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Fehlstart für Vettel in Formel-1-Saison - Bottas-Sieg
Sebastian Vettel
17.03.2019 - 09:40 Uhr
Melbourne (dpa) - Sebastian Vettel hat einen bösen Fehlstart in seine nächste Formel-1-Titeljagd erwischt.

Beim Mercedes-Doppelerfolg von Überraschungssieger Valtteri Bottas und Weltmeister Lewis Hamilton reihte sich der Ferrari-Pilot im Auftaktrennen in Melbourne als Vierter unter den Geschlagenen ein. «Probleme hatten wir keine, wir waren einfach nicht schnell genug», sagte Vettel voller Ernüchterung und meinte zum Kräfteverhältnis nach dem Auftakt: «Mercedes sehr stark und der Rest dahinter.»

Auch Red-Bull-Fahrer Max Verstappen aus den Niederlanden war im Albert Park als Dritter schneller als der Hesse, der in den vergangenen beiden Jahren noch in Australien gewonnen hatte.

Mit seinem ersten Sieg seit 476 Tagen übernahm Bottas die WM-Führung. Für die schnellste Rennrunde, die erstmals seit 1959 wieder belohnt wird, bekam er noch einen Extra-Punkt. Der 29-Jährige verwies am Sonntag beim Großen Preis von Australien den britischen Titelverteidiger und Teamkollegen Hamilton überraschend deutlich mit über 20 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. «Das war das beste Rennen, das ich je gefahren bin», meinte Bottas. Richtig erklären konnte er seine Leistung aber auch nicht: «Ich weiß nicht, was passiert ist, ich weiß nicht, was ich sagen soll.» Teamkollege Hamilton gab sich sportlich: «Valtteri ist ein unglaubliches Rennen gefahren, er verdient den Sieg.»

Die größte Enttäuschung war Vettel, der fast eine Minute nach Bottas ins Ziel kam. «Warum sind wir so langsam?», fragte er seine Crew einige Runden vor Schluss - an der Box herrschte Ratlosigkeit: «Wir wissen es im Moment nicht.» Gleich zu Beginn seiner Mission, im fünften Anlauf endlich den Titel auch mit Ferrari zu gewinnen, wirkte das rote Lager ernüchtert. Während die Silberpfeile und Verstappen im grün-gelben Konfettiregen auf dem Podium feierten, musste Vettel seinen Rumpelauftritt erklären.

Landsmann Nico Hülkenberg belegte im Renault Platz sieben, sein australischer neuer Teamkollege Daniel Ricciardo musste sein Heimrennen vorzeitig beenden, nachdem er sich beim Start den Frontflügel abgefahren und Probleme mit dem Wagen hatte.

Aus dem ersten großen Duell der vermeintlichen Titelrivalen wurde im ersten von 21 Saisonrennen nichts. Der Start lief für Hamilton schon nicht so, wie er es sich nach seiner 84. Karriere-Pole am Samstag vorgestellt hatte. Die Räder drehten durch, der 34 Jahre alte Brite konnte seinen Silberpfeil nicht so beschleunigen wie Teamkollege Bottas. Der Finne zog nach wenigen Metern innen vorbei, allein das dürfte ihm schon gutgetan haben: In der vergangenen Saison gewann Bottas nicht ein Rennen, er muss in diesem Jahr abliefern.

Vettel konnte beim Start keinen Platz gewinnen, nach der Qualifikations-Enttäuschung mit Rang drei - mit einem üppigen Abstand auf Hamilton - musste er sich sogar gegen die erste Attacke seines neuen Teamkollegen Charles Leclerc wehren. Der 21 Jahre alte Monegasse musste leicht übers Gras, der 31 Jahre alte Vettel behauptete sich. Danach reihte sich Leclerc wie in der Startaufstellung wieder hinter Vettel und Verstappen ein.

Also musste Ferrari es anders versuchen: Als erster der vermeintlichen Siegkandidaten kam der Deutsche zum Reifenwechsel an die Box. Mercedes reagierte aber schnell, holte gleich danach Hamilton rein, um seinem Boliden ebenfalls neue Reifen zu verpassen.

Bottas blieb draußen, fuhr aber auch mit alten Gummis zwischenzeitig sogar die schnellsten Rennrunden ehe er sich auf dem vorletzten Umlauf endgültig auch den Extra-Punkt sicherte. «Valtteri ist aus dem Winter bärenstark zurück gekommen», kommentierte Teamchef Toto Wolff.

Vettel konnte Hamilton letztlich auch nach dem Reifenwechsel nicht unter Druck setzen und musste sich stattdessen in der 31. Runde von Verstappen überholen lassen. Der Titelverteidiger, der die Konkurrenz im Pole-Kampf noch düpiert hatte, haderte seinerseits immer wieder mit den Reifen. «Lewis war besorgt, dass er es nicht bis zum Ende schafft und hat den den Reifen vielleicht übergemanagt.» Hamilton und Vettel kämpften mehr mit sich, ihren Autos und anderen Konkurrenten als gegeneinander.

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