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Deutsche Rodler holen erneut olympisches Team-Gold
Natalie Geisenberger
15.02.2018 - 14:55 Uhr
Pyeongchang (dpa) - Zwei Urschreie von Cheftrainer Norbert Loch hallten durch den Olympic Sliding Centre in Pyeongchang, als die Rodel-Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt ins Ziel gerauscht waren und das deutsche Quartett zum olympischen Gold im Teamwettbewerb geführt hatten.

Natalie Geisenberger, Johannes Ludwig und Wendl/Arlt wiederholten den Olympiasieg bei der damaligen Premiere in Sotschi 2014 und sorgten nun auch in Südkorea für einen goldenen Abschluss.

«Es ist sensationell, was wir erreicht haben. Das ist viel mehr als wir erwartet haben», sagte Loch, der stolz mit den Fingern die Sechs anzeigte. Für die deutschen Rodler war der Teamerfolg die sechste Medaille der Wettbewerbe in Südkorea. «Wir haben uns akribisch vorbereitet. Vier Jahre ist eine lange Zeit. Wenn es zum Schluss aufgeht, muss man es rauslassen», begründete der Cheftrainer in der ARD seine befreienden Schreie.

Vor dem Staffel-Olympiasieg hatte Ludwig Bronze im Männer-Einzel geholt, bei den Frauen hatte es Gold für Geisenberger und Silber für Dajana Eitberger gegeben. Im Doppelsitzer hatten Wendl/Arlt gesiegt, Dritte wurden Toni Eggert/Sascha Benecken. Deutschland ist damit wie in Sotschi die erfolgreichste Rodel-Nation.

Damals hatten die deutschen Kufen-Asse sogar alle vier Goldmedaillen gewonnen. Nur der folgenschwere Patzer von Felix Loch auf dem Weg zu seinem Gold verhinderte diesmal das erneute goldene Vierer-Pack.

Durch ihre beiden Erfolge in Pyeongchang stiegen Natalie Geisenberger aus Miesbach und die Berchtesgadener Wendl und Arlt mit vier Goldmedaillen zu den erfolgreichsten Olympioniken in ihrer Sportart auf und lösten den dreimaligen Olympiasieger Georg Hackl ab.

Überraschend kam der Sieg der Deutschen nicht. Die Teamstaffel gilt als ihre Domäne. Bei Weltmeisterschaften sind die Schützlinge von Cheftrainer Loch ungeschlagen. Alle acht Gesamtweltcupsiege gingen ebenfalls an die Deutschen. Vier von sechs Weltcuprennen gewannen Geisenberger und Co. in diesem Winter - ausgerechnet in Königssee wurde das Quartett disqualifiziert, weil Wendl/Arlt zu früh starteten. Beim Weltcupfinale in Sigulda gewannen ausnahmsweise die Russen.

Der in der Öffentlichkeit wenig angenommene Teamwettbewerb wird von den Sportlern geliebt. Sie haben im Zielauslauf eine Abschlagsschild mit hoch komplizierter Technik. Löst der Kontakt aus, was einen intensiven Schlag voraussetzt, geht am Start das Tor auf. Die Zeit läuft dabei weiter.

Geisenberger fuhr wie bei ihrem Sieg am Dienstag eine saubere Linie und schickte dann den Olympia-Dritten Johannes Ludwig, der im Vorjahr schon WM-Gold im Team holte, in die Bahn. Nur 24 Stunden nach dem Goldcoup im Doppelsitzer krönte das Bayern-Duo Wendl/Arlt die Gesamtvorstellung der Rodler. Am Ende hatten sie deutliche 0,355 Sekunden Vorsprung auf Kanada.

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