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Griechisches Parlament debattiert über Reparationsforderung
Alexis Tsipras
17.04.2019 - 17:18 Uhr
Athen (dpa) - Das griechische Parlament debattiert seit dem Morgen über mögliche Reparationsforderungen an Deutschland. Diese könnten sich auf bis zu 290 Milliarden Euro belaufen, besagt eine griechische Studie.

Einfach machen sich die Abgeordneten das Thema nicht; am Abend soll darüber abgestimmt werden, wie die jetzige und künftige Regierungen damit umgehen sollen. Fernziel dürfte der Internationale Gerichtshof in Den Haag sein.

Bittere Momente gab es im Laufe des Nachmittags im Parlament; etwa als Zeitzeugenberichte von Nazimassakern in griechischen Dörfern verlesen wurden. Aber auch die Populisten nutzten die Gunst der Stunde: Ministerpräsident Alexis Tsipras wolle mit den Reparationsforderungen nur Stimmen für die im Oktober anstehende Parlamentswahl gewinnen, hieß es. Die rechtsextreme Partei «Goldene Morgenröte» machte gar eine ganz eigene Rechnung über die Reparationen auf. Höhe: 400 Milliarden Euro.

Eine vom Parlament einberufene Expertenkommission hatte vor drei Jahren den Umfang der Forderungen auf mindestens 289 Milliarden Euro beziffert.

Enthalten sind darin eine Zwangsanleihe, die Griechenland der Deutschen Reichsbank während des Krieges gewähren musste, sowie Zahlungen für Kriegsverbrechen und -schäden.Von Deutschland sei ohnehin nichts zu erwarten, warnten manche Parlamentarier: «Die deutsche Seite ist der Meinung, dass sie das Thema mit der Zahlung von 160 Millionen Mark an die Opfer und der Aufnahme von rund 420 000 Gastarbeitern abgegolten hat», sagte Oppositionspolitiker Vasilis Leventis.

Tatsächlich sieht Deutschland das Thema als erledigt an; die Regierung in Berlin stützt sich dabei auf den 1990 zur Wiedervereinigung unterzeichneten Zwei-plus-Vier-Vertrag, in dem es heißt, es seien «keine weiteren Reparationen» vorgesehen. Die Frage nach Reparationen sei juristisch wie politisch abschließend geregelt, sagte auch Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin.

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