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«Peinlich» und «miserabel»: Man United blamiert sich
United-Coach
14.03.2018 - 13:28 Uhr
Manchester (dpa) - José Mourinho redete das peinliche Scheitern einfach klein. «Das ist bei Manchester United auch schon früher passiert», sagte der Startrainer nach dem 1:2 (0:0) gegen den FC Sevilla.

Nach dem torlosen Hinspiel war für seine Mannschaft schon im Achtelfinale der Champions League Schluss. «Ich will daraus kein Drama machen. Es ist nicht das Ende der Welt», sagte Mourinho. «Wir haben unser Bestes gegeben, wir haben verloren, so ist Fußball.»

Doch dass seine Mannschaft ihr Bestes gegeben hatte, bezweifelten nicht nur die Zuschauer im Old Trafford, die ihren Unmut schon während der Partie mit lauten Buhrufen geäußert hatten, sondern auch britische Medien. Das Boulevardblatt «The Sun» nannte die Leistung «miserabel», und der «Daily Mirror» titelte: «Beschämend».

Ehemalige Spieler des englischen Rekordmeisters übten ebenfalls scharfe Kritik. «Es war schwer, sich das anzuschauen», sagte Paul Scholes, der mit Man United zweimal die Champions League gewann. «Da war kein Wille, keine Energie, kein Tempo.» Sein früherer Teamkollege Rio Ferdinand nannte den Auftritt «peinlich» und «fürchterlich».

In nur vier Minuten hatte der eingewechselte Wissam Ben Yedder (74./78. Minute) das Aus für Manchester United besiegelt. Romelu Lukakus Anschlusstor (84.) kam zu spät. Ohnehin zählte Man United in den insgesamt 180 Minuten aus Hin- und Rückspiel nur vier Torschüsse. Das ist nicht unbedingt die Bilanz einer Spitzenmannschaft. Zum Vergleich: Der FC Sevilla, der nur Fünfter der spanischen Liga ist, gab 14 Schüsse aufs Tor ab und hätte höher gewinnen müssen.

«Ich finde nicht, dass wir schlecht gespielt haben», beteuerte Mourinho. «Wir hatten in der zweiten Hälfte Torchancen, aber die haben wir nicht genutzt. Danach war klar, dass das erste Tor das Spiel verändern wird und sie haben es erzielt.» Diese Sichtweise hatte der Coach jedoch exklusiv. Selbst Torschütze Lukaku räumte ein: «Wir haben es nicht verdient, weil wir nicht gut genug waren.»

Beim FC Sevilla wurde derweil der erste Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse nach 60 Jahren gefeiert. «Wir haben hier gezeigt, dass wir zu den ganz Großen Europas gehören», prahlte Matchwinner Ben Yedder. Der Franzose, der im Angriff nur zweite Wahl ist, war nach dem Spiel überglücklich und sang vor der Kamera des TV-Senders «BeIN Sports» die Club-Hymne («Sevillista werde ich sein bis zum Tod»).

Auch die Fans des Rekord-Europa-League-Siegers waren aus dem Häuschen. Hunderte Anhänger zogen nachts tanzend und singend durch Sevilla. Die Zeitung «ABC» würdigte «Eine Heldentat für die Geschichtsbücher». «Unvergesslich» titelte «El Correo».

Trainer Vincenzo Montella sprach von einem «historischen» Erfolg und freute sich über ein «perfektes Spiel». «Wir haben verdient gewonnen», fand der Italiener. Sein Club-Präsident José Castro dachte schon weiter: «Nun träumen wir vom Gewinn der Champions League.»

Bei Manchester United konzentriert sich nun alles auf den letzten möglichen Titel in dieser Saison. «Wir können nur noch eine Trophäe holen und das ist der FA Cup», erinnerte Lukaku. Am Samstag empfängt der zwölfmalige Pokalsieger United zuhause Brighton & Hove Albion - eine Pflichtaufgabe, die Mourinho ganz gelegen kommt. «Wir haben keine Zeit für Dramas», stellte er klar. «Wir müssen arbeiten.»

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