Arbeit mit Sterbenden ist „zutiefst erfüllend“

Auch in der Corona-Krise versuchen die Ehrenamtlichen in Kontakt zu bleiben.  Symbolfoto: Hospizdienst

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Auch in der Corona-Krise versuchen die Ehrenamtlichen in Kontakt zu bleiben. Symbolfoto: Hospizdienst

Von Franz Vollmer

Von Franz Vollmer
Baden-Baden – Manchmal geht es einfach nur um Mitatmen. Dasitzen, Zuhören und Mitatmen. Tugenden, die ein Vierbeiner wie Kay exzellent beherrscht. Weshalb Renate Buschert ihren zwölf Jahre alten Königspudel auch gerne mitnimmt auf ihre Besuche, wiewohl der Vierbeiner keine Ausbildung in Trauerbegleitung genossen hat wie Frauchen. „Mit ihm gibt es sofort einen Anknüpfungspunkt. Die Leute fragen sogar nach ihm“, erzählt Buschert. Die Leute, das sind Menschen, die nicht mehr viel vom Leben zu erwarten haben, wenn überhaupt, die sterbenskrank oder bettlägerig ihre letzten Lebensbahnen ziehen. Die einfach jemanden in der Nähe brauchen, auch wenn zu viel Nähe gar nicht gut ist.
„Oberste Prämisse ist Distanz und Zurückhaltung“, sagt Renate Buschert, sie ist eine von rund 60 ehrenamtlichen Helfern im ambulanten Hospizdienst Baden-Baden. Und Distanz fängt schon mal bei der Ansprache an. „Wir vermeiden das Wir und das Du, in der Regel wird gesiezt“, erzählt sie. Auch Respekt ist ein Wort, das bei Sterbebegleitung oft fällt. Selbst Berührungen oder Körperkontakt sind nicht das Nonplusultra. „Viele Menschen wollen das nicht“, erzählt Buschert. Sterben sei halt noch immer ein sehr intimer Moment. Und Vertrauensaufbau kein Selbstläufer.

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Erstellt:
19. April 2020, 23:30 Uhr
Lesedauer:
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