe es durch die Ausfallbürgschaft der Stadt. Der Verein selbst könne diese nicht bieten, weil Geldanlagen, Grundstücke oder Ähnliches nicht vorhanden seien. Daher handele es sich laut Kämmerer Lang "um eine legitime Bitte" des Vereins, der die Stadt nachkomme.

"Wir haben alles alleine gestemmt und keine Ausfallbürgschaft gebraucht", brachte Thomas Knapp seinen Unmut über diese Entscheidung zum Ausdruck. Als zweiter Vorsitzender des FC Gernsbach erinnerte er daran, "dass man uns vom Hof jagen wollte - Gleichberechtigung ist hier nicht gegeben". Die Situation beim FC Gernsbach war freilich eine andere. Schließlich stand die mögliche Erweiterung des Verpackungsmittelherstellers Casimir Kast auf das Sportgelände des FCG im Raum. Dies hatte Knittel dazu veranlasst, eine Fusion der drei städtischen Fußballvereine, die am aktiven Spielbetrieb teilnehmen, ins Gespräch zu bringen. "Das wäre sinnvoller", ist der Bürgermeister nach wie vor überzeugt davon, dass man zusammen sportlich erfolgreicher - und materiell effizienter - wäre, wenn alle drei Fußballclubs zusammenarbeiten würden.

"Die Grundsatzentscheidung, wie wir mit den Fußballvereinen umgehen, haben wir beim FCG getroffen. Jetzt geht es um Gleichbehandlung", betonte Guido Wieland (SPD). Weil durch die Ausfallbürgschaft keine Kosten für die Stadt entstehen, fließe letztlich derselbe Anteil nach Staufenberg wie er nach Gernsbach geflossen sei, so Wieland.

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