„Keiner kann gute Zeiten garantieren“

Baden-Baden (fs) – Gerhard Herbrich (Foto: Fauth-Schlag) ist ein mit seinem Beruf glückliches und zufriedenes Mitglied der Baden-Badener „Katastrophenschutzfamilie“, wie er sie nennt.

„Keiner kann gute Zeiten garantieren“

Oberster Katastrophenschützer der Stadt: Gerhard Herbrich wird morgen von der Bundeswehr geehrt. Foto: Fauth-Schlag

Gerhard Herbrich ist ein mit seinem Beruf glückliches und zufriedenes Mitglied der Baden-Badener „Katastrophenschutzfamilie“, wie er sie nennt. Morgen wird er im Alten Ratssaal mit dem Ehrenkreuz in Silber der Bundeswehr ausgezeichnet. Er bekommt die für Zivilisten seltene Auszeichnung für seine gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr.

Herbrich ist seit 2002 Leiter der Abteilung Katastrophenschutz und Verwaltung im Fachgebiet Öffentliche Ordnung der Stadt und seit 2012 stellvertretender Leiter des Fachgebiets. In dieser Funktion interagiert er ständig mit den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des DRK, der Feuerwehr, des THW, der Bergwacht, der DLRG, aber auch der Notfall-Seelsorge der Kirchen, dem Notfall-Krisenteam, der integrierten Leitstelle Mittelbaden, dem Rettungsdienst, der Landes- und Bundespolizei, den leitenden Notärzten und den Katastrophenschutzkolleginnen und- kollegen des Regierungsbezirks Karlsruhe.

BT-Austräger im „Franzosenviertel“

Seine ersten Sporen verdiente sich der junge Mann übrigens noch als Schüler fast zwei Jahre lang als BT-Austräger im sogenannten „Franzosenviertel“, der heutigen Cité. 120 Zeitungen hatte er täglich von 4.30 bis 6.30 Uhr auszutragen und förderte nebenbei so auch noch die deutsch-französische Freundschaft. An Einsätzen, die er zu koordinieren hat, herrscht in Herbrichs heutiger Position kein Mangel, denn: „Keiner kann gute Zeiten garantieren“, wie er sagt. Hochwasserkatastrophen, Orkan-Ereignisse wie „Lothar“ oder „Kyrill“ 1999 oder 2007, sind nur wenige Beispiele, wo die Katastrophenschutzhelfer entscheiden müssen, wie die Bevölkerung versorgt und geschützt werden kann.

Aber das ist noch längst nicht alles, was den Katastrophenschützern obliegt. Eine ganze Reihe von Übungen beziehen sich auch auf Themen Erdbeben, Unwetter, Bahnunfälle, Tierseuchenkrisen, Unfälle auf dem Rhein, Evakuierung der Klinik Balg oder Stromausfälle. Auf all diese Eventualitäten ist Gerhard Herbrich, der seine Laufbahn mit der Grundausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Lahr begann, dank unzähliger Aus- und Fortbildungsmaßnahmen bestens vorbereitet. Selbst für das G20-Treffen der Finanzminister im März 2017 sind schon alle Fäden bei ihm zusammen gelaufen.

Auch in diesem Jahr wartet wieder ein Haufen Arbeit auf ihn. Im März beginnen die Vorbereitungen der Katastrophenschutzübungen „Stromausfall“, im Sommer die für Vorbereitungen zur Leitung der Erhebungsstelle Zensus (Volkszählung) im Stadtkreis Baden-Baden 2021. All dies obliegt Gerhard Herbrich – und diese abwechslungsreiche Tätigkeit bereitet ihm Freude. Unterstützt wird er bei alledem immer auch von seiner Gattin Claudia und den Söhnen Thorsten und Lukas, die ihm den Rücken freihalten.