Ärger im Wohngebiet Bammertsackerweg

Sinzheim (cn) – Seit rund eineinhalb Jahren fühlen sich Anwohner aus dem Wohngebiet Bammertsackerweg in ihrer Nachtruhe gestört. Die allgemeine Stimmung unter den Betroffenen: enttäuscht, hilflos, verzweifelt.

Die Anwohnerparkplätze, die mitunter zugeparkt werden, befinden sich neben einer Feuerwehrzufahrt. Foto: Nickweiler

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Die Anwohnerparkplätze, die mitunter zugeparkt werden, befinden sich neben einer Feuerwehrzufahrt. Foto: Nickweiler

Von Nickweiler, Christina

Anfang März haben sie sich mit einem Schreiben an Bürgermeister Erik Ernst gewandt. Dann kam Corona und es war Ruhe. Doch seit kurzer Zeit haben die nächtlichen Ruhestörungen durch Besucher einer Bar wieder eingesetzt. In dem Brief an den Bürgermeister ist von permanenten nächtlichen Ruhestörungen auch unter der Woche die Rede. Die Störungen würden „insbesondere durch laute Musik, lautstarkes Geschrei und Streitereien bis hin zu körperlichen Auseinandersetzungen auf den Parkplätzen vor den Hauseingängen Bammertsackerweg“ verursacht, heißt es in dem Schreiben. Weiter beklagen sich die Anwohner, dass sich die Ruhestörungen „mitunter bis morgens fünf Uhr“ hinziehen würden und „permanenter Lärm ständig an- und abfahrender Autos, lautes Zuschlagen der Türen und laufen gelassene Motoren“ auf den Parkplätzen der Anwohner durch Barbesucher verursacht würden. Diese Ruhestörungen seien „nicht hinnehmbar. Mehrfach musste bereits die Polizei gerufen werden, leider waren bis zum Eintreffen der Beamten die Ruhestörer nicht mehr zugegen“, berichten die Anwohner in dem Schreiben weiter.

Anwohnerparkplätze werden belegt

Die Shisha-Bar liegt direkt an der Sinzheimer Landstraße. Von dort fahren die Besucher über eine gepflasterte Fläche, um auf Parkplätze ihre Autos zu stellen, die eigentlich den Anwohnern gehören, die in den Wohnhäusern im Bammertsackerweg wohnen. Sperrbügel oder Poller gibt es auf den Privatparkplätzen bisher keine. Auch Anwohner östlich der Landstraße bestätigen auf Nachfrage die nächtlichen Ruhestörungen.

Wenige Tage nach dem Schreiben kam sodann auch die Antwort des Rathauschefs: Er könne verstehen, dass die nächtlichen Störungen für die Anwohner belastend seien, aber „als Gemeinde haben wir selbst keine Möglichkeit, diese zu unterbinden“. Ernst verweist die Anwohner an das Landratsamt. Es sei wichtig, dass bei nächtlichen Ruhestörungen immer die Polizei angerufen werde, damit mit einem „Vorkommnisbericht der Polizei“ das Landratsamt beispielsweise ein Bußgeldverfahren einleiten könne. Am Ende des Schreibens wünscht Ernst den Betroffenen, „dass so in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt den Störungen in der Nacht Einhalt geboten werden kann“.

Sicherheitskraft angestellt

„Ich will keinen Nachbarn nerven“, äußert sich der Barbetreiber auf Nachfrage gegenüber dem BT. Er wisse mittlerweile um das teils problematische Verhalten seiner Gäste im Umkreis der Bar, aber er freue sich, dass der Laden gut laufe, daher seien immer viele Gäste da und auch die Parkplätze vor der Shisha-Bar stets belegt. Wenn aber seine Gäste ihre Autos widerrechtlich auf Anwohnerstellplätze parken würden, müssten diese eben abgeschleppt werden, findet er. Ebenso erwähnt der Betreiber eine Sicherheitskraft, die für die Wochenenden angeheuert habe und die direkt vor der Bar ihren Dienst tue.

Auf Anfrage bestätigte die Pressestelle der Polizeidirektion Offenburg, dass die Polizei bereits Anfang Februar und seit vergangener Woche mehrere Male aufgrund nächtlicher Ruhestörungen von Gästen der Shisha-Bar herbeieilen musste. „Gäste stehen vor der Bar und unterhalten sich lautstark, aufgrund von Überfüllung haben sie keinen Platz mehr erhalten (Personen wurden zur Ruhe ermahnt)“, wird der Polizeibericht wiedergegeben. Weiter habe es Verstöße gegen die Corona-Verordnung gegeben.

Inzwischen hat auch das Landratsamt den Anwohnern geantwortet. Es weist darauf hin, dass die Parkplätze Privateigentum seien und es somit seitens des Landratsamtes keine Handhabe gebe. Allerdings sei der Betreiber der Shisha-Bar dafür verantwortlich, dass außerhalb seiner Gaststätte keine Ruhestörungen durch seine Gäste erfolge. Man habe den Betreiber „ausdrücklich auf seine rechtlichen Pflichten hingewiesen“. Weiter werden auch die Sperrzeiten erwähnt, die unter der Woche mit drei Uhr nachts und am Wochenende mit fünf Uhr morgens genannt werden.

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