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Tod eines Zwillings: Urteil gegen zwei Ärzte erwartet
Tod eines Zwillings
19.11.2019 - 04:20 Uhr
Berlin (dpa) - Im Prozess gegen zwei Frauenärzte, die bei einer Zwillingsgeburt ein an einer schweren Hirnschädigung erkranktes Kind mit einer Injektion getötet haben sollen, will das Landgericht am Dienstag (12.00 Uhr) ein Urteil verkünden. Die Anklage lautet auf Totschlag.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Angeklagten - eine 58 Jahre alte Oberärztin und ein 73-jähriger Chefarzt im Ruhestand - tödliches Kaliumchlorid während der Geburt per Kaiserschnitt injizierten. Zu diesem Zeitpunkt sei es rechtlich aber nicht mehr zulässig gewesen, da es sich mit Beginn der Geburt bereits um einen Menschen und nicht mehr um einen Fötus gehandelt habe. Die Anklägerin forderte Strafen von jeweils 18 Monaten Haft auf Bewährung.

Die Verteidiger argumentierten, ihre Mandanten seien von einer zulässigen Spätabtreibung bei einer medizinische Indikation ausgegangen. Im Zivilrecht beginne die Rechtsfähigkeit des Menschen mit der Vollendung der Geburt. Zu dem Verfahren um die Geburt im Sommer 2010 war es nach einer anonymen Strafanzeige gekommen. Die 58 Jahre alte Angeklagte hatte während des Prozesses gesagt, sie hätten einen sicheren Weg für den zweiten Fötus finden und die Mutter nicht gefährden wollen.

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