Gartenvögel zählen: NABU bittet um Mithilfe

Baden-Baden (up) – Der Naturschutzbund NABU bittet von Freitag, 8. Mai, bis Sonntag, 10. Mai, Freiwillige um Hilfe. Bei der „Stunde der Gartenvögel“ können Interessierte in ihren Gärten oder öffentlichen Anlagen innerhalb einer Stunde alle Vögel zählen, die sie sehen.

So sieht eine Amsel aus: NABU-Geschäftsführer Martin Klatt gelingt es, am Ufer der Oos anhand von Sichtkontakt oder dem Zwitschern Vögel zu identifizieren. Foto: Philipp

© up

So sieht eine Amsel aus: NABU-Geschäftsführer Martin Klatt gelingt es, am Ufer der Oos anhand von Sichtkontakt oder dem Zwitschern Vögel zu identifizieren. Foto: Philipp

Von Ulrich Philipp

Bei der „Stunde der Gartenvögel“ haben in Baden-Baden im vergangenen Jahr 55 Teilnehmer in 40 Gärten insgesamt 1162 Vögel entdeckt. In diesem Jahr findet die Aktion des Naturschutzbundes (NABU) vom 8. bis zum 10. Mai statt.
Dabei sollen Vogelfreunde in ihren Gärten oder öffentlichen Anlagen innerhalb einer Stunde alle Vögel zählen, die sie sehen und diese möglichst auch identifizieren. Im vergangenen Jahr habe man sehen können, dass es den Gartenvögeln zwar noch immer deutlich besser gehe als den Feldvögeln, aber auch bei ihnen mache sich der Insektenschwund bemerkbar, teilt der NABU mit. Das Badische Tagblatt hat mit dem Biologen und Geschäftsführer der NABU-Geschäftsstelle Baden-Baden/Rastatt, Martin Klatt, eine kleine Exkursion unternommen, um zu sehen und zu hören, welche Vogelarten in der Kurstadt derzeit heimisch sind.

Schon nach wenigen Metern auf dem Weg entlang der Klosterwiese identifiziert Klatt anhand der Vogelstimmen eine Amsel, einen Hausrotschwanz, Kohl- und Blaumeisen sowie Grünfinken und Stare, die „klassischen Vogelarten in den Gärten“, sagt der Naturschützer. Wer bei der „Stunde der Singvögel“ mitmache, könne diese entweder anhand ihres Zwitscherns identifizieren und zählen, oder aber nach einem Sichtkontakt, betont Klatt. Und um zu vermeiden, dass hin und her fliegende Tiere mehrmals gezählt würden, solle man immer nur die Anzahl von Tieren festhalten, die man gleichzeitig sehe.

Am besten morgens oder abends

„Je mehr Menschen mitmachen, desto geringer sind die statistischen Ungenauigkeiten“, so der Biologe. Nach wenigen Metern entdeckt er auch eine Ringeltaube, einen Kleiber sowie einen Buchfinken. Auf dem Rückweg entlang der Oos sind neben Stockenten auch Türkentauben, Rotkehlchen, Grauschnäpper, Mönchsgrasmücken und Bachstelzen zu sehen. Die entlang des Ufers liegenden Gärten bieten ideale Lebensräume für die Vögel, im Gegensatz zu Gärten mit Schotterbeeten, die immer häufiger anzutreffen sind. Auch wenn in ihnen das ganze Jahr über Vogelfutter ausgelegt wird, „ist dies kein Beitrag zum Vogelschutz“, stellt der Biologe klar. Wichtiger sei es, dass sich die Vögel im Garten verstecken und Nester bauen könnten. „Je mehr der Garten von diesen Dingen bietet, desto wertvoller ist er für den Naturschutz!“, so Klatt.

Wer bei der „Stunde der Gartenvögel“ mitmache, werde erfahren wie entspannend es sei, Vögel zu beobachten, ergänzt er. Die beste Zeit zur Beobachtung der Vögel sei am Morgen und am Abend.

Die Menschen verbringen derzeit coronabedingt mehr Zeit im heimischen Garten oder gehen viel spazieren: Da geht ihnen das fröhliche Zwitschern der Vögel ins Ohr. Sind es dieses Jahr vielleicht sogar mehr Vögel als in den Vorjahren? Mit dieser Frage beschäftigt sich dieser BT-Artkel.

Zum Artikel

Erstellt:
7. Mai 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 20sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.