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Serie „Noch mehr Wildes“: Alant

Baden-Baden (red) – Unter dem Motto „Noch mehr Wildes …“ stellt Wildkräuter- und Heilpflanzen-Expertin Monika Wasel aus dem Baden-Badener Rebland einmal pro Woche im BT eine Pflanze vor, die derzeit in der Region gesammelt werden kann. In dieser Woche ist Alant (Iluna helenium) an der Reihe.

Sonnenstrahlen zum Anfassen: Alant fand schon im Altertum reichlich Verwendung. Die Pflanze gilt als universelles Heilmittel. Foto: Wasel

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Sonnenstrahlen zum Anfassen: Alant fand schon im Altertum reichlich Verwendung. Die Pflanze gilt als universelles Heilmittel. Foto: Wasel

Alant mit seinen großen gelben Blütenköpfen, die einer strahlenden Sonne ähnlich sehen, stammt ursprünglich aus Anatolien, ist aber heute auch bei uns weit verbreitet. Die Wurzeln von Inula helenium, wie der Alant botanisch genannt wird, werden in der Naturheilkunde vor allem gegen zahlreiche Lungenbeschwerden verwendet. In seiner Heimat galten kandierte Alantwurzeln als Delikatesse. Aber die Pflanze hat auch ein nicht geringes Allergiepotenzial, somit sollte eine Allergie auf diese Pflanze vorher abgeklärt werden. Die Gattung der Alante (Inula) zählt mehr als 100 Arten, von denen die meisten fast ausschließlich in Europa, teils im westlichen Asien und nördlichen Afrika verbreitet sind.

Der botanische Namen Inula weist bereits darauf hin, dass die Pflanze als Heilkraut verwendet wurde und wird. Inula bedeutet sinnbildlich ausleeren, was vermutlich auf die abführende Wirkung der Pflanze abzielt. Die Artbezeichnung helenium zielt dagegen mehr auf die Vegetationsgöttin Helena ab. Als Heilkraut wird der Alant in der Naturheilkunde besonders bei verschiedenen Beschwerden der Lunge oder auch vereinzelt als Wurmmittel (Anthelminthikum) eingesetzt. In der Vergangenheit galt die Pflanze als eines der besten Heilkräuter gegen eine Vielzahl von Beschwerden.

Bereits im Altertum verwendet

Zahlreiche Aufzeichnungen berichten darüber, dass der Alant bereits im Altertum eingesetzt wurde und wohl auch im Mittelalter rege Verwendung fand. In den Aufzeichnungen des römischen Feldarztes Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) finden sich einige Anwendungen und Verwendungen für den Alant. Und auch die kräuterkundige Hildegard von Bingen sowie der Badearzt Sebastian Kneipp bezeichneten den Alant als wichtige Heilpflanze. Zum Beispiel diente ein Sud aus Alantwurzel den Frauen als Heilmittel bei diversen Menstruationsbeschwerden. Pulverisierte Alantwurzel in Verbindung mit Honig oder Zucker wurde bei Atembeschwerden und Atemkrämpfen angewendet. Ein sogenannter Alantwein, der vor allem früh und abends genossen wurde, galt als universelles Heilmittel und Stärkungsmittel.

Für die Naturheilkunde spielt ausschließlich die Alantwurzel (Inulae radix) eine Rolle. Die Wurzeln enthalten vor allem ätherische Öle, Flavonoide sowie der zu den Polysacchariden gehörende Stoff Inulin. Diese Inhaltsstoffe verleihen dem Alant die folgenden Heilwirkungen: antioxidativ, entzündungshemmend, auswurffördernd, hustenlösend, leicht galletreibend (cholagog), anthelminthisch (gegen parasitäre Würmer), diaphoretisch (schweißtreibend) und antiseptisch.

Lungenreinigende Effekte

Alant wird heute vor allem bei grippalen Infekten mit starkem Husten sowie chronischen Beschwerden der Lungen verwendet. Es sind hier vermutlich vor allem die ätherischen Öle mit einem hohen Anteil an Sesquiterpenen und einigen weiteren Stoffen wie Phytosterole, die synergetisch wirken und die lungenreinigenden Effekte hervorrufen. Der Anbau des echten Alants ist recht einfach. Insofern ein sonniger Standort gewählt, kann der echte Alant mit sehr geringem Pflegeaufwand kultiviert werden. Hobbygärtner schätzen vor allem die prächtigen Blüten, sodass in vielen Gärten durchaus einige Ecken mit Alant zu finden sind.

Die medizinische Verwendung von Alant ist mitunter aber nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Menschen, die an einer Allergie gegen Korbblütler leiden, sollten von der Einnahme von Alantprodukten absehen oder die Einnahme zunächst mit einem Arzt oder Apotheker besprechen.

Außerdem können bei einem unsachgemäßem Gebrauch und zu hoher Dosierung Erbrechen, Durchfälle und allgemeine Übelkeit auftreten. Eine vorhergehende Beratung bei einem Arzt oder fachkundigen Naturheilkundler ist daher unbedingt zu empfehlen.

Die Serie hat mit der Vorstellung von Bärwurz gestartet.

Die Heilpflanzen-Expertin stellte ebenfalls bereits den Frauenmantel vor.

Auch das Gänseblümchen wurde schon thematisiert.

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Erstellt:
22. Juni 2020, 15:32 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 40sec

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