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Vom "Kleiekotzer" bis "Mühlen-Schnäpsle"
Der Heimatvereins-Vorsitzende Bernhard Wunsch kennt allerlei Anekdoten und führt fachkundig durch die Ebet-Mühle.  Foto: Haller-Reif
07.06.2017 - 00:00 Uhr
Forbach (mhr) - Beim Anblick der idyllisch am Waldrand gelegenen Ebet-Mühle in Bermersbach kommt einem fast automatisch das Volkslied in den Sinn: "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp, klapp ..." - zumal die Ebet-Mühle am Pfingstmontag zu Vorführungszwecken tatsächlich mehrfach klapperte, wenn auch der dazugehörige Bach eher sanft bergab plätscherte.

Seit einigen Jahren öffnet der Bermersbacher Heimatverein für angemeldete Besucher die Mühlenpforten. Am Deutschen Mühlentag lädt das historische Kleinod auch zufällig vorbeikommende Wandergruppen und Spaziergänger zur Besichtigung ein.

Aber auch alteingesessene Bermersbacher kommen vorbei oder gebürtige Bermersbacherinnen wie Waltraud Pfrang mit ihrem Mann Jürgen. Das Ehepaar aus Gernsbach freut sich nach einer Wanderung über die Giersteine und den Ziegenpfad auf den Besuch. Beim Zwischenstopp an der Ebet-Mühle lauschen sie mit anderen Besuchern interessiert den Erläuterungen von Bernhard Wunsch. Geduldig und gut gelaunt steht der Vorsitzende des örtlichen Heimatvereins an diesem Nachmittag von 13 bis 17 Uhr für Vorführungen und Fragen aller Art zur Verfügung.

So erfährt und sieht man, dass aus zahllosen Weizenkörnern nicht einfach im Handumdrehen feines Backmehl entsteht. Dafür braucht es bei normaler Mahlgeschwindigkeit etliche Mahldurchgänge. Das Korn wird zunächst in den Trichter geschüttet und Laufstein. Je stärker der Laufstein abgesenkt ist, desto schneller der Mahlvorgang und umso feiner das Mehl. Seine zunehmend feineren Bestandteile werden im Mehlsieb aufgefangen. Die früher als Tierfutter verwendete Kleie landet im sogenannten "Kleiekotzer". "Heutzutage hilft sie bei manchen Wohlstandsbeschwerden, und im Müsli schmeckt man sie kaum", ergänzt ein Zuhörer die Begriffserklärung von Bernhard Wunsch.

Neben viel Wissenswertem zur Historie der Mühle hat der Heimatvereins-Vorsitzende die passenden Anekdoten auf Lager. Mit einem kühlen Getränk oder einem "Mühlen-Schnäpsle" nach der Vorführung im Freien lässt sich zudem bestens "ein Schwätzchen halten".

2002 hat der Heimatverein Bermersbach die alte Mahlmühle mit Elektroantrieb auf einem Bauernhof in Tennenbronn erworben. Das Wasserrad mit seinen 36 Schaufeln und einem Durchmesser von 3,60 Metern ist wie der Wasserkanal aus Lärchenholz. Zahllose Arbeitsstunden von 47 Helfern und Spenden von Mitgliedern und Heimatfreunden aus dem ganzen Murgtal machten im Spätsommer 2004 die Inbetriebnahme der neu gebauten Ebet-Mühle möglich. Damit wurde 200 Meter vom einstigen Mühlenstandort entfernt eine uralte Tradition wiederbelebt.

Seither "klappert" das "Heimatwerk" am Mühlweg am Fuße des Ebet-Tales und neben dem Ebet-Bächle vorrangig zu Vorführzwecken. Dass Kinder gänzlich unbefangen Interesse an altem Brauchtum zeigen, demonstriert an diesem Nachmittag beherzt Klein-Emil. Ein zweijähriger Knirps voller kindlicher Neugier, den "klappernde" Mühlengeräusche gewiss nicht schrecken. An der Hand seiner Mama stapft er zielstrebig die schmale Holztreppe hinauf. Zu den bunten Laubsägeausgaben von "Max und Moritz" an der hinteren Mühlenwand zieht es den kleinen Kerl jedoch nicht. Mit deren Lausbubenstreichen hat er in diesem zarten Alter noch keine Bekanntschaft gemacht.

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