Baden-Badener Tafel hat zu kämpfen

Baden-Baden (red) – Die Verantwortlichen des Baden-Badener Tafelladens sind dankbar für die Unterstützung durch Ehrenamtliche und der Aktion-Mensch. Die Einrichtung hat diese Hilfe dringend nötig.

Im Baden-Badener Tafelladen freuen sich die Verantwortlichen und Ehrenamtlichen über die Unterstützung der Aktion-Mensch-Lotterie. Foto: Caritasverband

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Im Baden-Badener Tafelladen freuen sich die Verantwortlichen und Ehrenamtlichen über die Unterstützung der Aktion-Mensch-Lotterie. Foto: Caritasverband

Bei der Tafel ist man vorbereitet auf die kommenden Wochen. Dennoch ist Lorenz Hettel, der hier den Hut aufhat, betroffen von den Einbrüchen, die Corona nach sich zog und auch weiterziehen wird, heißt es in einer Mitteilung.

„Zwei Dinge haben sehr schnell funktioniert“, berichtet er, und er verweist auf die Ehrenamtlichen, die das Team unterstützt haben und die Aktion Mensch, die sehr unkonventionell Beistand geleistet hat. Hettel: „Dank der Soforthilfe, war es uns nach dem Lockdown sehr schnell möglich, wieder zu öffnen.“ In großzügiger Weise habe man Geld zur Verfügung gestellt, um den besonderen Anforderungen Rechnung tragen zu können, heißt es in der Mitteilung der Caritas weiter. Neben Mitteln für Hygieneartikel wurde auch bei der Finanzierung von zwei Hilfskräften geholfen.

Aktion Mensch hat schon Milliarden gespendet

Die Aktion-Mensch-Lotterie finanziert mit ihren Erlösen bis 1.000 Euro soziale Projekte im Monat. Dieses soziale Engagement unterstützen rund 4,6 Millionen Lotterieteilnehmer, die mit ihrem monatlichen Einsatz dazu beitragen, die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen sowie Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Die Aktion Mensch hat seit ihrer Gründung im Jahr 1964 mehr als 3,5 Milliarden Euro an soziale Projekte weitergegeben.

„Zusammen füreinander da“, so lautete der Titel des Konzepts, welches das Tafel-Team bei der Aktion Mensch eingereicht hat. „Ich weiß nicht, wo wir heute wären, wenn wir diese Unterstützung nicht bekommen hätten“, ist Hettel sehr dankbar. Dabei ist die Sache noch längst nicht ausgestanden, schildert er die Problematik, die sich für die Tafel auftut. Denn auch hier musste – trotz der finanziellen Hilfe – der Gürtel enger geschnallt werden. Drei Wochen blieb das Geschäft geschlossen, in den beiden Folgewochen wurden Tüten gepackt, in denen sich Grundlebensmittel befanden, die gegen eine sehr geringe Schutzgebühr an Berechtigte abgegeben wurden. „Uns fehlen somit quasi die Einnahmen von mehreren Wochen“, erläutert Lorenz Hettel.

Wegen Corona: Kein Auszubildender eingestellt

Inzwischen herrscht zwar Normalbetrieb, allerdings nur mehr an zwei statt bislang an drei Tagen, verweist er auf die personelle Situation. „Aber dieser Tag fehlt uns einfach“, sagt er und hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Abläufe zu optimieren. So wird auch der Raum der ehemaligen Gaststätte Cäcilienberg zwischenzeitlich als Verkaufsraum genutzt, damit mehr Personen parallel einkaufen können. Hettel: „Auf diese Weise sind wir sehr viel flexibler.“ Doch manche Kunden, insbesondere aus der Risikogruppe, bleiben seit Wochen der Tafel fern. „Sie haben Angst und ich kann das verstehen.“

Doch so richtig hart getroffen habe ihn die wirtschaftliche Situation der Tafel auf einer ganz anderen Ebene. Hettel: „Es ist das erste Mal innerhalb von zehn Jahren, dass wir keinen Lehrling eingestellt haben. Wir kriegen das finanziell nicht geschultert.“ 14 Auszubildende haben hier zuvor bereits ihre beruflichen Weihen als Einzelhandelskaufleute erworben. „Das tut uns richtig weh.“ Denn diese Hilfe durch eine permanent anwesende Kraft, die wird im kommenden Jahr ganz besonders fehlen, wenn Lorenz Hettel seinen Ruhestand einleitet.

„Was bei uns alles hinter der Kulisse, außerhalb unserer Öffnungstage zu tun ist, summiert sich ganz schön“, macht er deutlich, dass er diese vielfältigen Aufgaben kaum alleine bewältigen kann und sie auch nicht auf die Schultern von Ehrenamtlichen abzuwälzen vermag. Obendrein wird nun auch die bislang von der Aktion Mensch finanzierte Hilfe für die erhöhten Anforderungen in Sachen Unterstützung entfallen.

„Wir kämpfen natürlich weiter. Aber leichter wird es auf keinen Fall“, hofft er auf Hilfe in Form von Spenden, um das wirtschaftliche Defizit zu verringern und den Tafelkunden weiterhin günstige Lebensmittel anbieten zu können, so schreibt die Caritas in ihrer Mitteilung abschließend.

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Erstellt:
26. November 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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