Macher gegen das Virus

Baden-Baden (marv) – Zahlreiche Menschen stellen derzeit ehrenamtlich Mund-Nasen-Schutz oder mit dem 3D-Drucker Face Shields her. Peter Fernau aus Lichtental sammelt diese Schutzausrüstung zentral und koordiniert mit einem kleinen Team von Freiwilligen die Verteilung an Pflegeeinrichtungen aus der Region, die Bedarf anmelden.

Schutz aus der Region: Andrea Weldle trägt ein Face Shield und darunter eine handgemachte Stoffmaske. Foto: Peter Fernau

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Schutz aus der Region: Andrea Weldle trägt ein Face Shield und darunter eine handgemachte Stoffmaske. Foto: Peter Fernau

Von Marvin Lauser

Macher gegen das Virus – unter diesem Slogan haben sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz gerade Menschen zusammengetan, um sich und Andere vor einer Erkrankung mit Covid-19 zu schützen.
Der 67-jährige Peter Fernau aus Lichtental koordiniert seit dem 10. März in Baden-Baden und Umgebung die Herstellung und Verteilung von handgefertigtem Mund-Nasen-Schutz und Face Shields aus dem 3D-Drucker. „Zwölf bis 14 Stunden“ am Tag widmet er sich diesem Thema. Eigentlich leitet Fernau die Agentur Grupo/Futuro und koordiniert nach eigenen Angaben Projekte mit bis zu 1000 Beteiligten. Im Moment organisieren er und sein achtköpfiges Team gemeinsam mit weiteren 16 Freiwilligen den Hub (etwa Knotenpunkt, aus dem Englischen) für die Kurstadt und die Region. Auch an den Agenturstandorten Berlin und Stuttgart engagieren sich Grupo/Futuro-Mitarbeiter in diese Richtung. Fernaus Sohn Lukas leitet den Hauptstadt-Hub mit zehn Mitarbeitern, Johannes Felzmann den Hub in der Landeshauptstadt. Laut Fernau läuft die Organisation online auf Slack, Facebook und Whatsapp ab.

Peter Fernau koordiniert derzeit 12 bis 14 Stunden täglich ehrenamtlich die Schutzausrüstungsverteilung an Pflegebetriebe in der Redaktion.  privat

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Peter Fernau koordiniert derzeit 12 bis 14 Stunden täglich ehrenamtlich die Schutzausrüstungsverteilung an Pflegebetriebe in der Redaktion. privat

Fernau pflegt eine Liste mit den Pflegediensten und -einrichtungen der Region und notiert Bedarf sowie Lieferungen. 25 Helfer kümmern sich laut Fernau derzeit um die Herstellung von Stoffschutz und den Druck von Schildmasken, konfektionieren und verteilen sie. Jeden Tag melden sich weitere Helfer oder bringen selbstgenähte Stoffmasken oder Einzelteile für Face Shields vorbei. Aufgrund der bisherigen Berichterstattung im BT habe sich ein Vertreter des Protektorwerks in Gaggenau bei ihm gemeldet und seine Unterstützung zugesagt. Auch kooperiere man mit der Firma Stratasys aus Rheinmünster, die Face Shields produziert (wir berichteten). Dennoch könne man den Bedarf – über 500 Masken – derzeit nicht decken. Den Verteilungsschlüssel hat Fernau derzeit bei 25 bis 30 Stück festgelegt, damit mehr Einrichtungen abgedeckt werden können. 18 Einrichtungen aus Baden-Baden, Gaggenau, Iffezheim, Kuppenheim und Rastatt haben bereits Bedarf angemeldet. Die Masken und Schilde gibt es kostenlos, „wir fragen aber auch, ob die jeweiligen Einrichtungen Budget haben“. 3 Euro kostet das Material für ein Face Shield, Fahrt und Stromkosten noch nicht eingerechnet. 75 Euro habe man bisher für Ausrüstung erhalten, die Kosten allein für die Schilde belaufen sich auf 1500 bis 2000Euro, so Fernau.

Die Ehrenamtler bitten Interessierte, egal ob privat oder gewerblich, um Unterstützung. Derzeit werden Gummibänder gebraucht. Fernau ist unter (0176)21883823 oder per E-Mail an peter.fernau@makervsvirus.net zu erreichen.

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Erstellt:
9. April 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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