Proben für den Tag X

Baden-Baden (fvo) – Wie ein „Fisch auf dem Trockenen“ kommt sich derzeit die Philharmonie Baden-Baden vor. Während sich die Musiker probenderweise zuhause für den Tag X fit halten, hangelt sich die Verwaltung von einer Absage zur nächsten. Prominentestes „Opfer“: die prestigeträchtige Japan-Reise im Mai.

Zur Passivität verurteilt: Die Musiker der Philharmonie Baden-Baden. Foto: Bongartz

© Jörg Bongartz

Zur Passivität verurteilt: Die Musiker der Philharmonie Baden-Baden. Foto: Bongartz

Von Franz Vollmer

So weit wie bei Haydns Abschiedssinfonie No. 45 ist es noch nicht – jenem Werk, bei dem sich mit jedem Takt mehr und mehr Musiker aus dem Staub machen, bis am Ende nur noch zwei Streicher übrig bleiben. Nichtsdestotrotz muss sich die Philharmonie Baden-Baden derzeit auch gedanklich verabschieden, vor allem von der Hoffnung auf Normalbetrieb. Die Corona-Krise trifft den Klangkörper mit voller Wucht und verurteilt die Musiker zur Untätigkeit. Von urlaubsreif wie die einstigen Kollegen am Schloss Esterházy ist man denkbar weit entfernt.
„Im Moment ist das alles nicht einfach. Man fühlt sich wie ein Fisch auf dem Trockenen“, gesteht Orchestermanager Arndt Joosten mit Blick auf die steten Stornos im Programmkalender. Das achte Abo-Konzert (Ouvertüre „Sommernachtstraum“, Violinkonzert Sibelius und Beethovens Achte) am 24. April ist zwar noch gelistet, doch relativ unwahrscheinlich. Die drei Konzerte beim Schwarzwald-Musikfestival Mitte Mai fallen wie das ganze Event definitiv aus. Und so hangelt man sich von einer Absage zur nächsten. Statt Warten auf Godotheißt es Warten auf Ende der Sperrfrist.

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Erstellt:
15. April 2020, 07:27 Uhr
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