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Der Südosten der USA kämpft mit den Fluten von «Florence»
North Carolina
16.09.2018 - 14:31 Uhr
Washington / Miami/Wilmington (dpa) - Der Südosten der Vereinigten Staaten kämpft mit den Wassermassen: Auch wenn «Florence», am Freitag als «Hurrikan» in North Carolina eingetroffen, inzwischen zum Tiefdruckgebiet herabgestuft wurde, fällt weiter ergiebiger Regen.

Große Teile der Bundesstaaten North Carolina, South Carolina und inzwischen auch Gebiete im Süden Virginias sind überschwemmt. In den nach Sturmfluten im Atlantik auf Rekordstände angeschwollenen Flüssen drückt das Wasser immer weiter ins Inland: Überflutungen wurden am Sonntag unter anderem aus der Stadt Fayetteville gemeldet, die rund 150 Kilometer landeinwärts gelegen ist.

Mehrere Menschen wurden bereits in den Tod gerissen. Die Behörden bestätigten sechs Todesfälle, Medien berichteten von deutlich mehr Opfern: Die «New York Times» schrieb am Sonntag, zwölf Menschen seien ums Leben gekommen, die «Washington Post» zählte elf Tote.

Zahlreiche Straßen waren unpassierbar, Menschen wurden von Rettungskräften mit Booten aus ihren überfluteten Häusern geholt. Autofahrer mussten teils Umleitungen von hunderten Kilometern in Kauf nehmen. Die Behörden befürchteten, dass die Wassermassen über die Flüsse bis in die Mittelgebirge gedrückt werden und dort zu Erdrutschen führen könnten.

«Florence» war am Freitagmorgen (Ortszeit) als Hurrikan der schwächsten Kategorie 1 in North Carolina auf Land getroffen. Die Windgeschwindigkeiten schwächten sich dann weiter deutlich ab. Die Tücke an dem Sturm ist allerdings nicht die Windstärke, sondern die große Menge an Wasser, die «Florence» durch Sturmfluten und starke Niederschläge an die Küste getragen hat und die sich über Flussläufe landeinwärts drücken.

Ein Problem ist auch, dass der Sturm sehr lange über dem Küstengebiet verweilt. Er bewegte sich am Sonntag nur mit minimalem Tempo von zuletzt vier Kilometern pro Stunde vorwärts, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum mitteilte. Die Region ist dadurch über lange Zeit starkem Regen ausgesetzt.

Bäume knickten um, Häuser und Strommasten wurden beschädigt. Nach Behördenangaben sind derzeit fast eine Million Menschen ohne Elektrizität. Der regionale Stromversorger Duke Energy hatte zeitweise mehr als 10 000 Fachkräfte im Einsatz, um die Stromversorgung wieder herzustellen. Die Experten können jedoch an vielen Orten erst aktiv werden, wenn die Fluten zurückgehen.

Die Behörden hatten hunderttausende Menschen entlang der Südostküste aufgerufen, sich vorsorglich vor dem Wirbelsturm in Sicherheit zu bringen und landeinwärts Schutz zu suchen - bei Freunden, Verwandten, in Hotels oder Notunterkünften. Nicht alle waren dem Aufruf gefolgt. Zehntausende verharrten in notdürftigen Lagern, etwa in Schulen.

US-Präsident Donald Trump will in der kommenden Woche in das Gebiet an der Südostküste reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Einen genauen Termin dafür gibt es noch nicht. Obwohl operativ nicht zuständig, hatten der Präsident und das Weiße Haus über das gesamte Wochenende das Geschehen rund um «Florence» via Twitter kommentiert und die Arbeit der Rettungskräfte bewertet.

Webseite Hurrikan-Zentrum mit Karte, Englisch

Bericht Accuweather, Englisch

Warnung FEMA, Englisch

NHC Facebook, Englisch

NHC Karte

Mitteilung Hurrikan-Zentrum - Prognose "Florence"

Prognose "Isaac"

CNN-Bericht

USA National Weather Service auf Twitter

CNN-Bericht, Englisch

Bericht des Hurrikan-Zentrums, Englisch

Definition Hurrikan-Kategorien, Englisch

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