Emissionsfreies Feuerwerk

Baden-Baden (red) – Ein musikalisches Feuerwerk der emissionsfreien Art zündete die Philharmonie Baden-Baden am Silvesterabend . Auf dem Programm standen Komponisten, die während ihres Schaffens ihre Blicke über Ländergrenzen hinweg warfen.

Bravorufe: Trompeter Christoph Schiestl erntet für seine Darbietung des Rondos aus dem Konzert Es-Dur von Johann Nepomuk Hummel reichlich Applaus. Foto: Gareus-Kugel

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Bravorufe: Trompeter Christoph Schiestl erntet für seine Darbietung des Rondos aus dem Konzert Es-Dur von Johann Nepomuk Hummel reichlich Applaus. Foto: Gareus-Kugel

Von Veronika Gareus-Kugel

Baden-Baden – „Europa- Blicke über die Grenzen“. Unter dieses Motto stellte die Philharmonie Baden-Baden die vergangenen zwölf Monate ihrer Spielzeit. Diesen Vorgaben sollte das Orchester bis zuletzt folgen. Mit einem philharmonischen Feuerwerk zu Silvester verabschiedeten sich die Musiker von einem ereignisreichen Musikjahr und von ihrem kräftig applaudierenden Publikum. Auf dem Programm standen Komponisten, die während ihres Schaffens ihre Blicke über Ländergrenzen hinweg warfen.

Schöner als mit Musik kann man ein Jahr nicht ausklingen lassen. Auch gehören die beiden Silvesterkonzerte im Weinbrennersaal zu den lieb gewordenen Traditionen zur Jahreswende.

167 Jahreswechsel hat das Orchester bereits hinter sich gebracht. An Silvester griff das Ensemble erneut zu den Instrumenten, um die Konzertbesucher von den Harmonien der Ouvertüre aus der Oper „Zar und Zimmermann“ (Albert Lortzing) in eine andere Welt tragen zu lassen. Durch die Konzertereignisse führte Arndt Joosten mit viel Wissenswertem zu Komponisten und ihren Tondichtungen.

Die Ouvertüre war der Auftakt eines heiteren und schwungvollen Musikreigens. Innerhalb dessen war eine temperamentvoll dargebotene Ballettmusik aus der Oper „Le Cid“ (Jules Massenet) zu hören, ebenso das Stück „Norwegischer Künstlerkarneval“ von Johan Svendsen. Ein Norweger, der in Leipzig Musik studierte und diesen Titel als Hofkapellmeister im dänischen Kopenhagen komponierte. Gezündet wurde von den Orchestermitgliedern unter dem engagierten Dirigat von Pavel Baleff ein emissionsfreies Feuerwerk der Klänge.

Gaetano Donizetti soll zeitlebens 71 Opern geschrieben haben, die auf lange Zeit bis auf acht aus den Spielplänen der Opernhäuser verschwunden waren. Von diesem Schicksal nicht betroffen war das Opernwerk „Don Pasquale“, aus dem die Ouvertüre und die Introduktion zum zweiten Akt präsentiert wurden. Eine alles in allem humorvolle und spritzige Angelegenheit. Das Trompetensolo übernahm Christoph Schiestl.

Dieser meldete sich an anderer Stelle mit einem weiteren wunderbaren und eindrucksvollem Solo auf der Bühne zurück. Für die wohltemperierte und klangvoll dargebotene Interpretation des Rondos (dritter Satz) aus dem Concerto für Trompete und Orchester Es-Dur von Johann Nepomuk Hummel erntete er nicht nur den Applaus der Orchestermitglieder, sondern auch Bravorufe aus dem Publikum.

In erdige und kraftvolle Tanzwelt entführt

Das traditionsreiche Ensemble entführte mit perlenden Harfenklängen und Melodiebögen voller Schönheit in die facettenreiche Welt des Tanzes. Zunächst mit dem Blumenwalzer aus dem Ballett „Der Nussknacker“ von Piotr Iljitsch Tschaikowski.

Die „Ungarischen Tänze“ Nummer 14, 13 und 1 von Johannes Brahms sollten folgen. Wobei nur Letzterer von Brahms selbst orchestriert wurde, wie Joosten ausführte. In eine ganz andere Tanzwelt, in eine erdigere und kraftvolle, sind die rumänischen Tänze des Ungarns Béla Bartók einzuordnen. Direkt in die Walzerseligkeit führten die „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauß (Sohn). Sich betören ließ das Konzertpublikum auch von Anton Dvoráks „Slawischen Tänzen“, die rhythmisch eher in den böhmischen und mährischen Tanztraditionen ihre Verankerung haben.

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Erstellt:
2. Januar 2020, 00:00 Uhr
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