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Hochwasser: Alarmstufe eins ausgerufen

Baden-Baden (nof) – Der Starkregen von Sonntag auf Montag hat die Rettungskräfte in Baden-Baden auf Trab gehalten. Um 6.47 Uhr wurde am Montag die Hochwasseralarmstufe 1 ausgerufen.

Seenlandschaft: Kurz vor der Blutbrücke ist die Oos über die Ufer getreten. Foto: Holzmann

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Seenlandschaft: Kurz vor der Blutbrücke ist die Oos über die Ufer getreten. Foto: Holzmann

Von Nico Fricke, Harald Holzmann

Der anhaltende Starkregen von Sonntag auf Montag hat die Rettungskräfte in Baden-Baden auf Trab gehalten. Um 6.47 Uhr gestern morgen wurde die Hochwasseralarmstufe eins ausgerufen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Oos bei der Messstelle am Aumatt-Stadion die Marke von 1,63 Metern erreicht. Schon in den Nachtstunden hatte der sonst so beschauliche Bach eine Baustelle im Bereich Schwarzwald- und Wörthstraße überflutet. Und diese sollte nicht die letzte gewesen sein.

Ein Einsatzschwerpunkt bildete gestern der Grobbach an der Geroldsauer Mühle. Dort steckte ein Bagger fest, der im Rahmen von Arbeiten für das dort entstehende neue Mühlrad genutzt worden war. Laut Baufirma stand der Bagger auf einer angelegten Baustraße. Eines von drei zur Durchleitung des Wassers vorgesehenen Rohren sei verstopft worden, habe sich losgerissen und den Bagger dann nach hinten kippen lassen.

Dieser konnte gestern nicht mehr hinausgefahren werden und behinderte die Wassermassen am Abfließen. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und DLRG waren vor Ort, um weiteres Baumaterial zu sichern. Während am Vormittag noch überlegt wurde, den 21-Tonnen-Bagger mit einem Kran zu bergen, kam am frühen Nachmittag die Nachricht, dass das Gefährt zunächst im Bach verbleiben soll. „Ohne die Gefährdung von Menschenleben ist eine Bergung derzeit nicht möglich“, informierte Roland Seiter, Pressesprecher der Stadt Baden-Baden.

Baustelle geflutet: Der Bagger an der Geroldsauer Mühle schafft es nicht mehr aus dem Grobbach. Foto: Wagner

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Baustelle geflutet: Der Bagger an der Geroldsauer Mühle schafft es nicht mehr aus dem Grobbach. Foto: Wagner

Bei der Baustelle an der Fieserbrücke war man auf die Hochwassersituation vorbereitet. „Der Starkregen war ja angekündigt. Deshalb haben die Arbeiter den in der Oos stehenden Radlader schon am Freitag herausgeholt“, sagte Seiter. Die in der Oos stehenden Sandsäcke, sogenannte Big Packs, seien zwar überspült worden, hielten den Wassermassen aber noch stand. Die Arbeiten auf der Brücke konnten gestern fortgesetzt werden.

Gestern früh war der städtische Baubetriebshof seit 3 Uhr im Einsatz, erklärte der Stadtpressesprecher: „Die Mitarbeiter kontrollieren die Rechen und Brücken im gesamten Stadtgebiet von Haueneberstein bis ins Rebland.“ Es gebe eine speziellen Ablaufplan für solche Fälle. „Wo nötig, werden Schwemmgut und Äste beseitigt, um das Wasser abfließen zu lassen.“

Vorsorge: Das Theresienheim schottet sich ab. Foto: Holzmann

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Vorsorge: Das Theresienheim schottet sich ab. Foto: Holzmann

In Lichtental ist laut Seiter der Dimpfelbach über die Ufer getreten. Die Dimpfelbachstraße glich gestern früh einem reißenden Wildbach. Der Dimpfelbach schwemmte Teile der verbliebenen Fahrbahnoberfläche weg, dort werden gerade die Dohlen erneuert. Anwohner machten sich Sorgen darüber, ob das Wasser irgendwann in Keller oder Garagen laufen wird. „Hoffentlich regnet es nicht weiter“, meinte die Bewohnerin eines Hauses an der Baustelle. Wie Pressesprecher Seiter informierte, wurde das Sandsacklager bei der Feuerwehr in Lichtental für die Bürger vorsorglich geöffnet.

Schäumende Flut: Der Geroldsauer Wasserfall kann die braunen Wassermassen kaum fassen. Foto: BT-Leserin Birgit Daig

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Schäumende Flut: Der Geroldsauer Wasserfall kann die braunen Wassermassen kaum fassen. Foto: BT-Leserin Birgit Daig

Wie bei Hochwasseralarm üblich, ist gestern in der Feuerwehrhauptwache in der Weststadt der „Führungsstab“ zusammengetreten. Diesem gehören neben der Feuerwehr die Polizei, THW, DLRG, Bergwacht, DRK, die städtische Tiefbauabteilung sowie die Stadtwerke an. Bis zum Mittag verzeichnete die Feuerwehr insgesamt 15 hochwasserbedingte Einsätze.

Land unter: In der Dimpfelbachstraße sucht sich der Bach einen Weg. Foto: Holzmann

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Land unter: In der Dimpfelbachstraße sucht sich der Bach einen Weg. Foto: Holzmann

Die Durchflussmenge der Oos lag bei der Messstelle am Aumattstadion zeitweise bei rund 30 Kubikmetern pro Sekunde: „Das ist ordentlich, aber das steckt die Oos noch weg“, so Seiter, der sich gut an das Rekord-Hochwasser vom Herbst 1998 erinnert: „Damals erreichte der Oospegel 2,92 Meter.“ Davon war die Oos gestern Nachmittag mit 1,38 Metern weit entfernt. Doch der nächste Starkregen war da bereits angekündigt. Von Entwarnung konnte daher keine Rede sein. „Wir müssen abwarten, was die Nacht so bringt“, sagte Seiter. Die Mitglieder des Führungsstabs seien jedenfalls auf Abruf erreichbar, „falls der Regen wieder zunimmt“.

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Erstellt:
4. Februar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

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