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Der Fall Walter Lübcke
Lübckes Wohnhaus
18.06.2019 - 08:52 Uhr
Kassel / Wolfhagen (dpa) - Vor über zwei Wochen wurde Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) erschossen. Seit Sonntag sitzt ein Verdächtiger in Untersuchungshaft.

Nach Hinweisen auf einen rechtsextremen Hintergrund hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Die Chronologie der Ereignisse:

2. Juni: Ein Angehöriger findet um 0.30 Uhr Lübcke mit einer Kopfwunde auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Kreis Kassel). Gegen 2.35 Uhr wird der Tod Lübckes festgestellt. Polizei und Landeskriminalamt ermitteln wegen unklarer Todesumstände.

3. Juni: Die Ermittler erklären, dass Lübcke durch einen Kopfschuss aus nächster Nähe getötet wurde. Täter und Motiv sind unklar. Eine 50-köpfige Sonderkommission wird eingerichtet.

5. Juni: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kritisiert Reaktionen in sozialen Netzwerken zu Lübckes Tod, die «zynisch, geschmacklos, abscheulich, in jeder Hinsicht widerwärtig» seien. In der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» bitten Ermittler um Zeugenhinweise. Über 200 Hinweise gehen in den nächsten Tagen ein.

8. Juni: Bei einem Polizeieinsatz an einem Nordsee-Fährhafen wird eine Person in Gewahrsam genommen und einige Stunden später wieder auf freien Fuß gesetzt. Es hätten sich keine Anhaltspunkte ergeben, dass der Mann an der Tat beteiligt war, erklären die Ermittler.

13. Juni: In Kassel nehmen über 1300 Menschen bei einem Trauergottesdienst Abschied von Walter Lübcke.

15. Juni: Spezialeinheiten der Polizei nehmen in Kassel einen 45-jährigen Tatverdächtigen fest. Grund seien DNA-Spuren.

16. Juni: Gegen den Mann wird Untersuchungshaft erlassen, er kommt in die Justivollzugsanstalt Kassel I. Die Ermittler sprechen erstmals von Mord als Tatvorwurf.

17. Juni: Nach Hinweisen auf einen rechtsextremen Hintergrund übernimmt der Generalbundesanwalt die Ermittlungen.

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