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Erleichterung nach nervenaufreibendem Endspurt
10.06.2017 - 00:00 Uhr
Gernsbach - Nach 25 Jahren in der untersten Liga hat der Fußball-Club Gernsbach am Pfingstsamstag sein Meisterstück perfekt gemacht. Der Aufstieg von der Kreisliga B in die A-Klasse ist der sportliche Höhepunkt einer kontinuierlichen, positiven Entwicklung im Verein, die nicht zuletzt mit dem Vorsitzenden Thorsten Bach zusammenhängt. Mit ihm sprach BT-Redakteur Stephan Juch.

Interview

BT: Herr Bach, nach Jahrzehnten in der sogenannten Bauern-Liga hat es der FC Gernsbach endlich geschafft, aufzusteigen. Wie fühlt sich das an?

Thorsten Bach: Zum einen ist immer noch eine Riesenfreunde da, zum anderen ist es aber auch eine gewisse Erleichterung, dass wir den Vorsprung vor Bietigheim über die Ziellinie retten konnten. Die letzten Wochen waren, was das angeht, schon enorm nervenaufreibend.

BT: Es war die erste komplette Saison auf dem neuen Kunstrasenplatz. Welchen Anteil am sportlichen Erfolg hat dieses Großprojekt des FCG?

Bach: Der neue Platz hat für mich neben der Trainerverpflichtung und den neuen Spielern, die kamen, einen wesentlichen Anteil am Erfolg. Hier konnte unser Trainer Jasmin Ibric den Fußball spielen lassen, den er bevorzugt, frei nach dem Motto "Ball flachhalten". Dies sieht man auch an der makellosen Bilanz von 13 gewonnenen Heimspielen.

BT: Für einen Verein Ihrer Größenordnung ist es alles andere als selbstverständlich, einen solchen Platz größtenteils selbst zu finanzieren. Was war dafür notwendig, was mussten die Mitglieder leisten und wie ist der Stand der Dinge?

Bach: Neben den Eigenleistungen, die von einem kleinen Teil der Mitglieder beim Abtragen des Hartplatzes und beim Kabinenumbau erbracht wurden, haben wir auf der letztjährigen Jahreshauptversammlung den Mitgliedsbeitrag erhöht. Dies allerdings in einem sehr moderaten Rahmen. Auf eine Umlage haben wir verzichtet, da wir die "passiven Mitglieder" nicht zusätzlich mit dem Platzumbau belasten wollten. Den größten Anteil der Gesamtsumme, neben den Zuschüssen, konnten wir über Spenden und Eigenkapital aufbringen.

BT: Es gab ein großes Kommunalpolitisches Hickhack, bis Sie endlich grünes Licht hatten für den neuen Platz. Ist der schnelle sportliche Erfolg eine besondere Genugtuung?

Bach: Der schnelle Erfolg war meines Erachtens extrem wichtig. Die Platzsituation war ja immer ein Argument, dass Spieler uns verlassen haben oder nicht zu uns wechseln wollten, obwohl sie das Potenzial in der Mannschaft sahen. Darauf haben wir ja auch immer in den Verhandlungen bezüglich des Umbaus hingewiesen. Umso wichtiger war es jetzt, dass auch der sportliche Erfolg hinzugekommen ist. Ich möchte mir nicht ausmalen, was geredet würde, wenn wir weiter um Platz fünf bis acht gespielt hätten.

BT: Staufenberg bekommt jetzt auch einen neuen Kunstrasen als Trainings- und Ausweichplatz. Im Gegensatz zum FCG ging diese Entscheidung nahezu geräuschlos über die Bühne. Finden Sie das gerecht?

Vorrangiges Ziel:

Verbleib in Kreisliga A

Bach: Hierzu habe ich eine klare Meinung und zu dieser stehe ich auch. Diese hat, das möchte ich aber klarstellen, nichts mit dem SV Staufenberg zu tun, sondern rein mit der Art und Weise, wie man mit uns umgegangen ist und wie manche Gemeinderäte jetzt ohne großes politisches Tamtam einer Bürgschaft, die bei uns nie im Gespräch war, zustimmen. Uns ist man vier Jahre unter anderem mit Argumenten, die den demografischen Wandel betreffen, entgegengetreten.

Hier argumentiert man jetzt, dass man beim FC Gernsbach ja auch einem Bau zugestimmt habe und auch Gelder aus der Vereinsförderung geflossen sind. Man vergisst aber, dass es sich bei uns um den Umbau des einzigen Platzes gehandelt hat und nicht um einen Zweitplatz. Und vor allem wird das Thema fehlender Nachwuchs jetzt komplett unter den Teppich gekehrt.

BT: Wie geht es weiter mit dem FCG, was für Ziele - sportlich und strukturell - setzt sich der Verein jetzt?

Bach: Das vorrangige Ziel für die kommende Runde ist der Verbleib in der Kreisliga A. Es wäre vermessen, jetzt schon wieder größere Ziele auszugeben. 25 Jahre in der Kreisliga B haben uns auch ein wenig demütig werden lassen. Klar hat der FC Gernsbach glorreichere Zeiten hinter sich, aber die Wirklichkeit sieht nun mal so aus, dass wir die letzten Jahre in der umgangssprachlichen "Bauernliga" gespielt haben.

Strukturell wollen wir uns in der Verwaltung noch breiter aufstellen, was uns in der letzten Jahreshauptversammlung ja schon teilweise gelungen ist. So sind einige junge, teilweise auch noch aktive Spieler in den Verwaltungsrat eingezogen.

BT: Sind die Aufstiegsfeierlichkeiten jetzt abgeschlossen oder hat der Verein noch was vor?

Bach: Das Pfingstwochenende hat sich natürlich zum Feiern angeboten. Das Sportfest in Obertsrot oder auch das Pfingstturnier des Hockey-Clubs waren klar definierte Ziele, um zu feiern. Speziell der Empfang beim Hockey-Club hat mich als ehemaligen Hockeyspieler extrem gefreut. Den Abschluss unserer Aufstiegsparty werden wir an diesem Wochenende in Düsseldorf vollziehen. Danach ist Schluss mit Feiern und wir genießen die Pause, bevor am 9. Juli die Vorbereitung auf die kommende Kreisliga-A-Saison beginnt.

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