Schulische Kommunikation in Zeiten von Corona

Baden-Baden (red) – Das Pädagogium bietet auf seiner Homepage während der coronabedingten Schließung einige Zusatzinhalte an. Vor allem die Eltern können mithilfe eines Evalutationstools Feedback geben.

Mathematiklehrer Maximilian Mitzel vom Baden-Badener Pädagogium erprobt neue Mathemethoden. Foto: Pädagogium Baden-Baden

© pr

Mathematiklehrer Maximilian Mitzel vom Baden-Badener Pädagogium erprobt neue Mathemethoden. Foto: Pädagogium Baden-Baden

Das Pädagogium evaluiert über die schuleigene Homepage die Perspektive der Eltern zu drei Wochen Unterricht von zuhause. Nicht nur die Arbeit der Lehrer ist entscheidend, sondern auch die Rückmeldung der Eltern, heißt es in einer Mitteilung.

Von vornherein stand für Lehrer und Verantwortliche fest, dass man die Schüler nicht in allen Fächern mit Wochenaufgaben fluten möchte. Zu dieser Entscheidung habe auch beigetragen, dass man von den Eltern nicht erwarten konnte, eine Vielfalt an auszudruckenden Materialien vorzubereiten, damit die Schüler überhaupt erst arbeiten können. Folglich hat man einen speziellen digitalen Stundenplan erarbeitet. So konnten die Lehrer über das digitale Klassenbuch mit zugehörigem Messenger mit den Schülern auf direktem Weg kommunizieren. Seit der Schulschließung habe sich vieles entwickelt. Die direkte Rückmeldung der Eltern sei für die Schule im nächsten Schritt entscheidend gewesen, um zu wissen, wo es galt, nachzujustieren.

Viel Feedback der Eltern

Innerhalb eines Tages haben sich laut Päda mehr als 150 Eltern an der Evaluation auf der Homepage beteiligt. Auch an den weiteren Tagen seien viele Rückmeldungen eingegangen, wovon sich weit über 90 Prozent zufrieden bis sehr zufrieden über die Maßnahmen des Pädagogiums geäußert hätten, so die Mitteilung weiter. Abgefragt wurden dabei die Belastung der Schüler, die Erreichbarkeit der Fachlehrer und die Kommunikation wie auch die Situation zuhause.

„Prima, wie schnell das Päda reagiert hat, sowohl in einer Übergangsphase mit Webuntis und nun mit einer professionellen IT-Lösung (Teams) echten interaktiven Unterricht ermöglicht“, lautete eine der Rückmeldungen. Zu lesen war auch, dass sich ein Elternteil als „nicht übermäßig belastet“ fühlt, sodass Eltern nicht ständig die Rolle des Lehrers ersetzen müssen. Weitere positive Äußerungen würden in die ähnliche Richtung, wobei auch Kritikpunkte und Wünsche geäußert worden seien: So sei insbesondere am Anfang auf zu vielen Kanälen kommuniziert worden. Mit der Einführung von Microsoft-Teams hat man daraufhin eine Plattform geschaffen, welche zuverlässig funktioniere. Genannt wurde auch, dass es vereinzelt doch zu viel Material zum Bearbeiten gab. So hatte die Schulleitung direkt Kontakt mit den Kollegen gesucht, um auf diese Aspekte einzugehen. Es ist nicht möglich, das gleiche Volumen an Stoff zu behandeln wie im normalen Unterricht. Das sei eine zentrale Feststellung gleich zu Beginn des digitalen Unterrichts gewesen. Auch wurde von technischen Problemen berichtet. In solchen Fällen sei an die hauseigene IT oder die speziell für den digitalen Unterricht ins Leben gerufenen TaskForce verwiesen worden.

Daraufhin entwickelt sich in Absprache mit der Elternvereinigung VEFA eine mögliche Leihoption für die technische Ausstattung. Zudem hätten die Eltern den separat erstellten Stundenplan gelobt, wünschten sich aber eine stärkere Anwesenheitskontrolle der Schüler durch die Lehrer und forderten mehr Video- oder Audiokonferenzen. Nun arbeite man mit diesen Wünschen und sehe darin Entwicklungspotenzial.

Positive Rückmeldungen

Die Rückmeldungen der Kollegen seien äußerst positiv. So berichtete Thomas Weißinger, Lehrer für VBWL am Wirtschaftsgymnasium und Vorsitzender des Lehrergremiums: „Es ist toll, wie sich die Schüler in die Systeme eingearbeitet haben.“

Feststellen könne man, wie wichtig der Austausch mit den Eltern ist, wenn man die Schüler in der Schule schon nicht mehr sehen und betreuen könne, schreibt das Pädagogium. Auch die Schule habe in dieser Zeit bereits viel gelernt, was zur weiteren Schulentwicklung genutzt werden könne. Dennoch verdeutliche sich, dass der persönliche Kontakt trotz aller digitaler Medien nicht ersetzt werden kann und so freut man sich auf ein Wiedersehen auf dem Schlossberg. Folglich könne man gespannt, aber gut vorbereitet auf die Entscheidung des Kultusministeriums warten, wie es nach den Osterferien weitergeht.

Zum Artikel

Erstellt:
15. April 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 49sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.