Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Es bleibt die Hoffnung

Baden-Baden (uj) – Still ist es im Moment in der Baden-Badener Jugendherberge. Alles ist anders als in den anderen Jahren.

Herbergsmutter Andrea Müller ist jetzt noch ziemlich allein im Haus, doch sie hofft, dass sich das vielleicht  zu Pfingsten ändert. Foto: Philipp

© up

Herbergsmutter Andrea Müller ist jetzt noch ziemlich allein im Haus, doch sie hofft, dass sich das vielleicht zu Pfingsten ändert. Foto: Philipp

Von Ulrich Philipp

An der Werner-Dietz-Jugendherberge herrscht normalerweise spätestens ab März Hochbetrieb. Schulklassen, Familien oder Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres sorgen für ein volles Haus. In diesem Jahr herrscht bislang vor allem Ruhe in dem Gebäude auf dem Hardberg. Aufgrund der Beschlüsse des Landes zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist das Haus wie die 45 weiteren Jugendherbergen in Baden-Württemberg geschlossen.
Das Badische Tagblatt hat mit den Herbergseltern Andrea Müller und Uwe Essig gesprochen. „Jetzt wird es doch ernst“, habe sie vor wenigen Wochen gedacht, als der Vertrag einer Mitarbeiterin nicht verlängert werden konnte, sagt Müller. Drei Festangestellte sowie 13 Teilzeit- und Minijobber erhalten soweit möglich Kurzarbeitergeld, und auch die anderen werden weiterhin bezahlt. Obwohl es außer Rasenmähen und Reinigungsarbeiten momentan kaum etwas zu tun gibt. Landschulaufenthalte von Schulklassen aus ganz Deutschland wurden storniert, genau wie Familienausflüge und die Seminare des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das regelmäßig ihre FSJ-ler, also Jugendliche, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, hier ausbildet. „Die machen jetzt alles digital“, erklärt Müller. „Uns bleibt momentan nur der Blick nach vorne in der Hoffnung, dass sich die Lage so entwickelt, dass die Gäste wiederkommen können“, stellt Müller fest.

Vor allem brauche man Planungssicherheit und klare Regeln, wie der Betrieb wieder aufgenommen werden könne. So gebe es bereits neue Anfragen, vor allem von Familien, denen sie gerne zusagen würde. Bis dies wieder möglich ist, werden schon einmal verschiedene Maßnahmen durchgespielt. So sind die 17 Sitzplätze im Foyer, wo Kaffeeautomaten stehen, auf sechs geschrumpft, um den Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten zu können. Von den 90 Plätzen im Speisesaal blieben gerade 20 übrig und eine Essensausgabe hinter Plexiglasscheiben muss die Selbstbedingung am Büffett ersetzen, „denn die Menschen sollen sich ja möglichst wenig im Raum bewegen und berühren“, hat sich Müller bereits schlaugemacht. Dennoch würde es sich lohnen, den Betrieb auch mit geringeren Belegungszahlen aufzunehmen. Idealerweise sollten auch das benachbarte Hardbergbad und der Europapark in Rust wieder öffnen, mit den beiden Einrichtungen habe bislang eine „win-win Situation“ bestanden, man habe voneinander profitiert.

Gute Nachrichten kommen unterdessen aus der Stuttgarter Zentrale des Landesverbandes des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH). Wie die Marketingleiterin Pia Bah auf BT-Anfrage erklärte, habe das Land Zuschüsse zugesagt. Man hoffe, zu Pfingsten wieder öffnen zu können, was allerdings von den Hygienerichtlinien abhänge. Damit besteht auch für Andrea Müller und Uwe Essig noch Hoffnung, dass der geplante Aufenthalt von zahlreichen belgischen Jugendlichen vom 1. Juli bis Ende August stattfinden kann. „Die Gruppe hat noch nicht abgesagt“, betont Müller.

Zum Artikel

Erstellt:
20. Mai 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen