Baden-Baden und Jalta: 20 Jahre „Partnerschaft besonderer Qualität“

Baden-Baden (red) – Am 7. Juli 2000 ist der Städtepartnerschaftsvertrag zwischen Baden-Baden und Jalta unterzeichnet worden. Demnach feiert die Freundschaft nun runden Geburtstag.

Vor 20 Jahren: Sigrun Lang und Wladimir Martschenko unterzeichnen die Urkunde. Foto: Stadtmuseum/Stadtarchiv

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Vor 20 Jahren: Sigrun Lang und Wladimir Martschenko unterzeichnen die Urkunde. Foto: Stadtmuseum/Stadtarchiv

Vor gut 20 Jahren – am 7. Juli 2000 – wurde der Städtepartnerschaftsvertrag zwischen Baden-Baden und Jalta unterzeichnet. Gerhard und Uta Ell, Verantwortliche für die Städtepartnerschaft mit Jalta, erinnern sich an die Anfänge: „Im Baden-Badener Gemeinderat dachte man nach dem Zusammenbruch der UdSSR über die Möglichkeit einer Partnerschaft mit einer Stadt im Osten Europas nach. Stadtrat Dr. Olaf Feldmann nutzte seine Zeit als Wahlbeobachter auf der Krim, um Gespräche mit den verantwortlichen Funktionären zu führen.“
So stellte Feldmann im Oktober 1991 den Antrag an den damaligen Oberbürgermeister Ulrich Wendt, Kontakte mit Jalta dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen. Nach weiteren beiderseitigen Gesprächen war es dann am 7. Juli 2000 schließlich soweit: Im Baden-Badener Kurhaus wurde der Partnerschaftsvertrag von den damaligen Stadtoberhäuptern Dr. Sigrun Lang (Baden-Baden) und Wladimir Martschenko (Jalta) unterschrieben.

Bereits seit 1995 haben laut einer Mitteilung der Stadtverwaltung viele Baden-Badener die berühmte Kurstadt am Schwarzen Meer besucht. Veranstaltet vom Städtepartnerschaftsverein und geleitet von Gerhard Ell, der auch Ehrenbürger der Stadt Jalta ist, haben im Laufe der Jahre rund 1300 Baden-Badener die zahlreichen Sehenswürdigkeiten Jaltas und der Krim bestaunt. Zusätzlich waren die vergangenen 20 Jahre geprägt von unzähligen kulturellen, sozialen und bürgerschaftlichen Projekten. Beginnend mit einem Schüleraustausch zwischen der Musikschule Jalta und dem Markgraf-Ludwig-Gymnasium, folgten humanitäre Hilfen in Form von Kleider- und Sachspenden, Bettentransporte zugunsten des Liwadija-Krankenhauses und des Entbindungsheimes Rodom.

Regelmäßiger Schüleraustausch

Dank der Spendenbereitschaft der Baden-Badener konnten über zehn Jahre die Kinder im Waisenhaus und weitere Kinder und Jugendliche im Behindertenzentrum finanziell unterstützt werden. Daneben erfolgte über Jahre hinweg ein reger Schüleraustausch zwischen dem Tschechow-Gymnasium Jalta und dem Richard-Wagner-Gymnasium Baden-Baden, und es kam zu einer aktiven Kooperation zwischen der Baden-Badener Philharmonie und der Krimphilharmonie. 2010 fand außerdem das große Europäische Jugendmusikfestival statt, an dem 50 Jugendliche aus Jalta mit dem Bus nach Baden-Baden kamen.

Seit dem Jahr 2014 sei es politisch bedingt stiller um die Städtepartnerschaft geworden, die dieser Tage vom amtierenden Oberbürgermeister aus Jalta, Iwan Imgrunt, als „Städtepartnerschaft von besonderer Qualität“ bezeichnet wurde. Trotz der besonderen Umstände führten Gerhard und Uta Ell weitere Bürgerreisen durch und begleiten auch weiterhin humanitäre Projekte. „In der Zeit der Corona-Pandemie und weiterhin unterschiedlicher politischer Ansichten zum völkerrechtlichen Status der Krim, funktionieren die partnerschaftlichen Beziehungen fast ausschließlich über das Internet“, heißt es in der Mitteilung der Stadt weiter. Hier findet ein reger Informationsaustausch zwischen Baden-Badens Ansprechpartnerin Ljuba Gribkowa und den Eheleuten Ell statt, die diese Städtepartnerschaft auf diese Weise am Leben erhalten.

Anlässlich des 20-jährigen Partnerschaftsjubiläums wurden gegenseitig Glückwünsche per Videobotschaft ausgetauscht. Beide Städte brachten darin zum Ausdruck, dass sie hoffen und wünschen, bald wieder eine Zeit erleben zu dürfen, in der sich diese städtepartnerschaftlichen Beziehungen mit der Intensität fortsetzen, wie sie einst begonnen haben.

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Erstellt:
10. Juli 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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