http://www.initiative-wertvolle-zukunft.org/wvz2016/erbschaft/
Arbeitszeit dürfte ein zentrales Thema bei Tarifrunde werden
Arbeitszeit dürfte ein zentrales Thema bei Tarifrunde werden
03.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - "Die Arbeitszeit ufert aus, ist belastend. Die Arbeitnehmer brauchen Ausgleich." Dieses Resümee zieht Claudia Peter, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, zu den Ergebnissen der Arbeitnehmerbefragungen.

680000 Teilnehmer gab es bundesweit, im Zuständigkeitsbereich der IG Metall Gaggenau, der in etwa den alten Landkreis Rastatt umfasst, nahmen 6018 Arbeitnehmer teil - im Vergleich zur Befragung 2013 ein Plus von rund 800. Peter sieht mit der Umfrage den Auftrag für die Gewerkschaft, sich bei der Tarifrunde weiter mit der Arbeitszeit zu beschäftigen. Dies werde ein breiter Diskussionsprozess. Das Arbeitszeitgesetz müsse weiterhin Grenzen haben. Gemeinsam mit dem Zweiten Bevollmächtigten der IGM Gaggenau, Heiko Maßfeller, stellte Peter gestern die Ergebnisse der Befragung vor.

Die sechsseitigen Fragebögen waren im Februar und März in den Betrieben ausgelegt oder verteilt worden. In vielen Betrieben habe es dazu Gruppengespräche gegeben. Positiv hob Peter hervor, dass aus keinem Betrieb "Störfeuer von Arbeitgebern" bezüglich der Befragung gekommen sei. Die Erste Bevollmächtigte räumte ein, dass die Befragung "produktionsbetriebslastig" sei. Allein aus dem Benzwerk Gaggenau hätten sich rund 3500 Arbeitnehmer beteiligt.

Warum steht die Arbeitszeit im Mittelpunkt der Befragung? Laut Gewerkschaft ist die Arbeitszeit maßgeblich

dafür, wer wie am Arbeitsleben teilnehmen kann,

für Einkommen und Freizeit,

für Vereinbarkeit und die selbstbestimmte Gestaltung des eigenen Lebens,

für Gesundheit,

für Sicherheit des Arbeitsplatzes.

Die Arbeitszeit sei ein zentraler Faktor für die Lebenszufriedenheit insgesamt. Jeweils die Hälfte der Teilnehmer war jünger oder älter als 45 Jahre. Deutlich größer als im Bund ist in Mittelbaden die Gruppe der 15- bis 34-Jährigen vertreten. Das führt Peter auf die Ausbildung zurück, die in der Region eine große Rolle spiele.

Zufrieden oder eher zufrieden mit ihrer Arbeitszeit sind laut Befragung mehr als 70 Prozent der Beschäftigten. Dabei ist die Zufriedenheit im indirekten Bereich größer als im direkten Bereich, sprich der Produktion. Ein Grund für das schlechtere Resultat dort ist laut Peter die Schichtarbeit. Die Zufriedenheit sei höher, wenn unter anderem die Planbarkeit der Arbeitszeit gegeben ist oder der Arbeitnehmer im Alltag selbstbestimmt über die konkrete Arbeitszeit entscheiden kann. Weniger zufrieden seien Menschen, wenn überlange Arbeitszeiten abgefordert werden oder die Arbeitszeit regelmäßig ausgeweitet wird.

Lücke zwischen Theorie und Wirklichkeit

Deutliche Unterschiede gibt es bei der vertraglichen Arbeitszeit im Vergleich zur tatsächlichen. Für rund 65 Prozent besteht die 35-Stunden-Woche, tatsächlich würden nur 15 Prozent so lange arbeiten. Die meisten dagegen länger, zum Teil bis zu 48 Stunden. Die 35-Stunden-Woche ist laut Claudia Peter ein ganz zentraler Wunsch. Wichtiger als Zuschüsse für Wochenendarbeit sei für viele Arbeitnehmer mittlerweile die Möglichkeit, freie Zeit zum Stressabbau zu nutzen. Der Stellenwert der Freizeit sei im Vergleich zu früher somit deutlich gestiegen. Bei der Schichtarbeit wollten 84 Prozent die freie Wahl haben bezüglich der Lage von Freischichten. 81 Prozent wollten selbstbestimmt Zeitguthaben auf- und abbauen können.

Nicht so optimistisch sind die Teilnehmer in Sachen Arbeit bis zum gesetzlichen Rentenalter von 67 Jahren. Nicht einmal jeder Zweite glaubt daran, bis zu diesem Alter arbeiten zu können.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Bühl
--mediatextglobal-- Das Leitungsteam der Handelslehranstalt ist wieder komplett: Schulleiter Michael Lebfromm heißt Bernd Jacobs (rechts) als seinen neuen Stellvertreter willkommen. Foto: wv

16.06.2017 - 00:00 Uhr
Bernd Jacobs kehrt zur HLA zurück
Bühl (wv) - Bernd Jacobs kehrt an die Handelslehranstalt Bühl (HLA) zurück. Als neuer stellvertretender Schulleiter folgt er Gabriele Krämer nach, die zu Schuljahresbeginn an die Elly-Heuss-Knapp-Schule gewechselt war, deren Leitung sie übernommen hat (Foto: wv). »-Mehr
Baden-Baden
Apple: Sklavenhaltung und Suizide

12.02.2015 - 12:19 Uhr
Apple: Sklavenhaltung und Suizide
Baden-Baden (red) - Das iPhone ist wohl weltweit bekannt als Symbol des Wohlstandes. Doch wo und unter welchen Arbeitsbedingungen werden sie hergestellt? Ein Reporter des US-Senders abc sendete bei Nightline, dem Nachtjournal des Senders eine Reportage über die Arbeits- und Lebensbedingungen (Foto: pr). »-Mehr
Baden-Baden
--mediatextglobal-- Immer im Kontakt: Das Smartphone macht es möglich. Foto: pr

11.02.2015 - 16:34 Uhr
Ein Leben ohne Handy - kaum vorstellbar
Baden-Baden (red) - In der heutigen Smartphonegeneration kann man sich ein Leben ohne Handy kaum vorstellen. Wie einfach es doch ist, einfach mal kurz jemanden eine SMS zu schreiben, anstatt ein Telefonat über das Festnetz zu führen, das womöglich länger dauern könnte - man hat ja schließlich nie Zeit (Foto: pr). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Die Mehrheit der Deutschen ist laut einer aktuellen Umfrage dagegen, im eigenen Wohnort eine Straße oder einen Platz zu Ehren von Helmut Kohl umzubenennen. Sie auch?

Ja.
Nein.
Ist mir egal.

Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen