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Von Bettlern, Steinbrechern und Schwimmbad-Aktivisten
Auch die Sulzbacher Hochzeitswiese ist Teil des Rundgangs durch das ehemalige Steinbrecherdorf.  Foto: Hegmann
12.06.2017 - 00:00 Uhr
Gaggenau (hap) - Er ist zwar ein Ottenauer, aber mit Leib und Seele inzwischen ein Sulzbacher: Ortsvorsteher Artur Haitz hatte am Samstag zu einem Dorfrundgang eingeladen und unterhielt die Teilnehmer auf dem Weg mit vielen geschichtlichen Hintergrunddaten zu den jeweiligen Haltepunkten.

Der Start war am Dorfbrunnen, wo Haitz die ersten Jahreszahlen zur Geschichte des Dorfes parat hatte. Ursprünglich eine Gründung der Ebersteiner, gelangte der Weiler im zwölften Jahrhundert durch eine Stiftung des Grafen Berthold IV über das Zisterzienserkloster Herrenalb in den Besitz des Klosters Frauenalb. Mit zehn weiteren Klosterdörfern, überwiegend im Albtal, musste Sulzbach somit durch Abgaben für das wirtschaftliche Überleben des Klosters sorgen. Dabei hatte die jeweilige Äbtissin einen großen Einfluss auf ihre Dörfer. Wie eine Urkunde von 1643 belegt, hatten die Ortsoberhäupter immer wieder ihre Ergebenheit zu bekunden.

Die älteste noch erhaltene Bausubstanz in einem Sulzbacher Gebäude stammt aus dem Jahr 1687. Nach der Säkularisierung der rechtsrheinischen Gebiete ging Sulzbach 1803 an das Haus Baden über. Die größte Einnahmequelle für die Sulzbacher war zu dieser Zeit der Wald. Da der Großherzog diesen nun als seinen Privatbesitz betrachtete, durften die Sulzbacher ihn nicht mehr wirtschaftlich nutzen.

Es wird in der Folgezeit aus verschiedenen Berichten immer wieder ersichtlich, dass dadurch große Armut in Sulzbach geherrscht haben muss. Aus weiteren Dokumenten zitierte der Ortsvorsteher zum Beispiel, dass der Oberamtmann 1857 das Betteln der Sulzbacher in der Umgebung verboten hat. Auch bei der Besichtigung der Pfarrkirche St. Anna konnte Haitz mit vielen historischen Daten und Fakten aufwarten. Ebenso beim weiteren Haltepunkt vor der neuen Schule. Dort wurde aus Briefwechseln ersichtlich, dass das frühere Leben eines Lehrers, der zum Teil bis zu 140 Kinder in einem Schulraum unterrichten musste, kein Zuckerschlecken war. Heute hingegen verfüge Sulzbach über eine moderne Grundschule und eine gute kulturelle Infrastruktur.

Das Neubaugebiet werde inzwischen immer mehr von jungen Familien in Anspruch genommen. Weiter ging es an der Hochzeitswiese und am neuen Friedhof vorbei zum Wasserwerk. Auf dem weiteren Weg, "hintenherum" von Sulzbach, folgten Erklärungen zu den aufgegebenen Steinbrüchen, die im 19. Jahrhundert Sulzbacher Männern Arbeit und damit Einkommen ermöglichten. Während der weiteren Runde durch Wiesen, die von Schafen und Ziegen freigehalten werden, wurde als Überraschung naturtrüber Apfelsaft aus den Murgtalwerkstätten der Lebenshilfe ausgeschenkt. Die dabei verarbeiteten Äpfel stammen von Streuobstwiesen im vorderen Murgtal. Der Rundgang endete beim örtlichen Schwimmbad. Es wird von einem Verein bereits im elften Jahr betrieben und ist der ganze Stolz der Einheimischen, die sich aktiv für die Erhaltung einsetzen, freute sich der Ortsvorsteher. Hier gab es am Kiosk die Möglichkeit, sich für den weiteren Weg zu stärken. Da die Führung immer kostenlos angeboten wird, fiel nach einer Sammlung unter den Teilnehmern eine kleine Spende für das Schwimmbad ab.

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