Motorradlärm sorgt für Ärger

Baden-Baden (galu) – Motorradlärm ist vielen Menschen ein Dorn im Auge. Auch in Corona-Zeiten. Drei Leser haben sich diesbezüglich an die Lokalredaktion des Badischen Tagblatts gewandt.

Lärmende Motorradfahrer sind einigen BT-Lesern ein Dorn im Auge. Mit sogenannten „Lärmdisplays“ sollen die Krachmacher sensibilisiert werden. Symbolfoto: picture alliance / Armin Weigel/dpa

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Lärmende Motorradfahrer sind einigen BT-Lesern ein Dorn im Auge. Mit sogenannten „Lärmdisplays“ sollen die Krachmacher sensibilisiert werden. Symbolfoto: picture alliance / Armin Weigel/dpa

Von Lukas Gangl

Rolf und Bernharda Beiss stören sich nicht nur an den Lärmemissionen der Biker, sondern auch an mangelnden Konsequenzen in Anbetracht der aktuellen Lage. Das Paar war beruflich in Bayreuth, dort würden andere Zustände herrschen. Dort sehe man kaum Motorradfahrer im Stadtgebiet. Auch Ausflugsfahrten am Osterwochenende seien in Bayern verboten gewesen. Anders als hier – Rolf Beiss schreibt von „Bienenschwärmen“ von Motorradfahrern im Minutentakt. Seine Devise gegen das Problem: Verstärkte Kontrollen und Verbote müssen her, vorher ändert sich nichts.

Ähnlich verärgert ist auch Robert Ey aus Geroldsau. Er klagt über eine drastische Zunahme des Lärms innerhalb der vergangenen Jahre und betont, dass er sich nicht einmal auf seiner Terrasse unterhalten könnte. Speziell der Bereich ab der Tankstelle Geroldsau sei besonders schlimm und eine beliebte Teststrecke für pubertierende Motorradfahrer, schreibt Ey. In einem offenen Brief an Oberbürgermeistern Margret Mergen fordert er eine Blitzeranlage mit Lärmmessung, ähnlich den Geräten in der Schweiz.

Displays erfassen statistische Daten

„Gegen Ausflugsfahrten können wir nichts machen. Da sind uns als Stadt die Hände gebunden, da es keine gesetzliche Regelung auf Landesebene gibt“, sagt Roland Seiter, Pressesprecher der Stadt Baden-Baden, auf Nachfrage des Badischen Tagblatts. Seiter betont, dass die Baden-Badener Stadtverwaltung jedoch sehr wohl etwas gegen den Lärm tue. „Es gibt ein großes Schild in Lichtental entlang der B500 und zudem drei der neuen Lärmdisplays. Die lärmreduzierende Wirkung der speziellen Lärmdisplays wurde vom Land Baden-Württemberg auf Pilotstrecken getestet und nachgewiesen. Die Displays erfassen zu jedem getesteten Fahrzeug, also auch Autos oder Lkws, statistische Daten und geben dem Fahrer über ein sogenanntes Dialogdisplay unmittelbar eine Rückmeldung“, so Seiter weiter.

Angezeigt werden Schlagworte wie „Leiser!“, „Langsamer!“ und „Danke“, die Displays stehen in der Maximilianstraße (Ausgang Michaelstunnel), Oberbeuerner Straße (aus Richtung Gernsbach kommend) und Ortsausgang Geroldsau (aus Richtung Schwarzwaldhochstraße). Im Zuge der Lärmprävention und des Lärmschutzes findet am Freitag, 29. April, der „Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day“ statt. Dieser findet seit 1998 jährlich in Deutschland statt und soll die Öffentlichkeit nachhaltig über das Thema Lärm informieren, und zwar unter dem Aspekt der Veränderung von lärmbelastenden Lebenssituationen, schreiben die Verantwortlichen auf ihrer Website im Internet.

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Erstellt:
20. April 2020, 17:00 Uhr
Lesedauer:
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