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Ende der Ära Sahra Wagenknecht bei der Linken
Sahra Wagenknecht
12.11.2019 - 11:08 Uhr
Berlin (dpa) - Die Linksfraktion im Bundestag entscheidet heute über ihr künftiges Spitzenpersonal. Bei der Vorstandswahl tritt die bisherige Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht wie im Frühjahr angekündigt nicht mehr an.

Ihr Co-Vorsitzender Dietmar Bartsch bewirbt sich um eine weitere Amtszeit und gilt als männlicher Part des künftigen Führungsduos als gesetzt.

Auf Wagenknechts Position haben sich die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Caren Lay und die niedersächsische Abgeordnete Amira Mohamed Ali beworben. Die Rechtsanwältin Ali sitzt seit 2017 für die Linke im Bundestag und wird dem linken Flügel der Partei zugerechnet, zu dem auch Wagenknecht gehört. Caren Lay hat bei der Linken seit 2006 bereits verschiedene Führungsfunktionen besetzt und ist seit zehn Jahren im Bundestag. In ihrem Bewerbungsschreiben für den Vorsitz verortet sich selbst in der Mitte ihrer Fraktion.

Parteichef Bernd Riexinger hatte sich im «Tagesspiegel» für Lay ausgesprochen. Welche der beiden Kandidatinnen das Rennen macht, ist allerdings offen. In ihren Bewerbungen hatte sowohl Ali als auch Lay deutlich gemacht, als neue Vorsitzende die Fraktion einen zu wollen.

Die Zeit mit Wagenknecht an der Spitze war geprägt von ständigen Meinungsverschiedenheiten zwischen ihr und der Parteispitze um Katja Kipping und Riexinger. Wagenknecht sieht eine Politik der offenen Grenzen für alle kritisch und ist der Ansicht, ihre Partei habe sich von ihrer eigentlichen Klientel entfernt. Die Auseinandersetzungen und ein Burnout hatten Wagenknecht nach eigenen Angaben schließlich zum Rückzug von der Fraktionsspitze bewogen.

Einen Rückzug aus Politik und Öffentlichkeit plant sie allerdings nicht. Ihr Bundestagsmandat nimmt die 50-Jährige weiter wahr - und auch eine erneute Kandidatur für den Bundestag bei der nächsten Wahl kann sie sich nach eigenen Angaben zum aktuellen Zeitpunkt gut vorstellen. Viele Partei- und Fraktionsmitglieder hätten sie außerdem ausdrücklich gebeten, weiter öffentlich aufzutreten und ein Gesicht der Linken zu bleiben, sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur.

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