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Heißes Paraffin stoppt aufsteigende Nässe
Mauertrockenlegung im Rathaus Weisenbach: Paraffin bildet eine Sperre für aufsteigende Feuchtigkeit.  Foto: Mack
02.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Weisenbach - Es ist warm im ehemaligen Grundbuchzimmer im Weisenbacher Rathaus - und es riecht nach Wachs. Die Wände sind vom Putz befreit, viele Löcher sind knapp über dem Boden gebohrt, und in diese wird heißes Paraffin eingefüllt. Mit dieser Technik geht es so der Feuchtigkeit "an den Kragen". Ursprünglich waren lediglich ein neuer Boden, neue Tapeten und eine andere Beleuchtung dort vorgesehen, doch als der Maler die alten Tapeten entfernte, bröckelte gleich der Putz mit ab. Der Grund: Aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk.

"Bis in die Höhe von rund 1,60 Metern war die Wand durchfeuchtet", berichtet Bürgermeister 'Toni Huber. Eine grundlegende Problemlösung stand deshalb an. Der hintere Teil des 1838 gebauten Weisenbacher Rathauses ist nicht unterkellert, die Wände stehen im Erdreich. "Feuchtigkeitssperren gab es damals noch nicht." Die Nässe konnte sich daher nach oben ausbreiten. Bei einer Sanierung in den 1980ern wurde nach dem damaligen Stand der Technik und Materialien gearbeitet, mit denen die Feuchtigkeit allerdings nicht aufgehalten werden konnte.

Spezialisten des Hohberger Unternehmens Isotec sind jetzt dabei, die Mauern trockenzulegen und zu versiegeln. Zunächst wurde der Putz komplett abgeschlagen, dann wurden in rund zehn Zentimetern Abstand Löcher knapp über dem Boden schräg in die Wände gebohrt. Darin wurden Heizstäbe platziert, die sich auf rund 400 Grad erhitzen lassen. Das Wasser verdampft und das Gemäuer trocknet.

Die Poren des Gesteins sind danach aufnahmefähig - das soll aber nicht wieder mit Wasser geschehen. Denn für die künftige "Horizontalsperre" sorgt verflüssigtes Paraffin, das mittels Sonden injiziert wird. "Das ist flüssiger als Wasser und wird vom Mauerwerk aufgesaugt", erläutert Isotec-Mitarbeiter Andreas Schielinski das Verfahren. Das Paraffin bildet eine rund 15 Zentimeter dicke Sperrschicht in der Mauer. Seit rund 40 Jahren werde diese Technik bereits angewendet und habe sich zur Trockenlegung von feuchten Mauern bewährt, ergänzt er. Nach der Aushärtung ist die Sperre perfekt, weitere Feuchtigkeit kann keine mehr in der Wand nach oben wandern.

Mit einer Kanne füllt er die Behälter auf, die am Boden des ehemaligen Grundbuchzimmers und der dahinter liegenden Kammer stehen. Dort war in früheren Zeiten das "Gemeindegefängnis" untergebracht, berichtet Hauptamtsleiter Walter Wörner.

Im Verlauf der Arbeiten wurden auch Wasser- und Abwasserleitungen erneuert und isoliert, was vorher dort nicht der Fall war, erläutert der Bürgermeister. Auch Teile der morschen Holzbalken, die unter der Feuchtigkeit gelitten haben, werden ausgewechselt. Zum Abschluss der Trockenlegung wird ein Spezialputz aufgebracht. Die beiden Kellerräume im vorderen Bereich des Rathauses werden stillgelegt. Dort wurden in früheren Zeiten Touristen begrüßt oder kleinere Treffen abgehalten.

Zuschuss aus Sanierungsprogramm

Für die Sanierung des Grundbuchzimmers waren rund 15000 Euro veranschlagt. Diese Summe erhöht sich um rund 50000 Euro. Da das Rathaus im Sanierungebiet I liegt, wurde eine Förderanfrage auf Bezuschussung nach dem Landessanierungsprogramm gestellt. Ein Zuschuss von 51 Prozent ist mittlerweile gebilligt, freut sich das Gemeindeoberhaupt, "wir mussten reagieren", erläutert Huber. Die Aufträge wurden als Eilentscheidungen vergeben, der Gemeinderat ist informiert. Rund drei Wochen sind für die Sanierung vorgesehen.

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