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Papst gegen Sextourismus: Frauen und Kinder schützen
Papst besucht Thailand
21.11.2019 - 10:36 Uhr
Bangkok (dpa) - Papst Franziskus hat bei seinem Besuch in Thailand den sexuellen Missbrauch und Sklaverei von Kindern und Frauen angeprangert.

«Ich denke auch an all jene Frauen und Kinder unserer Zeit, die besonders verletzt und vergewaltigt werden, und jeder Form von Ausbeutung, Sklaverei, Gewalt und Missbrauch ausgesetzt sind», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Franziskus kam in der Hauptstadt Bangkok am Donnerstag zunächst mit Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha zusammen. Anschließend stand ein Treffen mit König Maha Vajiralongkorn an. Abends wollte er vor Zehntausenden Gläubigen eine Messe lesen. In Thailand ist die Mehrheit der Bevölkerung buddhistischen Glaubens. Katholiken sind mit nicht einmal 400.000 Gläubigen eine kleine Minderheit.

Bei dem Treffen mit Premierminister Prayut, einem ehemaligen Putschgeneral, lobte Franziskus «Anstrengungen» der Regierung, die «Plage» der Ausbeutung von Frauen und Kindern auszurotten. Er appellierte an die Regierung, «dieses Übel auszumerzen und einen Weg anzubieten, ihnen ihre Würde zurückzugeben».

Sextourismus und Kinderprostitution sind in Thailand und anderen südostasiatischen Ländern verbreitet. Auch aus Deutschland reisen viele Männer an, um Sex mit Einheimischen zu haben, oft auch mit Minderjährigen. Prostitution ist in Thailand eigentlich verboten.

Prayut ist in Thailand seit einem Militärputsch 2014 an der Macht. Seit einer Parlamentswahl im Frühjahr, die von Manipulationsvorwürfen überschattet wurde, ist er Ministerpräsident einer Koalitionsregierung. Franziskus lobte die Wahlen bei seinem Besuch als «Rückkehr zum normalen demokratischen Prozess». Am Mittwoch hatte Thailands Justiz dem prominentesten Politiker der demokratischen Opposition das Abgeordnetenmandat entzogen.

Hochrangige Besuche aus Europa sind in Thailand verhältnismäßig selten. Auch die Bundesregierung verzichtet seit Jahren darauf, Minister nach Bangkok zu senden. Prayut war vergangenes Jahr aber selbst zu einem Besuch in Berlin. Trotzdem gibt es enge Kontakte zwischen der Bundesrepublik und dem Königreich.

Auch der König polarisiert und ist in Deutschland bekannt. Er hält sich oft in Bayern auf, wo er am Starnberger See eine Villa besitzt. Der 67-Jährige stand zuletzt in den Schlagzeilen, weil er zunächst eine Geliebte zur offiziellen Konkubine machte und sie dann aus dem «Amt» entfernte. Die Frau ist seither aus der Öffentlichkeit verschwunden. Die Vatikan-Presse war für das Treffen zwischen König und Papst nicht zugelassen. Bilder sollten erst nach Einwilligung des Königspalastes freigegeben werden.

Franziskus ging auch auf die vielen Migranten ein, die auf der Suche nach Arbeit aus Nachbarländern wie Myanmar oder Laos nach Thailand kommen. Bei dem Treffen mit der Regierung sagte er, jede Nation möge Migranten und Flüchtlinge schützen. «Es geht nicht bloß um Migranten. Es geht auch um das Gesicht, das wir unseren Gesellschaften geben wollen.» Thailands Polizei steht im Ruf, hart gegen Flüchtlinge vorzugehen.

Franziskus will in Thailand den Dialog zwischen den Religionen voranbringen. Bei einem Treffen mit dem Obersten Patriarchen der Buddhisten erinnerte er daran, dass Religionen «Förderer und Garanten der Brüderlichkeit» sein sollten und somit zu «Leuchttürmen der Hoffnung» werden. Das gelte vor allem in «unserer Welt mit ihrer starken Tendenz, Spaltung und Ausgrenzung hervorzubringen».

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