Kein Verzicht auf „Gassi gehen“

Baden-Baden (hez) – Die Corona-Krise bereitet auch dem Baden-Badener Tierheim einige Probleme. Die Vermittlung ist schwierig, und für Sondereinsätze – meist geht es dabei um das Einsammeln von entlaufenen beziehungsweise herrenlosen Tieren – steht kaum Schutzkleidung zur Verfügung.

Mehr Schatten als Sonne: Für die finanzielle Situation des Tierheims stehen die Zeichen momentan nicht gerade gut. Foto: Zeindler-Efler

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Mehr Schatten als Sonne: Für die finanzielle Situation des Tierheims stehen die Zeichen momentan nicht gerade gut. Foto: Zeindler-Efler

Von Henning Zorn

Auch wenn das Haus im Märzenbachweg (Oberbeuern) momentan für Besucher geschlossen ist, „so sind wir doch die ganze Zeit da“, betont Jessica Reichynek vom Tierheim-Team. Schließlich müssen die vierbeinigen oder gefiederten Bewohner versorgt werden.

Die Hunde brauchen in der Regel auch nicht aufs geliebte „Gassi gehen“ verzichten, denn die „Spaziergänger“ – Helfer aus der Bevölkerung, die die Tiere regelmäßig ausführen – kommen weiter vorbei. Allerdings müssen diese Touren so koordiniert werden, dass die Helfer immer nur einzeln und nicht im Pulk vor dem Tierheim stehen.

Nur telefonisch sind Anfragen möglich

Ansonsten, so Reichynek, gehe es in diesen Tagen aber recht ruhig im Tierheim zu – sieht man einmal ab vom üblichen Bellen der Hunde. Die Vermittlung von Tieren sei recht schwierig geworden. Man nehme zwar telefonische Anfragen entgegen, doch so etwas habe momentan nur dann Sinn, wenn der Interessent auch einigermaßen genaue Vorstellungen davon habe, was für ein Tier es denn sein soll. Die Tierheim-Mitarbeiter versuchen dann, am Telefon abzuklären, wie ernst es dem Anrufer mit seinem Tierwunsch ist und ob eine Vermittlung erfolgen kann. Wer sich hingegen erst einmal in Ruhe im Tierheim umsehen will, dem kann zurzeit nicht geholfen werden.

Allerdings ist jetzt auch eine recht gebremste Nachfrage nach Tieren festzustellen. „Die Leute haben eben in dieser Zeit anderes im Kopf“, meint Reichynek. Auch sei immer wieder einmal die Angst spürbar, dass Tiere das Coronavirus übertragen könnten. Zu diesem Thema hat der Deutsche Tierschutzbund erst kürzlich darauf hingewiesen, dass nach bisherigen Erkenntnissen Tiere das Virus weder weitergeben noch daran erkranken können.

Nur zwei Schutzmasken vorhanden

Einsätze zum Einsammeln von Tieren werden vom Tierheim-Team weiterhin durchgeführt, doch die mangelnde Schutzausrüstung bereitet Reichynek doch einige Sorgen: „Wir haben für solche Zwecke gerade einmal zwei Schutzmasken.“ Für die finanzielle Situation des Heims stehen die Zeichen momentan nicht gerade gut. Durch geringere Vermittlungen und dem Rückgang der Abgabe von Pensionstieren fehlen dringend benötigte Einnahmen. Daher ist man sehr auf Spenden angewiesen.

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Erstellt:
16. April 2020, 15:00 Uhr
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