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Gespickt mit großen Gefühlen
Gespickt mit großen Gefühlen
12.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Ach ja, die biblischen Figuren! Manche von ihnen sind vertraut, bei manchen Namen muss man erst bei Google nachsehen, bis man sich erinnert. Die Erinnerung aber fällt umso leichter und ist umso schöner, wenn ganz junge Leute derartige biblische Stoffe auf ihre eigene Weise begeisternd und so mitreißend in einem Konzerterlebnis thematisieren.

Im vergangenen Jahr mit "Petrus superstark", ein Jahr zuvor mit "Petrus der Jünger", 2014 mit "Nehemia", bringen in diesem Jahr 37 regionale Adonia-Projektchöre ein neues Musical deutschlandweit zur Aufführung. Diesmal also "Josef". Kein Wunder, dass der Lieblingssohn des Stammvaters Jakob, der von der Allmacht über seine Brüder und die Eltern träumt, sich den Hass und sogar Mordpläne seiner zwölf Brüder zuzieht. Glück für ihn, dass er dank einer vorbeiziehenden Karawane als Sklave nach Ägypten gelangt. Und noch mehr Glück, dass er nach einem wunderbaren Karrierestart dort während eines unverdienten Gefängnisaufenthalts Berühmtheit als Traumdeuter erlangen kann. Auch dem Pharao sagt er, entsprechend göttlicher Eingebungen, sieben Jahre Überfluss und sieben Jahre Hungersnot voraus. Daraufhin wird Josef von diesem zum Vizekönig erhoben, um die vorausgesagte Katastrophe zu managen.

Während der später tatsächlich weltweit eingetretenen Not kommt es nach Prüfungen zur Versöhnung mit seinen Brüdern, den Eltern und der Großfamilie in Ägypten.

Dieser alttestamentarischen Geschichte widmete sich der Verein "Adonia" und kreierte ein Musical, gespickt mit großen Gefühlen und ganz besonderer Stimmung. Den mehr als 70 Jugendlichen aus Baden-Württemberg im Alter von zwölf bis 19 Jahren gelang es nun schon zum zehnten Mal, durch ihre Aufführung in der Gernsbacher Stadthalle biblische Themen vom Staub zu befreien und zu Klassikern zu machen. Klassiker sind diese Aufführungen nicht, weil die Themen alt sind, sondern weil sie auch heute noch passen. Das Anliegen des Projekts, das von der Christuskirche organisiert und von allen Gernsbacher Kirchengemeinden getragen wird, ist es, mit der Form des Musicals die musischen Fähigkeiten der Jugendlichen zu fördern und im Glauben zu stärken. Und wieder einmal gelang dem gesamten Ensemble eine Symbiose aus Chorgesang, Livemusik, Pantomime, Tanz und Schauspiel.

Absoluten Vorrang hat neben der Vermittlung christlicher Werte auf die lockere Art die Verquickung von Vergangenheit und Gegenwart. Was den historischen Stoff auch heute noch für Jugendliche nachvollziehbar macht, sind vertraute Gefühle wie Neid, Rache, Schmerz, Eifersucht, Hass und schließlich die Überwindung von Eigennutz zum Vorteil der Gemeinschaft.

Zuschauer stimmen bei "Happy Birthday" ein

Die Vorstellung faszinierte mit poetischen Bildern, Lichteffekten, farblich wechselnder Beleuchtung, jugendgemäßer Sprache in den Dialogen und einem Projektchor, der seinen Bewegungsdrang als choreographisches Gestaltungselement nutzte. Die Homogenität der meist etwas im Hintergrund agierenden Chormitglieder signalisierten die unterschiedlichen Shirts in Blautönen mit dem großen A darauf, der Hauptakteur indes geriet anfangs mit seinem auffallenden Fußballer-Trikot, später in je nach Musicalinhalt wechselnder Bekleidung immer wieder ins Rampenlicht. Das Ganze begann mit den Glückwünschen seiner Brüder, in die auch die Zuschauer mit "Happy Birthday" gerne einstimmten. Quirin Leistner in der Rolle des Josef spielte mit unterschiedlichen Facetten: zuerst aufmüpfig, rechthaberisch allein, später seherisch und nachdenklich bis hin zu weise. In kleineren Rollen konnten sich sowohl seine Brüder und auch die anderen Darstellerinnen und Darsteller bei diesem großen Auf und Ab der Gefühle mit beeindruckendem Gesang oder mitreißender Livemusik, aber auch mit begeisternden Tanzszenen bestens in Szene setzen. Das Publikum belohnte die Vorstellung mit sehr viel Applaus.

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