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Qualität der Lebensräume prüfen
03.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Katharina Vogt

Forbach - "Wenn Sie mich auf den Wiesen im Kreis herumtanzen sehen, dann bin ich sicherlich dabei, die Pflanzenarten auf dieser Referenzfläche zu erfassen", erklärte Stephan Biebinger vom Institut für Naturschutz und Landschaftsökologie in Bühl. Sein Kollege Arno Schanowski wiederum beschäftigt sich mit Schmetterlingen, Fledermäusen oder den in den Fließgewässern heimischen Bachneunaugen und Groppen. Rund 30 Personen waren der Einladung gefolgt, in Herrenwies den Ablauf der Erstellung des Natura 2000-Managementplans für den Talschwarzwald zwischen Bühlertal und Forbach im Detail kennenzulernen.

Projektkoordinatorin Kerstin Arnold (Regierungspräsidium Karlsruhe) erklärte den Vertretern der beteiligten Behörden, Gemeinden, Forstämter, Naturschutzverbänden, Vertretern des Nationalparks sowie Eigentümern und Nutzern der Flächen bei einem Rundgang über die Teilflächen in Herrenwies das Verfahren und auch die konkreten Arbeiten vor Ort sehr anschaulich.

"Wir machen das, um Sie zu informieren. Sie sollen wissen, wie das Verfahren abläuft und wie Sie sich beteiligen können. Außerdem wollen wir Kontakte knüpfen und die Kenntnisse vor Ort vernetzen, denn wir sind für Hintergrundinfos sehr dankbar", erläuterte Arnold.

Hinter der dem sperrigen Begriff "Natura 2000-Managementplan für das FFH-Gebiet 7315-311 Talschwarzwald zwischen Bühlertal und Forbach" steht das Ziel, das europäische Naturerbe als Lebensgrundlage für die Zukunft zu bewahren. Dazu werden die bereits bestehenden FFH-Schutzgebiete (Fauna/Flora/Habitat: Pflanzen/Tiere/Lebensraum) und die Vogelschutzgebiete genauer unter die Lupe genommen und die Qualität der Lebensräume und der vorkommenden Arten in drei Kategorien. Ziel wird es sein, diese Qualität zu erhalten oder gar zu verbessern. Dabei wird vor allem Arten und Lebensräumen Priorität eingeräumt, die unter europäischen Gesichtspunkten von besonderem Schutzinteresse sind. Christian Speck (RP Freiburg) erklärte, wie die fachliche Betreuung im Waldmodul stattfindet: "Das FFH-Gebiet hier besteht zu 78 Prozent aus Waldflächen, darunter viele Buchenwaldflächen, die hier nicht unbedingt untypisch oder gefährdet sind."

Aus europäischer Sicht sind sie eben besonders schützenswert und daher werden die Forstbewirtschafter sie erhalten oder gar die Struktur und Qualität noch verbessern müssen. Das grüne Koboldmoos, das breitblättrige Knabenkraut oder der europäische Dünnfarn sind Arten, die dabei besondere Beachtung finden. Als Grundlage für die Arbeiten und Kartierungen dienen bereits vorliegende Erhebungen und Forstpläne.

Erhaltung und Verbesserung

Die Verantwortlichen hoffen, bis Herbst 2017 alle erforderlichen Daten vor Ort gesammelt zu haben. Für das erste Halbjahr 2018 ist ein erster Entwurf des Managementplanes vorgesehen, der in einem Fachbeirat diskutiert werden wird. Der Entwurf wird dann übers Internet und in Behörden öffentlich ausgelegt werden, damit auch andere Anregungen einfließen können.

Arnold plant die Veröffentlichung des fertigen Managementplans für 2019. Eines ist heute schon sicher: "Erhaltung ist oberste Pflicht", meinte Christian Speck. Auch die Verbesserung ist im Fokus, wobei Kerstin Arnold davon ausgeht, dass Verbesserungsvorschläge gemacht werden: "Wenn die Eigentümer noch bessere Ideen haben, kann man da sicher dann darüber diskutieren."

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