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Übernahme eines "schönen Kristalls"
Der findige Ingenieur Walter Rieger (links) übergibt seine maßgeschneiderten Lösungen und Sensoren an Matthias Burster.  Foto: Metz
13.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - "Der ausgewogene Deal ist eine einmalige Chance für uns", glaubt Matthias Burster, auch wenn er keine Garantie sieht, dass "es etwas wird". Die Burster Präzisionsmesstechnik in Scheuern übernimmt Rieger Sensortechnik. Chef Walter Rieger ist 62 Jahre alt und wollte zeitig die Zukunft seiner knapp zehn Mitarbeiter auf dem Baden-Airpark sichern.

"Es ging am Schluss schneller als gedacht. Im Januar begannen die Verhandlungen, jetzt wurden wir uns einig. Oft dauert das ja ein, zwei Jahre", zeigt sich Rieger selbst überrascht, so urplötzlich nur noch als Berater zu agieren. Die beiden Unternehmer wurden sich aus zwei Gründen rasch handelseinig: Zum einen arbeitete Rieger als Ingenieur Anfang der 80er Jahre bei Burster und entwickelte erste Kraftsensoren. "Zwei Typen von damals laufen noch immer und seitdem haben wir Zehntausende davon verkauft", verweist Matthias Burster auf die nahezu unveränderten Klassiker. Zum anderen half Rieger Sensortechnik gerne aus, als Burster vor drei Jahren einen "unglaublichen Auftrag mit Wahnsinns-Stückzahlen" erhielt, den die GmbH&Co. KG auf die Schnelle nicht alleine ausführen konnte, erzählt Burster. "Wir holten damals sogar Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück", erinnert sich Rieger.

Zur Höhe des Kaufpreises schwiegen beide gestern. "Es war kein Schnäppchen. Rieger Sensortechnik hatte vernünftige Erträge", verrät Burster nur und ergänzt, dass der Messtechnik-Spezialist aus dem Murgtal auch diese Übernahme aus "eigenem Kapital stemmte". Die Scheuerner machen mit rund 200 Mitarbeitern (inklusive Dependancen im Ausland) etwa 20 Millionen Euro Umsatz im Jahr, Rieger Sensortechnik brachte es zuletzt auf eine Million Euro.

Trotz des kleinen Zukaufs sieht Matthias Burster "viele Synergien" und Potenzial, um von der "starken Automotivlastigkeit" wegzukommen und "in anderen Bereichen einen Fuß in die Tür zu bekommen". Obwohl der Name Rieger untergeht, sollen die bisherigen wie Neukunden durch die Bekanntheit der Rheinmünsteraner im Anlagen- und Maschinenbau angesprochen werden. Rieger Sensortechnik hat zum Beispiel mehrere prestigeträchtige Projekte mit dem KIT in Karlsruhe vorangebracht. Vor allem aber ist das Unternehmen vom Baden-Airpark - anders als Burster - ein Spezialist für individuelle Lösungen. "Wir sind eine Manufaktur", sagt Rieger. Mangelt es bei Robotik, Automation oder Medizintechnik an Standardlösungen für die Maschinen, entwickelte Rieger mit seinem Team maßgeschneiderte Lösungen.

Diese Expertise will Burster nutzen, um künftig alles aus einer Hand anbieten zu können. "Der Kunde will, dass das gesamte Paket stimmt", weiß der 58-Jährige und setzt auf seinen "guten Außendienst", von dem künftig ebenso die Produkte der aufgelösten Firma Rieger profitieren sollen. Weil Burster Präzisionsmesstechnik am Stammsitz in Scheuern "aus allen Nähten platzt", sieht der Firmenchef dank des Zukaufs die Chance zur Erweiterung auf dem Baden-Airpark - und zudem Aussichten, neue Mitarbeiter fern des "abgeschotteten" Murgtals (etwa aus dem Elsass oder dem Raum Bühl) zu gewinnen.

Angesichts all der Vorzüge schwärmt Matthias Burster, Rieger Sensortechnik sei "ein schöner Kristall, den wir entwickeln wollen".

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