Steter Kontakt zu Partnerstädten

Baden-Baden (red) – Die Kurstadt hat auch während der Corona-Krise stets den Kontakt zu ihren Partnerstädten gehalten. Wie es dort aussieht, darüber gibt die Stadtverwaltung Auskunft.

Bis vor wenigen Tagen war es ruhig am Hafen von Menton. Inzwischen dürfen die Einwohner wieder an den geliebten Strand und in die Restaurants der Mittelmeerstadt.  Foto: Städtepartnerschaftsverein

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Bis vor wenigen Tagen war es ruhig am Hafen von Menton. Inzwischen dürfen die Einwohner wieder an den geliebten Strand und in die Restaurants der Mittelmeerstadt. Foto: Städtepartnerschaftsverein

Auch während der weltumspannenden Corona-Pandemie ließen Stadtverwaltung und Städtepartnerschaftsverein die Kontakte in die Partnerstädte Baden-Badens nicht abreißen. Wie sieht es dort aus? Die Stadtpressestelle hat sich in den Partnerstädten informiert.

In der südfranzösischen Partnerstadt Menton freuen sich die Bürger über das Wiedereröffnen der Restaurants. Allerdings ist nur die Außenbewirtung erlaubt. Die Stadt unterstützt nach Möglichkeit das Aufstellen weiterer Tische, damit die Gesamtzahl der Gäste trotz Sicherheitsabstand erhöht werden kann. Bis auf Weiteres gibt die Stadt einen Nachlass auf die Sondernutzungsgebühren. Derzeit werden die Grundschulen und weiterführenden Schulen nach und nach geöffnet, die Lycées bleiben bis September geschlossen. Abiturprüfungen finden nicht statt. Ebenfalls sind die Strände wieder freigegeben, die Franzosen dürfen wieder weiter als 100 Kilometer reisen.

Der zweite Wahlgang der Kommunalwahlen ist in Menton für den 28. Juni geplant. Ein Verschieben in den Herbst war nicht möglich, weil die Bürgermeister und Gemeinderäte nur vorläufig im Amt sind und noch nicht alle Entscheidungsbefugnisse haben. So dürfen die Kommunalparlamente auch nicht über die Haushalte abstimmen. Große Sorgen macht man sich in Menton über die wirtschaftlichen Auswirkungen. Schon jetzt gibt es Geschäfte und Restaurants, die nicht mehr öffnen werden. Das große Musikfestival im August wurde abgesagt. Insgesamt waren die Corona-Fallzahlen in den südlichen Départements Alpes-Maritimes und Var nicht so hoch.

Im norditalienischen Moncalieri sorgen die bisher erfolgten Öffnungen wieder etwas für Normalität. Doch die große Sorge um die wirtschaftliche Situation Italiens beherrscht viele Gespräche. Ebenso die immer noch andauernden Schulschließungen, denn vor September soll es nach derzeitigem Stand keinen Unterricht geben. Das Vermitteln des Unterrichtsstoffs ausschließlich durch die Eltern ist nach Ansicht vieler Italiener auf längere Sicht nicht machbar. Hier formieren sich Proteste. Nennenswerte Demonstrationen wegen Grundrechtsverletzungen und Freiheitseinschränkungen hat es nicht gegeben. Dieses Thema hat lediglich einige Staatsrechtler beschäftigt. Die Angst vor wirtschaftlich schweren Zeiten überlagert alles andere.

Der lange geplante und wichtige Kongress „Historische Parks und Gärten“ findet im Juli virtuell statt. Baden-Badens Gartenamtsleiter Markus Brunsing beteiligt sich dabei mit einer persönlichen Videobotschaft und gibt Erläuterungen zu den historischen Gärten Baden-Badens und den aktuellen Gestaltungen in den Parkanlagen. Gedreht wurde im Rosenneuheitengarten auf dem Beutig und in der Allee.

Auch in der tschechischen Partnerstadt Karlovy Vary wurden alle großen Veranstaltungen abgesagt, darunter die traditionsreiche Eröffnung der Kursaison. Der öffentliche Nahverkehr fährt inzwischen wieder im Normalbetrieb – mit Maskenpflicht. Die Stadtverwaltung arbeitet weitgehend im Normalbetrieb, wenn möglich sollen Termine telefonisch oder online wahrgenommen werden. Schulen und Kindergärten unterrichten in Kleingruppen oder wenige Klassen, die Öffnung erfolgt schrittweise. Die Stadt unterstützt Unternehmen durch niedrigere Gebühren und Mieten und gewährt Zahlungsaufschübe.

In der Partnerstadt Jalta sind die Infektionszahlen sehr niedrig. Auf der gesamten Halbinsel Krim sind 360 Corona-Infizierte registriert, elf Personen überlebten die Viruserkrankung nicht. Das Schließen der Kur- und Tourismuseinrichtungen traf Jalta hart. Da dies, ähnlich wie in Baden-Baden, die wesentlichen Säulen der Stadt sind, hofft man im Rathaus sehr, dass die Tourismussaison noch im Laufe des Monats Juni wieder starten kann. Die Vorbereitungen dafür laufen, aber auch in Jalta müssen neue Standards und Abläufe eingeführt werden. Die Geschäfte sind seit 20. Mai wieder geöffnet.

In der russischen Partnerstadt Sotschi war über viele Wochen ein Lockdown angeordnet. In der Regel wurde im Homeoffice gearbeitet. Strände, Schulen, Geschäfte sind geschlossen, Großveranstaltungen verboten. Seit 23. Mai arbeitet die Stadtverwaltung wieder weitgehend regulär. Inzwischen haben kleinere Geschäfte wieder geöffnet, seit 1. Juni zudem 65 Sanatorien. Schüler und Studenten lernen weiterhin online. Die Einschränkungen wurden größtenteils gut akzeptiert.

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Erstellt:
7. Juni 2020, 12:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 50sec

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