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US-weite Aktionen nach Massaker von Florida
Gedenken an getöte Kinder
14.03.2018 - 12:02 Uhr
Washington (dpa) - Genau einen Monat nach dem Schulmassaker im Bundesstaat Florida wollen Schüler überall in den USA ihrer Forderung nach strengeren Waffengesetzen Gehör verschaffen. Mit einem Ausstand sollte an Schulen im ganzen Land der 17 Todesopfer des Amoklaufs in Parkland gedacht werden.

In Washington erinnerte die Gruppe Avaaz mit einer besonderen Aktion an die Kinder, die seit dem Schulmassaker von Newtown im Jahr 2012 in den USA erschossen wurden - ihren Berechnungen zufolge sind es ungefähr 7000.

Um den 17 Menschen zu gedenken, die Cruz am 14. Februar erschossen hatte, sollte es USA-weit an Schulen und Universitäten kurze Ausstände geben. Unter dem Motto «Enough» («Genug») wollen Schüler und Studenten um 10 Uhr (Ortszeit in der jeweiligen Zeitzone) ihre Klassenzimmer für 17 Minuten zu so genannten «Walkouts» verlassen. Jede Minute ist einem der Opfer gewidmet.

Im Fall des 19 Jahre alten Beschuldigten Nikolas Cruz will die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe fordern. Das Verbrechen sei auf kalte, berechnende und vorsätzliche Weise und «ohne Vortäuschung von Moral oder Rechtfertigung» begangen worden, hieß es am Dienstag (Ortszeit) in Unterlagen der Ankläger, die dem US-Sender CNN und anderen Medien vorlagen. Cruz hatte laut CNN über seine Anwälte bereits ausrichten lassen, er sei mit einem Schuldeingeständnis einverstanden, um der Todesstrafe zu entgehen.

Cruz hatte in Florida 14 Schüler und drei Erwachsene erschossen. Daraufhin formierte sich unter den betroffenen Schülern aus Florida eine vehemente Protestbewegung. Mehrere engagierte Jugendliche erhoben dabei in den Medien und bei diversen Protestaktionen ihre Stimme, um härtere Waffengesetze und ein Umdenken der amerikanischen Politiker zu fordern.

Mit ihrem Ausstand am Mittwoch im ganzen Land wollen die Jugendlichen nicht nur der Toten gedenken, sondern zugleich weiter für striktere Waffengesetze protestieren. Organisiert wird die Aktion von Empower, der Jugend-Abteilung der Organisatoren des großen Frauenmarschs (Women's March) in Washington. Laut Angaben der Website sind bisher landesweit über 2800 «Walkouts» (Ausstände) angemeldet.

Die 18-jährige Alie aus New York schrieb auf der Homepage von Empower: «Der Kongress muss nun handeln, oder er wird es noch bereuen. Ohne rechtliche Schutzmaßnahmen wird dieser Horror weitergehen, bis alle Klassenzimmer von Schülern verlassen und mit Furcht gefüllt sind.»

Wie die Protestierenden die 17 Minuten während der Walkouts gestalten, steht ihnen frei: Die Schüler können der Toten still gedenken, aber auch gemeinsam singen, die Namen der Opfer rezitieren oder Menschenketten bilden. Einige Schulen untersagten ihren Schülern aufgrund von Sicherheitsbedenken und wegen der Störung des Unterrichts die Teilnahme an der Aktion.

In Washington stellten Aktivisten 7000 Paar Schuhe auf den Rasen am US-Kongress auf - jedes Paar für ein Kind, dass nach den Hochrechnungen der Gruppe seit 2012 in den USA erschossen wurde. Zu der Aktion vom Dienstag veröffentlichte die Gruppe Avaaz auf Twitter ein Foto, auf dem Aktivisten vor dem bekannten Kapitolgebäude stehen und Banner wie «7000 Kinder getötet» und «Nicht eines mehr» hochhalten.

Um die Zahl zu ermitteln, hatte Avaaz Zahlen aus einem Bericht des US-Kinderärzteverbandes verwendet und hochgerechnet. Danach werden in den USA jedes Jahr fast 1300 Kinder erschossen. Die Schuhpaare, darunter auch Rollschuhe und Ballettschläppchen, stammten dem US-Sender CNN zufolge aus Spenden. Die Aktivisten stellten sie in etwa 80 Reihen über die Rasenfläche verteilt auf.

Aber auch nach den Aktionen vom Mittwoch soll der Protest weitergehen: Die betroffenen Schüler aus Florida planen für den 24. März einen «Marsch für unser Leben» in Washington. Zehntausende Teilnehmer werden dazu erwartet, in den ganzen USA sollen außerdem Ableger-Märsche stattfinden. Auch für den 20. April, den Jahrestag des Amoklaufs an der Columbine Highschool in Colorado 1999, sind Protestaktionen geplant.

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