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Zugunglück in Meerbusch: Lokführer erhielt Fahrauftrag
Zugunglück in Meerbusch
07.12.2017 - 12:17 Uhr
Meerbusch (dpa) - Vor dem Zugunglück von Meerbusch hat der Lokführer der Regionalbahn einen Fahrauftrag erhalten, obwohl die Strecke noch nicht frei war. «Damit durfte er weiterfahren», sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen in Bonn der dpa.

Ein Fahrauftrag hebe ein Halte-Signal auf.

Das bedeute aber noch nicht, dass das Unglück auf einen Fehler der Fahrdienstleitung zurückgeht. «Auch technische Ursachen sind noch möglich», sagte der Sprecher und bat um Geduld. «Wir rekonstruieren das Ereignis im Ist-Ablauf. Das kann lange dauern.»

Inzwischen stehe zudem fest, dass der Güterzug, auf den der Personenzug aufgefahren war, gerade wieder angefahren war. Er hatte zuvor das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof Meerbusch-Osterath erhalten. Dadurch sei der Aufprall gemildert worden.

50 Menschen waren bei dem Unglück am Dienstagabend verletzt worden, neun von ihnen schwer. Die Strecke bei Neuss ist weiterhin gesperrt. 173 Menschen - darunter auch die Verletzten - mussten in dem Zug lange ausharren, bis die Gefahr einer herabgerissenen Oberleitung mit 15.000 Volt Hochspannung gebannt war.

Unterdessen sind die Räumungsarbeiten an der Unfallstelle fortgesetzt worden. Mit einem Spezialkran werden nach Angaben der Deutschen Bahn die entgleisten und umgestürzten Waggons geborgen. Auch Teile der Oberleitung würden abgebaut. Bei den Arbeiten sei der anvisierte Zeitplan bisher eingehalten worden, sagte eine Sprecherin der Bahn.

Erst wenn die Arbeiten abgeschlossen seien, lasse sich beurteilen, welche Schäden am Gleisen, Gleisbett und Oberleitung entstanden seien. Dann könne auch entschieden werden, wann die Strecke wieder in Betrieb genommen werden könne.

Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, forderte mehr Investitionen in die Bahnsicherheit. Das Sicherheitssystem, das Züge beim Überfahren eines Haltesignals automatisch stoppe, stamme aus den 50er-Jahren und sei seitdem nur punktuell weiterentwickelt worden. «Wünschenswerter wären flächendeckend höhere technische Systeme», sagte er der «Rheinischen Post».

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