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Im Einsatz fürs gesunde "Gesamtkunstwerk Mensch"
Seit einem halben Jahrhundert Arzt: Dr. Michael Schumacher. Foto: Uebel
03.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Einen "Plan für danach" habe er nicht, wozu auch? "Warum sollte ich aufhören, im Gegenteil." Dr. Michael Schumacher setzt sich entschlossen auf, seine aufmerksamen Augen hinter hellgerahmten Brillengläsern beginnen zu strahlen. Jetzt geht's noch einmal richtig los, könnte man seinen Gesichtsausdruck interpretieren. Dabei kann er auf 50 aktive Tätigkeitsjahre als Arzt zurückblicken.

1942 in Essen geboren, färbte das Wirken seines Vaters sowohl auf seinen Berufswunsch als auch auf die Lebenswege seiner vier jüngeren Geschwister ab. Deshalb auch nur sein Schulterzucken auf die Frage nach einem beruflichen Plan B. An das Abi in Aachen schloss sich das Studium in Freiburg, München und Heidelberg an. Jahre als Medizinalassistent in Karlsruhe und als Truppenarzt sowie die Ausbildung zum Facharzt für Innere Krankheiten im Forbacher Krankenhaus und in Bocholt schufen die Grundlage, um auf der Inneren Abteilung im Bühler Krankenhaus als Oberarzt und als Facharzt für Innere Krankheiten zu arbeiten. Als praktischer Arzt in einer Praxisgemeinschaft in Weisenbach neu niedergelassen, erinnert sich Schumacher schmunzelnd an zunächst leere Wartezimmer. Aber vor allem daran, dass nur wenig später die Praxiszeiten gar nicht ausreichten, um allen Anforderungen an einen Facharzt für Allgemeinmedizin und Diabetesarzt gerecht zu werden.

Ein Grund für ihn, 2016 die Gelegenheit der örtlichen Praxiszusammenarbeit mit seiner Frau Sigris in Gernsbach wahrzunehmen. Obwohl Schumacher seine Tätigkeit als "Schaltstelle" zwischen verschiedenen medizinischen Bereichen sieht, gelte der Psychosomatik und der sozialen Vernetzung der Patienten sein besonderes Interesse.

"Das Psychische lässt sich im Vergleich zum Organischen oft schwieriger erkennen und entsprechend behandeln." Vom Arzt sei dabei viel Fingerspitzengefühl gefordert, so Schumacher: Ein Grund für ihn, noch vor zwei Jahren eine Ausbildung in fachgebundener Psychotherapie zu beginnen.

Am Pfingstmontag vollendet Schumacher das 75. Lebensjahr. Klingt das nach baldigem Aufhören, nach Ruhestand? "Nein, nur nach Veränderung", wie er betont. Mit "Veränderung" meint Schumacher eine erweiterte Sichtweise, die über die organische Berechenbarkeit klassischer Medizin und labortechnische Beweisbarkeit vorhandener Beschwerden hinausgeht. Wichtig sei das Zusammenspiel aller Bereiche für das gesunde "Gesamtkunstwerk Mensch", resümiert der Mediziner.

Mensch mit vielen Hobbys

Apropos gesund: Ein Geheimrezept, sehr alt zu werden, und das in guter Gesundheit, hat auch Schumacher nicht. Und doch scheint er es für sich gefunden zu haben. Zunächst sei es die Ernährung, die zwar "alles erlaubt, aber durchaus in Maßen", und das ganz ohne unnötige Nahrungs-Ergänzungsmittelchen.

Bevor er zu seinen Aktiv-Hits kommt: Dem Tanz-Sport zusammen mit seiner Frau, wobei da die Betonung deutlich auf dem sportlichen Charakter liegt - also Salsa, Hip-Hop und auch Zumba. Fahrradfahren gehört ebenfalls zu seinen Leidenschaften, am liebsten mit Freunden oder Verwandten. Erst vor drei Jahren unternahm Schumacher lange Touren durch Nepal, regelmäßig ist er in den Alpen unterwegs - seine bevorzugten Strecken sollten vor allem viele Anstiege haben. Vom Gärtnern, Fotografieren, Lesen vor allem fachbezogener Literatur bis zum Radeln und Tanzen: Als Mensch mit so vielen breitgefächerten Hobbys und immer noch wachsendem professionellen Interesse an der menschlichen Psyche ist Schumacher nicht bange um die nächsten Jahre.

Doch zunächst steht sein Geburtstag im Mittelpunkt seiner Familie: Fünf Söhne, eine Tochter und auch Enkel Jan werden, wenn irgend möglich, den Weg nach Gernsbach finden. Und ganz gewiss werden neben Kollegen, Nachbarn und Freunden auch Vertreter des Ärztenetzes Mittelbaden, dem Michael Schumacher von 2007 bis 2013 als Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer angehörte, die Gelegenheit zum Gratulieren, Wünschen und Anstoßen wahrnehmen.

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