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Tischtennis-Ass Boll gelingt Olympia-Qualifikation
Timo Boll
26.06.2019 - 17:23 Uhr
Minsk (dpa) - Vom Krach am Tischkicker vor seiner Zimmertür und vom Lärm der Autos frühmorgens um 5.30 Uhr ließ sich Timo Boll nicht beirren.

Trotz wenig Nachtschlaf zog der Tischtennisprofi aus dem Odenwald durch einen 4:1-Sieg über den Kroaten Tomislav Pucur ins Finale der Europaspiele in Minsk ein und qualifizierte sich damit frühzeitig für Olympia. «Höchstwahrscheinlich» wird Tokio 2020 das letzte Topereignis in der Karriere des jetzt 38-Jährigen, wie er sagte. «Aber ich weiß es noch nicht genau.» Der Gedanke an das Ende der Laufbahn «macht mir Angst», gestand er im «Zeit-Magazin».

Nicht nur die Abteilung Tischtennis, aus dem nach dem Mixed Franziska/Solja auch Han Ying mit ihrem Halbfinalsieg das Tokio-Ticket buchte, kommt in Minsk in Fahrt. «Sportlich wird's jetzt ein bisschen erfolgreicher», stellte Delegationsleiterin Uschi Schmitz fest. Am Morgen verbesserten der Zweier-Kajak Max Hoff/Jacob Schopf mit Gold und der dreimalige Olympiasieger Sebastian Brendel mit Bronze im Einer-Canadier die Bilanz des deutschen Teams. Am Nachmittag gewann Sportschütze Oliver Geis den Wettbewerb mit der Schnellfeuerpistole. Olympiasieger Christian Reitz kam in seiner Paradedisziplin nur auf Rang fünf.

Die Boxer Sharafa Raman (bis 56 kg) und Nelvie Tiafack (über 91 kg) sowie Nadine Apetz (bis 69 kg) zogen ins Halbfinale ein und haben damit Bronze sicher. Weltmeisterin Ornella Wahner (bis 57 kg) scheiterte überraschend bei ihrem ersten Turnierauftritt an der Irin Michaela Walsh.

Bis zum Olympia-Start in der japanischen Hauptstadt in gut einem Jahr (24. Juli bis 9. August) will Boll «gut ökonomisieren, so dass ich fit bleibe». Eine geschickte Wettkampfplanung und dosiertes Training bestimmen für ihn die kommenden 13 Monate. «Der Spaß wird mir sicher nicht abhanden kommen», versprach der für Borussia Düsseldorf startende Linkshänder. «Spielerisch und vom Know-how her wird nicht mehr viel passieren, nach oben wie nach unten.»

Boll betonte im «Zeit-Magazin», wie wichtig es sei, den richtigen Moment zum Aufhören zu finden. Kürzlich habe er eine Dokumentation über Ex-Tennisprofi Boris Becker gesehen. «Es hat mich sehr erschreckt, in welch schlechtem körperlichen Zustand er am Ende seiner aktiven Laufbahn war», sagte Boll. «Die Vorstellung, meine Karriere als Invalide zu beenden, ist ein Alptraum. Ich möchte auch danach noch sportlich aktiv sein, mit meiner Tochter Fahrrad fahren, Tennis oder Fußball spielen.»

Bolls frühzeitige Qualifikation kommt dem Deutschen Olympischen Sportbund zupass. Denn der hatte die Teilnahme an den sportpolitisch höchst umstrittenen Europaspielen im autokratisch geführten Weißrussland auch mit den vergleichsweise einfachen Zugang nach Tokio begründet - und dabei insbesondere Boll häufig genannt.

Für Kanu-Olympiasieger Hoff, der geschwächt durch einen Magen-Darm-Infekt ins Rennen auf der Regattabahn Zaslawl ging, sind die Europaspiele «ein fettes Event» und «nicht nur einfach so eine Europameisterschaft». Sein Partner Schopf betonte allerdings, dass der Fokus für die Kanuten auf der WM Ende August im ungarischen Szeged liege: «Das ist der Saisonhöhepunkt. Das hier war ein Schnupperereignis zur Vorbereitung.» Brendel war mit dem dritten Platz nach zwei enttäuschenden vierten Rängen zuletzt im Weltcup zufrieden: «Damit kann ich leben.»

Schütze Geis brauchte ein paar Serien, um im Finale den Rhythmus zu finden, bis er seine Erfahrung ausspielen konnte und es dann «ganz gut» lief. «Der Druck war schon groß. Denn wir hatten insgesamt als deutsche Mannschaft noch nicht so viele Medaillen geholt», sagte der 28-jährige Hesse.

Website der Europaspiele

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