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Statt ruhige Kugel einmal um die Erdkugel
07.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gaggenau - Eines kann Christian Thalacker gewiss niemand vorwerfen: dass der Bad Rotenfelser seit dem vorgezogenen Ruhestand im Mai 2012 eine ruhige Kugel schob. "Jährlich fahre ich zwischen 7000 und 10000 Kilometer, so dass ich in den fünf Jahren meines Unruhestands bereits über 40000 Kilometer gefahren bin und damit quasi einmal den Umfang der Erdkugel umrundet habe", unterstreicht der 65-Jährige.

Mit seiner "großen Liebe" beschäftigt sich Thalacker sogar im Winter - dann arbeitet er die langen Sommertouren auf: Aufwendig gestaltet der passionierte Radfahrer Bände mit zahllosen Fotos, Landkarten und täglichen Informationen zu den bestandenen Abenteuern. Stolze 232 Seiten umfasst sein Erstlingswerk, das von der "Deutschland Habe fertig Tour" im Juni und Juli 2012 kündet. Zusammen mit Bruder Bernhard Thalacker startete er direkt nach der Frührente zur großen Deutschland-Umrundung über Rheinland-Pfalz und das Saarland in den hohen Norden. Achteinhalb Wochen dauerte diese. "Auf dem Fahrrad nimmt man sich mehr Zeit und sieht, wie schön eigentlich Deutschland ist", bricht Christian Thalacker eine Lanze für die Fortbewegung per eigener Muskelkraft.

Ausgerechnet auf den letzten der 4437 Kilometern verfuhren sich die Brüder, erzählt Thalacker lachend - doch in Greffern wies ihnen ein freundlicher Einwohner den Weg zurück ins heimische Murgtal ...

Aber nicht nur deswegen hat der Vorsitzende der Tischtennisgemeinschaft (TTG) Bischweier noch bessere Erinnerungen an die Bayern-Tour 2013. "Die war toll. Ich fuhr über den Schwarzwald nach Donaueschingen und dann den ganzen Donauradweg hinab bis Passau. Zurück ging es vom Königssee über den bekannten Fernweg zum Bodensee und danach über den Feldberg wieder nach Hause. Diese Tour ging über knapp 2000 Kilometer", verzichtete Thalacker ohne den fünf Jahre älteren Bruder und seine Ehefrau Karin auf einen weiteren zweimonatigen Parforceritt. Kontakte knüpfte er aber auch so: "In Baden erschrecken die Leute, in Bayern kann sich jeder an den Stammtisch setzen und kommt ins Gespräch mit den Einheimischen", erinnert sich der einstige Einkaufsleiter bei Casimir Kast allzu gerne an die "schönen Städtchen, Seen, Berge und die Biergarten-Kultur" im gemütlichen Freistaat.

Seit 2014 ging es jedes Jahr für rund zwei Wochen nach Rheinland-Pfalz. Der ehemalige Marathonläufer, der nach elf Jahren Pause 2010 wieder umsattelte auf das Rennrad und dann wegen eines Bandscheibenvorfalls auf ein Trekkingrad wechselte, fuhr dort "die Flüsse rauf und runter". Weil die Pfälzer "aus den alten Bahnstrecken die Gleise rausrissen und Radwege daraus machten, kann man sehr angenehm fahren, auch angesichts der moderaten Steigungen von drei bis vier Prozent", schwärmt Thalacker von den "Landschaften von Hundsrück, Eifel und Westerwald. Sie begeisterten mich ein ums andere Mal. Die bekannten Radwege an der Mosel, Saar, Ahr, Nahe, Lahn und natürlich am Rhein sind hervorragend ausgebaut und beschildert".

Zum Auftakt hatte der Tischtennisspieler eine Woche lang die "wunderschönen Radwege der Südpfalz" erkundet, ehe ihn die Touren 2015 und 2016 dann weiter nördlich führten. "Aber auch kleinere Radwege wie zum Beispiel an der Kyll und der Prüm sind durchaus eine Reise wert", betont der 65-Jährige, der bereits insgesamt 2700 Kilometer durch Rheinland-Pfalz strampelte - aber trotzdem "noch nicht alle größeren Radwege befahren hat". Den einzigen Luxus, den sich Thalacker auf den Strecken gönnt, sind Übernachtungen in Hotels und Herbergen. "Ich bewundere Radfahrer, die mit dem Zelt touren", gesteht er - kann sich aber derlei nicht für sich selbst vorstellen. "Ich brauche ein Dach über dem Kopf und eine Dusche."

Auf die Hornisgrinde wegen des Kuchens

Zur Vorbereitung begibt sich der Rotenfelser auch auf heimisches Terrain. Seine Lieblingsstrecken sind die "Tour de Murg" und der Pamina-Radweg auf den Dämmen entlang. "Zudem fahre ich mehrmals im Jahr auf die Hornisgrinde, um dort die Aussicht und den guten Kuchen zu genießen."

Welche Tour die außergewöhnlichste für ihn war? Die Frage kann Christian Thalacker trotz des Blicks in seine drei Reisebände nicht eindeutig beantworten: "Es waren alles schöne Touren, die man nicht miteinander vergleichen kann." Jedenfalls begibt er sich im Sommer wieder in einen Freistaat: diesmal aber nicht nach Bayern, sondern nach Sachsen. "Da kam ich ja 2012 schon mit meinem Bruder Bernhard durch und da will ich mich heuer etwas intensiver umschauen", kündigt der fanatische Radfahrer an.

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