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Nachbarschaftshilfe in Zeiten der Corona-Krise

Baden-Baden (marv) – Drei Baden-Badener Studentinnen haben sich zusammengetan, um Menschen, die von der Corona-Krise betroffen sind, zu helfen. Sie haben eine Facebook-Gruppe gegründet, auf der man Hilfe suchen oder anbieten kann.

Haben die Corona-Nachbarschafthilfe Baden-Baden gegründet: Charlotte Schlett, Sina Baader, Cara Baader (von links). Foto: privat

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Haben die Corona-Nachbarschafthilfe Baden-Baden gegründet: Charlotte Schlett, Sina Baader, Cara Baader (von links). Foto: privat

Von Marvin Lauser

Die Initiatorinnen Cara Baader (22), Sina Baader (24) und Charlotte Schlett (24) haben die Facebook-Gruppe Corona-Nachbarschaftshilfe Baden-Baden ins Leben gerufen. Seit Sonntagabend ist die Plattform für Helfende und Hilfesuchende online.

„Wir wollten gerne irgendwie helfen. Deshalb haben wir uns zusammengetan und die Gruppe gegründet.“, sagt Sina Baader. Alle drei sind in Baden-Baden geboren und haben an der Klosterschule vom Heiligen Grab Abitur gemacht. Eigentlich leben sie mittlerweile in ganz Deutschland verteilt: Die 22-jährige Cara Baader studiert Jura in München, ihre 24-jährige Schwester Sina Baader Psychologie in Köln und Charlotte Schlett Life Science in Konstanz. In den Semesterferien sind sie derzeit aber auf Heimaturlaub bei ihren Familien. Die Corona-Krise verlängert diesen gerade auf ungewisse Zeit. Da Vorlesungen, Seminare und Klausuren derzeit nicht stattfinden, hat sich das Trio gedacht, es könnte den Menschen, die durch die Auswirkungen der Pandemie derzeit Probleme haben ihren Alltag alleine zu bewältigen, unter die Arme greifen.

Telefonnummer eingerichtet

„Wir sehen uns nur als Initiatorinnen und wollen Menschen, die Hilfe benötigen oder ihre Hilfe anbieten möchten, eine Plattform bieten“, sagte Sina Baader im Telefonat mit dem BT. Auch an Menschen, die kein Facebook nutzen, haben die Studentinnen gedacht: „Wir haben eine Telefonnummer für Menschen eingerichtet, die kein Facebook nutzen oder keinen Zugang dazu haben“, erklärte Baader. Unter (0151)55352051 können sich ab Mittwoch – so lange dauert es laut Sina Baader etwa noch, bis die Nummer freigeschalten ist – Menschen mit Gesuchen oder Angeboten melden, die kein Facebook nutzen. Das Trio postet die Angebote oder Gesuche dann auf der Plattform. Wenn sich andere dann bei ihnen melden, wollen die drei dann den Kontakt herstellen.

Da alle drei auch selbst ihre Hilfe angeboten haben, zum Beispiel mit Babysitten, Einkäufe erledigen oder Kinderbetreuung, wollen sie die telefonische Erreichbarkeit auf Montag bis Samstag von 10 bis 13 Uhr eingrenzen, da sie für die Bearbeitung der Anrufe sicherlich ebenfalls Zeit benötigen.

Den drei Baden-Badenerinnen ist es wichtig, dass sich alle, die Angebote der Nachbarschaftshilfe wahrnehmen, an die Hygiene-Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts halten. Selbstverständlich sollten auch nur Menschen ihre Hilfe anbieten, die nicht in Risikogebieten waren, keinen Kontakt zu Infizierten hatten und sich gesund fühlen.

Aktuell mehr Gebote als Gesuche

„Es sollen keine Minikindergärten entstehen“, so Sina Baader. „Wenn jemand Kinderbetreuung anbietet, sollte es um einzelne Kinder oder Geschwisterkinder gehen“, sagte die 24-Jährige. Generell gilt: Auch wer sich ehrenamtlich und nachbarschaftlich engagiert, sollte unnötige Sozialkontakte aktuell unbedingt meiden.

Derzeit hat die Gruppe knapp 115 Mitglieder und wird durchweg positiv aufgenommen. „Aktuell haben wir mehr Gebote als Gesuche“, sagt Sina Baader, „wir hoffen aber, dass sich das mit einer größeren Bekanntheit der Gruppe ändert“. Da die Gruppe öffentlich ist, sollten keine Telefonnummern oder Privatadressen in den Inseraten gepostet werden. Das Trio appelliert an das tatkräftige Engagement der Kurstädterinnen und Kurstädter: „Besonders diejenigen, die nicht zur Risikogruppe gehören, können jetzt viel für unsere Gemeinschaft tun“, heißt es im Aufruf der Initiatorinnen.

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Erstellt:
17. März 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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