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Wie sicher ist der Kölner Dom?
Kölner Dom
16.04.2019 - 11:39 Uhr
Köln (dpa) - Nach dem verheerenden Feuer der weltberühmten Pariser Kirche Notre-Dame wollen die Verantwortlichen des Kölner Doms ihr Brandschutzkonzept noch einmal unter die Lupe nehmen.

Natürlich werde man auch jetzt wieder prüfen, ob man Lehren aus Notre-Dame ziehen könne, sagte der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Auch im Kölner Dom könne ein Feuer ausbrechen, das gelte für jedes Gebäude, in dem brennbare Stoffe verbaut seien. «Wir in Köln haben regelmäßige Begehungen mit der Feuerwehr, bereiten uns auch auf solche Szenarien vor.»

Welche Vorkehrungen hat die Kölner Feuerwehr getroffen?

Der Sprecher der Kölner Feuerwehr, Marc David, listet eine Reihe von Maßnahmen auf:

INSTALLIERTE LÖSCHWASSERLEITUNGEN

«Außen am Dom sind Löschwasserleitungen bis hoch zum Dach. Wir haben dann schnell Wasser oben am Dach.»

ABTRENNUNGEN ZWISCHEN DEN DÄCHERN

«Der Dom ist in Brandabschnitte unterteilt. Es gibt Abtrennungen zwischen den Dächern.»

FESTE FREIE PUNKTE FÜR DREHLEITERN

Es gebe vier Punkte um den Dom, die für Drehleitern immer frei gehalten werden. «Selbst wenn Weihnachtsmarkt ist, werden die Stellen frei gehalten, damit wir mit den Drehleitern hin können.»

GEBÄUDEKENNTNIS

«Die zuständige Innenstadt-Wache und die umliegenden Wachen haben die Vorgabe, dass jeder Feuerwehrmann mindestens einmal im Jahr den Dom kennenlernt», erläutert Sprecher David. Es gebe viele kleine Türen und im Brandfall falle die Orientierung noch schwerer. Außerdem würden die Drehleitern zur Probe mehrmals als im Jahr aufgestellt.

HÖCHSTE ALARMSTUFE

«Das ist die höchste Alarmstufe, die es in Köln gibt, wenn der Kölner Dom brennt.» Dann würden gleich mehrere Wachen alarmiert.

Ist der Dachaufbau von Notre-Dame eine Besonderheit?

Die Zerstörung des Dachstuhls von Notre-Dame sei ein besonders großer Verlust, weil er überwiegend noch aus dem 13. Jahrhundert stamme, sagt Füssenich. Der Kölner Dom besitze einen Dachstuhl aus Eisen aus dem 19. Jahrhundert. «Im Vergleich zu einem hölzernen brennt der nicht direkt. Wenn aber ein großes Feuer auf ihn einwirkt, dann hat das auch Folgen. Dann verzieht sich so ein eiserner Dachstuhl.»

Kann auch die Steinkonstruktion Schaden nehmen?

Die nächsten Tage seien nun entscheidend, betonte der Experte mit Blick auf Notre-Dame. Die steinernen Deckengewölbe unterhalb des verbrannten Dachstuhls hätten sich mit Löschwasser vollgesogen. «Das hat dazu geführt, dass es zu einer Gewichtszunahme der überwölbten Decken um ein Vielfaches gekommen ist. Man wird die nächsten Tage abwarten müssen, ob die Gewölbe standhalten trotz dieses Gewichts.»

Der Kölner Dom ist immer irgendwo eingerüstet. Ist das ein Risiko?

Dazu gebe es keine Alternative, antwortet Füssenich. «Gebäude von solcher Größe und Bedeutung sind immer in Renovierung begriffen. Wir haben viele Gerüste am Kölner Dom, die sind aber meistens außen aufgestellt.» Aufpassen müsse man natürlich immer, zum Beispiel mit Schweißbrennern.

Peter Füssenich

Kölner Feuerwehr

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