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«Zu viele Zweifel»: Felix Neureuther beendet seine Karriere
Felix Neureuther
16.03.2019 - 17:20 Uhr
Soldeu (dpa) - Im emotionalen letzten Rennen seiner Karriere will Felix Neureuther kein Theater.

«Ich freue mich jetzt, noch ein letztes Mal morgen da gescheit runter zu fahren. Ich will auch keinen Kasperl machen», sagte der 34-Jährige der Deutschen Presse-Agentur am Samstag, nachdem er seinen Rücktritt vom alpinen Skisport angekündigt hatte.

Der Slalom beim Weltcup-Finale in Soldeu am Sonntag (10.30/13.15 Uhr/ZDF und Eurosport) wird das 248. und letzte Weltcup-Rennen für einen der beliebtesten Sportler Deutschlands. «Ich kann mir nichts vorwerfen. Bis zum Schluss habe ich gekämpft, wie meine ganze Karriere», sagte Neureuther. «Das werde ich morgen auch nochmal machen und dann mein ganzes Leben lang.»

Seit Wochen fühlten sich die Szenen nach seinen Rennen an wie ein Abschiednehmen. Vor allem beim Flutlicht-Slalom in Schladming, dem Ort seines emotionalsten Erfolgs mit WM-Silber 2013, genoss Neureuther gerührt die ganz besondere Atmosphäre in Österreich. Die Entscheidung wirklich getroffen hat der Routinier im Deutschen Skiverband aber erst nach dem vergangenen Wochenende in Kranjska Gora. Da sei er müde und mit Schmerzen nach Hause gekommen zu seiner Familie. «Da habe ich mir gedacht, es wird jetzt Zeit, dein Leben auf die Reihe zu bekommen. Das Leben ist noch lang», sagte der Vater einer kleinen Tochter. Am 26. März wird Neureuther 35 Jahre alt.

Neureuther, der mit 13 Siegen im Ski-Weltcup so viele hat wie kein anderer Mann aus Deutschland, hatte in dieser Saison nach einem Kreuzbandriss sein Comeback gegeben. Wegen vieler gesundheitlicher Probleme, darunter eine Haselnussallergie, ein gebrochener Daumen und eine Gehirnerschütterung, war er in den vergangenen Monaten aber nicht mehr an seine alte Leistungsfähigkeit herangekommen. Besser als Rang acht war er in diesem Winter nicht. Auch deswegen ist es nun vorbei. «So, wie es war, waren einfach zu viele Zweifel da und zu viele Fragezeichen, dass ich das nochmal schaffe.» Sein Anspruch und Ziel waren immer Podestplätze und Siege.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Entscheidung posteten viele Konkurrenten und Weggefährten Glückwünsche und Danksagungen in den sozialen Medien. Neureuther zählt nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Kollegen im Ski-Zirkus zu den beliebtesten Menschen überhaupt. «Ich hoffe nur, dass der Felix in irgendeiner Art und Weise dem Skisport erhalten bleibt. Es wäre ewig schade um den feinsten Kerl des Skisports, wenn der nur noch daheim wäre und nicht mehr Teil des Ski-Weltcups», sagte Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher aus Österreich der Nachrichtenagentur APA. Mit ihm lieferte sich Neureuther über Jahre enge Duelle. Einige Szenen davon waren auch in dem Video zu sehen, das Neureuther zum Abschied postete.

Bei Weltmeisterschaften holte der Sohn von Christian Neureuther und Rosi Mittermaier einmal Silber und zweimal Bronze im Slalom, dazu kommen Gold und Bronze bei Team-Wettbewerben. Bei Olympischen Spielen verpasste der seit Jahren beste deutsche Skirennfahrer die Medaillenränge. Vor allem 2014 bei den Spielen in Sotschi zählte Neureuther zu den Topfavoriten, war nach einem Autounfall bei der Anreise und den Folgen daraus aber letztendlich chancenlos.

«Es ist die richtige Entscheidung, zu der ich ihn beglückwünsche», sagte Herren-Bundestrainer Mathias Berthold. «Das ist schon sehr emotional. Keine Frage. Ich habe die Jungs eingeweiht, die Trainer, auch den Servicemann. Das war schon nicht einfach, muss ich sagen», berichtete Neureuther. Dann verabschiedete er sich zu einer Behandlung beim Physiotherapeuten. Ein Rennen ist noch zu fahren.

Der Präsident des Deutschen Skiverbands, Franz Steinle, hat bis zuletzt auf eine Fortsetzung der Karriere von Felix Neureuther gehofft. «Ich habe es heute erfahren, es war für uns überraschend, dass es morgen sein letztes Rennen sein wird», sagte Steinle bei der Biathlon-WM im schwedischen Östersund.

«Für den Skisport ist das ein herber Verlust. Ich persönlich habe schon noch gehofft und vielleicht auch damit gerechnet, dass er noch ein Jahr weitermacht.» Steinle kündigte an, man wolle mit Neureuther Gespräche führen und versuchen, ihn in der Zukunft im DSV einzubinden.

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