Bürgerinitiative freut sich über die Absage der Ostanbindung

Sinzheim (cn) – Die BI „Verhinderung der Ostanbindung“ wird sich vorerst nicht auflösen: „Wir bleiben auf Habacht-Stellung“, sagte Sprecherin Christiane Schneider

Im Jahr 2017 formiert sich der Protest bei einer Exkursion mit dem Rad in den Schiftunger Bruch.  Foto: Archiv Nickweiler

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Im Jahr 2017 formiert sich der Protest bei einer Exkursion mit dem Rad in den Schiftunger Bruch. Foto: Archiv Nickweiler

Von Christina Nickweiler

Die Freude unter den Mitstreitern der Bürgerinitiative (BI) „Verhinderung der Ostanbindung“ über das Aus des vom Landkreis favorisierten Autobahnanschlusses bei Schiftung ist groß. In einem Schreiben an die Mitglieder der BI bedanken sich die beiden Sprecher Christiane Schneider und Roman Schmieder für die Anstrengungen aller, um das Projekt zu stoppen. „Engagement und Widerstand lohnen sich eben doch“, heißt es in der Mitteilung der BI, die dem BT vorliegt. „Trotz Absage vom RP hat der Landrat nochmal eine Fachanwaltskanzlei beauftragt, die auch nochmal prüfen sollte, ob der Absage der Ostanbindung gefolgt werden soll. (Natürlich auf Kosten der Steuerzahler)“, lautet es in dem Schreiben. Weiter ist von einem „vernichtenden Urteil“ die Rede. Die Bürgerinitiative hatte sich im Sommer 2017 in Schiftung gegründet und seither gegen die Zerstörung des Schiftunger Bruchs, aber auch zum Schutz der in Sinzheim und seinen Teilorten lebenden Menschen mobil gemacht. Die BI organisierte Versammlungen, Unterschriftenaktionen und suchte den Dialog mit den Bürgervertretern. Am Ende lagen laut Schneider dem Regierungspräsidium 450 Einsprüche und rund 2.000 Unterschriften gegen das Straßenbauprojekt vor.

Kritische Punkte auf den Tisch gebracht

Der Mitteilung an die BI-Mitstreiter ist ein Anschreiben beigefügt, das an die vom Landkreis beauftragte Fachanwaltskanzlei gerichtet ist. Darin heißt es seitens der BI: „Mit großer Erleichterung – ach was, sagen wir – mit großer Freude und Genuss haben wir ihre gutachterliche Stellungnahme zum Bauvorhaben Direktanbindung des Baden-Airparks an die BAB 5 gelesen und vor Ort live in der Ausschusssitzung des Kreistages Rastatt am 30.06.20 verfolgt. In ihren Ausführungen wurden alle kritischen Punkte beleuchtet und auf den Tisch gebracht, die wir seit Jahren bei den zuständigen Behörden, Bürgermeistern, Kreisräte kritisiert haben. Wir wurden belächelt, als Verkünder von Unwahrheiten beschimpft und schließlich ignoriert.“ Weiter schreibt die BI, dass trotz der eingebrachten Petition der Bürgerinitiative und der nochmaligen Darlegung von „Schwachstellen“ der direkten Autobahnanbindung „vehement weiter ‚mit dem Kopf durch die Wand‘ an dem Projekt festgehalten“ und dieses weiter vorangetrieben worden sei. „Welch eine Verschwendung von Steuergeldern war uns damals schon bewusst. Aber seitens der Volksvertreter wurde weiter stur an dem Projekt festgehalten“, fasst die BI die Geschehnisse zusammen. Und weiter heißt es: „Als BI, in enger Kooperation mit dem NABU und der Bürgervereinigung Halberstung, können wir nun zu recht sagen, dass sich unser aller Engagement gelohnt hat, diesen politisch gewollten Irrsinn zu stoppen.“ Gegenüber dem BT legte Schneider dar, dass sich die BI vorerst nicht auflösen wird. „Wir bleiben auf Habacht-Stellung“, sagte sie.

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Erstellt:
5. Juli 2020, 11:27 Uhr
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