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Kein typischer All-inclusive-Urlaub
16.06.2017 - 00:00 Uhr
Von Dennis Fettig

Gaggenau - Der Motor der Mercedes S-Klasse W126 schnurrt wie ein Kätzchen, als Florian Proft den Zündschlüssel umdreht. Weit mehr als 100 Arbeitsstunden hat er zusammen mit seinem Freund Marcel Wiedmann und dessen Schwiegervater in spe in das Gefährt Baujahr 1990 gesteckt, das immerhin schon 315000 Kilometer auf dem Tacho hat. In den kommenden 16 Tagen kommen noch einmal rund 7500 Kilometer obendrauf - als Rallye-Wagen beim "Baltic Sea Circle 2017".

Zehn Länder werden bei der "nördlichsten Rallye des Erdballs" rund um die Ostsee durchquert - Startschuss ist am morgigen Samstag in Hamburg. Bereits zum siebten Mal findet dieses Event statt.

Eine Grundvoraussetzung zur Teilnahme an solch einem Trip sei gewiss eine gehörige Portion Abenteuerlust. "Wir sehen es als Erlebnis. Es ist eben nicht der typische All-inclusive-Urlaub", erläutert Rebecca Maute die Beweggründe. Zusammen mit ihrem Freund Proft und Wiedmann bildet sie das Team "Sisters of no mercy" - in Anlehnung an einen Trash-Film der 90er. Bei einer Facebook-Freudin habe die 32-Jährige Bilder einer derartigen Veranstaltung gesehen und sei direkt angefixt gewesen: "Ich fand's megacool!" Als begeisterte Rucksackurlauber waren auch die beiden gebürtigen Hauenebersteiner Proft und Wiedmann sofort Feuer und Flamme. So meldeten sich die Drei Ende September 2016 für die Rallye an, seitdem laufen die Vorbereitungen.

Eine Regel des Veranstalters: Der Pkw muss mindestens 20 Jahre auf dem Buckel haben und darf nicht mehr als 2500 Euro kosten. Beide Kriterien erfüllt der Mercedes, auch wenn viele Teile ausgetauscht werden mussten, konstatiert Proft. "Jetzt haben wir ihn in einem Zustand, dass er auf jeden Fall durchhalten kann", schmunzelt der 35-Jährige. Ein Freund spendierte die Rallye-Folierung, die den alten Oberklassewagen auch optisch in einen Hingucker verwandelt hat. Zudem installierten sie einen Dachgepäckträger mit zwei Scheinwerfern und einer Fanfare als Hupe. Einzig der CB-Funk machte zuletzt noch Probleme.

Ein weiteres Ziel der Rallye ist aber auch zu helfen: "Nebenbei tun wir mit der Teilnahme noch was Gutes", erklärt Maute. Denn jedes der 251 Teams ist verpflichtet, Spenden in Höhe von mindestens 750 Euro zu sammeln. Diesen Betrag haben die drei Freunde längst erreicht: Knapp 1200 Euro sind bereits zusammengekommen. Zudem eine Reihe an Sachspenden von diversen Unternehmen - unter anderem 41 Paar Sportschuhe, berichtet Maute erfreut. Sämtliche Spenden gehen an zwei ausgewählte Charity-Partner der Gruppe: Dem Freundeskreis Palliativ Kinder mit Sitz in Baden-Baden sowie der Meeresschutzorganisation "Deepwave". Bis zum Zieleinlauf in Hamburg am 2. Juli kann noch weiter gespendet werden. "Die Reise, das Fahrzeug und alle weiteren anfallenden Kosten tragen allerdings wir", betont Proft.

Doch nicht nur der Spaß stehe bei der Rallye im Vordergrund, erklärt Wiedmann. "Es gibt auch eine Punktewertung." Am Start gibt es ein Roadbook mit den genauen Tourdaten. Navis sind verboten, Autobahnen tabu. Im Roadbook seien Aufgaben enthalten, die es zu lösen gilt, erläutert der Rotenfelser. Wer die meisten Punkte sammelt, darf im nächsten Jahr umsonst an den Start gehen. Die "Sisters of no mercy" treten allerdings ohne Sieges-Ambitionen an. Wichtiger sei die Erfahrung an sich und "der Spaß an der Freude", sind sich die drei Freunde einig.

Einen Plan B, falls sie unterwegs eine Panne haben und es nicht rechtzeitig bis in die Hansestadt schaffen, gibt es übrigens nicht. "Ich muss am 4. Juli wieder arbeiten", witzelt Maute. Auch was mit dem Mercedes nach der Tour passiert, steht noch in den Sternen. Die Männer haben ihn bereits ins Herz geschlossen. "Wenn er sich gut anstellt, darf er bleiben", liebäugelt Proft.

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