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"Wir müssen Gernsbach neu aufstellen"
Bekannt durch sein Engagement für die Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach: Stefan Freundel. Foto: pr
09.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Paukenschlag im Bürgermeisterwahlkampf: Stefan Freundel, der bisherige Sprecher der Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach, bewirbt sich um die Nachfolge von Dieter Knittel. Am heutigen Freitag, drei Tage vor Bewerbungsschluss, wird er seine Unterlagen im Rathaus abgeben, kündigt Freundel auf BT-Anfrage an.

Lange habe er sich Gedanken gemacht, ob er seinen Hut in den Ring werfen soll. Letztlich seien die Erfahrungen, die er durch sein Engagement für eine Entgiftung des Pfleiderer-Areals gesammelt hat, mit ausschlaggebend gewesen: "Ich habe in den vielen Gesprächen mit den Bürgern gemerkt, das ist etwas für mich", erklärt der 49-Jährige: "Ich bringe die notwendige Erfahrung mit und die Motivation, die Dinge etwas anders zu machen."

Stefan Freundel ist in Frankfurt am Main geboren und in der Stadt Dreieich (Landkreis Offenbach) aufgewachsen. Nach dem Abitur führte den Hessen der Weg an die Hochschule Darmstadt, wo er sein Studium als Diplomelektroingenieur in der Fachrichtung Automatisierungstechnik abschloss. Es folgte eine Zeit als Selbstständiger im Bereich Softwareentwicklung, ehe Freundel 1999 zur Firma Intel wechselte, wo er bis 2017 auf verschiedenen Positionen tätig war. Intel entwickelt und produziert die grundlegenden Techniken, die weltweit die Basis für Computer bilden. Als der US-amerikanische Halbleiterhersteller im Dezember 2000 ein Büro in Karlsruhe eröffnete, kam Freundel, der über viel Auslandserfahrung verfügt, ins Murgtal: "Ich habe eine Wohnung gesucht, bin nach Gernsbach gefahren und dachte sofort: Hier gefällt's meiner Frau - es war Liebe auf den ersten Blick", erinnert sich der vierfache Familienvater an seine erste Begegnung mit der Papiermacherstadt.

Die will Freundel künftig mit einem anderen Stil führen: "Ich denke, wir müssen Gernsbach neu aufstellen, die Stadt nicht nur verwalten, sondern motivieren und gestalten." Dazu benötige man Mut und Entschlossenheit: "Wir haben mit der Bürgerinitiative gezeigt, was möglich, was machbar ist. Diesen Spirit und diese Vision vom Aufbruch möchte ich gerne weitertragen." Freundel betont, dass er sich als unabhängiger Kandidat bewirbt.

Als Sprecher der Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach steht er nicht mehr zu Verfügung, auch wenn er natürlich nach wie vor voll hinter den Zielen stehe. Das Bürgerbegehren wurde gestern eingereicht, die meiste Arbeit sei damit vorerst getan. Als Bürgermeisterkandidat wolle Freundel nicht nur auf dieses Thema festgelegt werden, auch wenn es eins der bedeutendsten sei für die weitere Entwicklung der Stadt.

Einen wesentlichen Aspekt seiner kommunalpolitischen Arbeit sieht der fast 50-Jährige auch in der Stärkung der Stadtteile. "Die dürfen nicht durch Zentralisierung von der Lebensader abgeschnitten werden", erklärt Freundel und nennt das Projekt Dorfleben Staufenberg als positives Beispiel für eine solche Entwicklung. Dieser stünden die geplanten Lebensmittelmärkte auf dem Pfleiderer-Areal entgegen, weshalb er diese ablehnt.

Welche weiteren Vorstellungen und Ideen der dritte Bewerber um den Chefsessel im Gernsbacher Rathaus mitbringt, das können die Bürger in den nächsten Wochen erfahren. Freundel werde sich in allen Stadtteilen vorstellen, einen kurzen, knackigen Wahlkampf unter dem Motto "Stadt der kurzen Wege" führen.

Der Vater von drei Söhnen und einer Tochter, der aktuell bei der Firma Sysgo in Mainz angestellt und dort schwerpunktmäßig für den Bereich automatisiertes Fahren zuständig ist, möchte für die Gernsbacher eine echte Alternative bieten - auch im Sinne einer demokratischen Wahl. "Ich bin jemand, der kritisch nachfragt", sagt Freundel über sich selbst: "Ein gesundes Bauchgefühl ist für mich wichtig, aber auch ob eine Planungs- und Argumentationskette schlüssig ist."

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