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"Ansteckend wie ein Virus"
BT-Redakteur Stephan Juch warnt im Gespräch mit Moderatorin Bettina Köster vor zu euphorischen Erwartungen an das Projekt.  Foto: Metz
08.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gaggenau - "Ich bin ein Sofa-Hocker", gesteht Joachim Fischer und plädiert dennoch im Deutschlandfunk für mehr Bewegung. Um die eigene Bequemlichkeit zu überwinden, seien soziale Kontakte wichtig, denn "wenn Freunde Sport treiben, ist die Wahrscheinlichkeit um 50 Prozent höher, dass ich auch mitmache. Das haben wir bisher viel zu wenig beachtet", will der Professor Spaß und Freude auf eine breitere Basis stellen.

Der Deutschlandfunk machte gestern in Gaggenau Station. Wegen des wechselhaften Wetters wurde die Livesendung "Länderzeit vor Ort" vom Marktplatz in den Eingangsbereich des Rathauses verlegt. Von 10.10 bis 11.30 Uhr rückte Moderatorin Bettina Köster die kommunale Gesundheitsstrategie in den Mittelpunkt. Unter dem Titel der Sendung "Gesünder altern in Gaggenau - Eine Kleinstadt als Forschungslabor für optimale Lebensbedingungen" stellte Fischer ein mit 1,05 Millionen Euro gefördertes wissenschaftliches Konzept zusammen mit Oberbürgermeister Christof Florus im Detail vor.

Zudem erzählten mehrere Murgtäler wie Peter Koch von der Gaggenauer Altenhilfe, Barbara Fischer als geschäftsführende Schulleiterin oder die ehrenamtlich engagierte Gaggenauerin Jutta Walter von ihren Engagements. Stefan Hauer betonte als Personalchef der Firma Maisch, dass sein Unternehmen natürlich den 412 Mitarbeitern weniger anbieten könne als das große Benz-Werk. Durch die Kooperation mit einem Fitnessstudio oder einem "Job-Rad"-Leasingangebot unterstütze das Protektorwerk "aber gerne" die Aktion.

Wolfgang Binnig berichtete bei mehreren Einspielungen in der 80-minütigen Sendung von seinen Erfahrungen als Bürgermeister von Michelfeld. Deren Projekt in der 3800-Seelen-Gemeinde bei Schwäbisch Hall zeige nach sieben Jahren Wirkung. "Auch Kinder, die aus benachteiligten Ecken kommen, werden beim Umgang mit dem Ball und dank mehr Sport ebenso im Mathe-Unterricht der dritten Klasse besser", erzählten Binnig wie Joachim Fischer.

Stephan Juch war als stellvertretender Leiter der BT-Lokalredaktion Murgtal ebenfalls am Mikro. Er betonte, dass es wichtig sei, viele in der Stadt einzubinden, weil sich ansonsten eine Entwicklung wie einst in Forbach anbahnen könne: "Beim Projekt ,Lebensqualität durch Nähe' war die Euphorie auch erst sehr groß, ehe es im Sande verlief."

Die Warnung griffen die Teilnehmer des Radio-Gesprächs mehrfach auf. "Wenn nur eine Kindergärtnerin für mehr Sport und gesunde Ernährung sorgt, wird es wie in Forbach laufen", bestätigte Professor Fischer und setzte fort, "wenn wir aber alle einbinden, sorgt das Projekt auch für zwei gute Jahre mehr bei den Gaggenauern; dann ist es ansteckend wie ein Virus." Der Wissenschaftler von der Uni Heidelberg verwies gegen Ende der Sendung auf das längste Gesundheitsprojekt in Finnland, vor dem die Menschen in Nordkarelien einst die höchste Herzinfarktrate in ganz Europa hatten - "nach 30 Jahren und Veränderung der Gewohnheiten haben sie eine der niedrigsten". Florus hörte gerne von der Entwicklung und sieht Gaggenau nicht nur gerüstet, weil 16000 der rund 30000 Einwohner Mitglied in Sportvereinen seien.

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