Monika Wasel stellt Gänseblümchen vor

Baden-Baden (red) – Unter dem Motto „Noch mehr Wildes…“ stellt Wildkräuter- und Heilpflanzen-Expertin Monika Wasel regelmäßig eine Pflanze vor, die derzeit in der Region gesammelt werden kann. In dieser Woche ist das Gänseblümchen (Bellis perennis) an der Reihe.

Die zarten Blümchen findet man fast das gesamte Jahr hindurch. Foto: Wasel

© pr

Die zarten Blümchen findet man fast das gesamte Jahr hindurch. Foto: Wasel

Im Zaubergarten der germanischen Göttin Freya wuchs es schon, das Gänseblümchen. Es ist einer der ersten Frühlingsboten: Zeigt sich das Gänseblümchen, dann kommt wieder neuer Schwung ins Leben und vertreibt die Wintermüdigkeit. Die lateinische Bezeichnung „Bellis perennis“ leitet sich ab von „bellus“ für schön, niedlich und „perennis“, was ausdauernd bedeutet. Genau richtig, denn das Gänseblümchen blüht fast das ganze Jahr. Seinen deutschen Namen verdankt es den Gänsen, weil diese die Blüten als Leckerbissen verzehren.

Das Gänseblümchen, so unscheinbar es wirkt, ist ein köstliches Wildgemüse und gleichzeitig traditionelles Heilmittel. Gänseblümchen-Tee zu trinken, unterstützt den Stoffwechsel, lindert Hautkrankheiten und löst selbst festsitzenden Schleim bei Husten. Bei Stichen oder Brennnessel-Quaddeln tupft man den frischen Pflanzensaft auf die entsprechenden Stellen.

Die mehrjährige Pflanze gehört zur Familie der Korbblüter (Asteraceae) und ist eine überaus widerstandsfähige Schönheit. Sie kann im Winter Temperaturen bis Minus 15 Grad Celsius aushalten. Bei Regen und nächtens schließt sich die Blüte, um am nächsten Morgen wieder neu zu erstrahlen. Die beste Erntezeit für das Gänseblümchen ist April bis August, weil in dieser Zeit der Wirkstoffgehalt am intensivsten ist. Aber man kann es auch darüber hinaus in der kompletten Wachstumsperiode, also von März bis in den späten Herbst, ernten.

Das Gänseblümchen findet man überall auf den Wiesen. Sammeln sollte man aber grundsätzlich nur dort, wo kein Autoverkehr herrscht und keine landwirtschaftlichen Eingriffe (zum Beispiel Düngen oder Spritzen) vorgenommen werden, also auch nicht in den Weinbergen. Gut geeignet sind Streuobstwiesen.

In früheren Zeiten galt das Gänseblümchen als Allheilmittel. Heute ist bekannt, dass das Zusammenspiel vieler Inhaltsstoffe die schleimlösenden, entzündungshemmenden und stoffwechselfördernden Wirkungen ausmacht. Seine Inhaltsstoffe sind Saponine, Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe, Mineralstoffe, wenig ätherisches Öl, Vitamin C und organische Säuren.

Warum also den nächsten Salat nicht mal mit zahlreichen Bellis-Blüten anreichern? Oder einen Obstkuchen mit den heilsamen kleinen „Sonnen“ dekorieren. Wer Fragen zum Thema Wildkräuter und Heilpflanzen hat, kann diese per E-Mail an Monika Wasel richten unter der Mailadresse juliacum517@gmx.de.

Die Serie hat mit der Vorstellung von Bärwurz gestartet.

Die Heilpflanzen-Expertin stellte ebenfalls bereits den Frauenmantel vor.

Zum Artikel

Erstellt:
15. Juni 2020, 15:12 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 05sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.