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Pastorale Innovation: Josefs-Treff soll Brücken bauen
Der 'Josef-Treff' soll die Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderung sowie die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund unterstützen. Foto: Lebenshilfe
06.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gaggenau - Es ist ein einmaliges Projekt in der Erzdiözese Freiburg, vielleicht sogar bundesweit: Aus dem Backwarenverkaufsstand (ehemals Brezel-Böhmer) vor der St. Josefs-Kirche soll ein neuer Treffpunkt werden, der insbesondere Maßnahmen zur Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderungen unterstützen, aber auch die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund fördern soll. Eröffnungstermin für den "Josefs-Treff" ist der 6. Oktober.

Die Kooperation zwischen der Lebenshilfe Rastatt/Murgtal und der Kirchengemeinde St. Josef sieht einen Neubau der rund 15 Jahre alten Bude vor, aus der ein schicker, barrierefreier Verkaufsstand aus Holz mit denselben Maßen werden soll.

50000 Euro werde dieser kosten, schätzt Hasso Schmidt-Schmiedebach. Für den Vorsitzenden der Lebenshilfe handelt es sich um ein Leuchtturmprojekt, das Maßnahmen zur Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderung unterstützen, aber auch die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund fördern kann - "und wird".

Davon ist auch Herbert Walterspacher überzeugt. Der Pfarrgemeinderat informierte beim Pressegespräch in Vertretung von Pfarrer Tobias Merz über die Entstehungsgeschichte des "Josefs-Treffs" und nannte ihn ein Stück "pastorale Innovation".

Er strich vor allem den caritativen Aspekt des Projekts heraus: Der "Ort der Begegnung" soll überkonfessionell sein, Brücken bauen zwischen Kulturen, Generationen, Kirche, dem Ehrenamt, der Ökologie, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderung. "Es ist ein idealer Standort für unser Thema Begegnungen schaffen, um Berührungsängste abzubauen", ergänzte Martin Bleier. Der Geschäftsführer der Murgtalwerkstätten & Wohngemeinschaften nannte zahlreiche Möglichkeiten, wie dies im "Josefs-Treff" umgesetzt werden könnte: Die Lebenshilfe kann dort ihre Produkte anbieten, Vereine, Schulen, Kirchen, Organisationen und Partnerstädte können sich präsentieren. "Mitwirken bei diesen Veranstaltungen sollen Mitarbeiter, Bewohner, Personal aus allen Bereichen unserer Lebenshilfe, der Kirchengemeinde St. Josef und darüber hinaus der gesamten Seelsorgeeinheit Gaggenau sowie Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gaggenau", betonte Bleier.

Auch die kirchlich orientierte Bevölkerung soll sich dort zusätzlich einbringen, sich informieren oder konkrete Angebote unterbreiten. Menschen mit Fluchterfahrung möchte man anbieten, die Kultur, die Besonderheiten ihres Heimatlandes darzustellen, um so Berührungsängste und Hemmschwellen abzubauen. "Menschen mit Behinderungen der Lebenshilfe, der Werkstätten und der Wohnstätten werden aktiv teilhaben an der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen", kündigte der Geschäftsführer an; selbst bei der Verwaltungsarbeit sollen sie eingespannt werden.

Jeden Tag soll der "Josefs-Treff" nicht geöffnet sein, dessen Gesamtkoordination durch die Lebenshilfe Rastatt/Murgtal in enger Abstimmung mit der Seelsorgeeinheit Gaggenau St. Josef übernommen wird. Die Nutzungsmöglichkeiten sind mannigfaltig. Die Veranstaltungen werden quartalsweise geplant und über ein spezielles Faltblatt und in der Tagespresse bekanntgemacht.

Belebung für die Stadt an einem wichtigen Ort

Oberbürgermeister Christof Florus und City-Manager Philipp Springer lobten das Projekt, das eine Belebung für die Stadt bringe an einem "wichtigen Übergangspunkt von der unteren in die obere Hauptstraße".

Derzeit liege der Bauantrag noch bei der Stadt; die Pläne für die neue Hütte aber sind bereits fertig. Bei der Finanzierung helfen einige Sponsoren, zudem hoffe man auf eine Förderung von der Aktion Mensch. Zwischen der Kirchengemeinde und der Lebenshilfe wird eine Kooperationsvereinbarung getroffen.

Die Kosten für die Pacht will die Lebenshilfe durch Verkaufserlöse erwirtschaften, erklärte Schmidt-Schmiedebach. So werde es sogar ein eigenes Bier geben, das "Josefs-Bräu", das vom Lautenbacher Bierbrauer Holger Wunsch kreiert wird, der mit der Lebenshilfe eng verbunden sei.

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