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Raketenangriffe auf Israel trotz Berichten über Waffenruhe
Nahost-Konflikt
14.11.2019 - 09:18 Uhr
Tel Aviv / Gaza (dpa) - Israel und der Islamische Dschihad haben sich nach Angaben der Extremistenorganisation im Gazastreifen auf eine Waffenruhe geeinigt. Diese habe um 5.30 Uhr Ortszeit begonnen und sei durch Ägypten vermittelt worden, teilte ein Sprecher der Organisation mit.

Trotzdem feuerten militante Palästinenser auch am Morgen noch Raketen nach Israel. Die Sirenen heulten nach Armeeangaben im Grenzgebiet. Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen durch israelische Luftangriffe stieg unterdessen auf 34. Die meisten davon waren nach palästinensischen Quellen militante Palästinenser. In der Nacht wurde nach Angaben von Augenzeugen und örtlichen Medien ein Mitglied des Islamischen Dschihads mit seiner Familie getötet.

Ein Sprecher von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wollte sich zu den Berichten über eine Waffenruhe zunächst nicht äußern. Jonathan Conricus, ein Sprecher der Armee, sagte: «Wir sind informiert worden, dass es eine Waffenruhe gibt, nach meinem Verständnis war Ägypten von höchster Bedeutung bei den Verhandungen.»

Nach Angaben des Islamischen Dschihad sind Teil der Vereinbarung der Stopp von gezielten Tötungen, der Schutz von palästinensischen Demonstranten im Grenzgebiet an Freitagen und Maßnahmen zur Beendigung der Blockade des Gazastreifens.

Der UN-Nahostgesandte Nikolai Mladenov rief auf Twitter alle Beteiligten zu «maximaler Zurückhaltung» auf. «Ägypten und die UN haben hart daran gearbeitet, um zu verhindern, dass die gefährlichste Eskalation in und um Gaza zu einem Krieg führt. Die kommenden Stunden und Tage werden entscheidend sein.»

Seit zwei Tage kommt es zu einer massiven Auseinandersetzung zwischen Israel und den militanten Palästinensern. Rund 450 Raketen wurden nach Angaben des israelischen Militärs nach Israel abgefeuert. In Israel wie auch im Gazastreifen wurden jeweils Dutzende Menschen verletzt.

Die militanten Palästinenser reagierten mit dem Beschuss auf Israel auf die gezielte Tötung ihres Militärchefs Baha Abu Al Ata durch die israelische Luftwaffe. Auch seine Frau kam bei dem Angriff in der Nacht zu Dienstag ums Leben. Israel griff anschließend Dutzende Ziele des Islamischen Dschihad im Gazastreifen an.

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